Kein Durchbruch beim Fidelis-Deal in Regensburg: Jetzt kommen die Container

Von Walter Schießl · 11. August 2025 um 13:00

Die Hoffnungen, dass die Stadt Regensburg das leerstehende Kloster von St. Fidelis in Regensburg samt des stattlichen Nebengebäudes bald kauft, haben sich fürs Erste zerschlagen.

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„Der Zeitplan ist verschoben“, ließ die Pressestelle der Stadt dazu verlauten. Ein Ende der Verhandlungen könne derzeit nicht prognostiziert werden. Hintergrund seien nach städtischen Angaben Verzögerungen bei der Erstellung externer Unterlagen, die für den Fortgang der Verhandlungen nötig seien. Gemeint ist damit wohl eine Expertise über den Wert der Gebäude und des Grundstücks.

Der eingetretene Stillstand trifft die Pfarrei Herz Marien und das Goethe-Gymansium gleichermaßen. Während die Kirche den Erlös aus dem Verkauf zur Begleichung der Rechnungen für die derzeit laufende und auf 2,2 Millionen Euro veranschlagte Gotteshaus-Sanierung dringend bräuchte, ist das Goegy jetzt gezwungen, im Innenhof von St. Fidelis fünf Container aufstellen zu lassen, um im neuen Schuljahr den Unterricht der mathematisch-naturwissenschaftliche ausgerichteten Schule gewährleisten zu können. Wäre alles nach Plan gelaufen und der Kauf schon über die Bühne gegangen, hätten die Schüler ab dem Herbst in den neuen Räumen Platz finden können, sagt Schulleiter Bernhard Rothau-scher.

Kloster St. Fidelis in Regensburg vor 104 Jahren eingeweiht

Vor fast zwei Jahren hatte Herz Mariens’ Pfarrherr Heinrich Börner seine Gemeinde wissen lassen, dass die Diözese das vor 104 Jahren eingeweihte Gotteshaus von St. Fidelis samt der Räume des angebauten Studentenwohnheims auf dem freien Markt zum Verkauf anbieten werde. Im vergangenen Jahr war die Bindefrist des angebauten Wohnheims, das vom Katholischen Wohn- und Siedlungswerk verwaltet wurde, ausgelaufen, sodass einer Veräußerung des gesamten Arelas von Kirchenseite nichts mehr im Wege stand.

Um den Unterricht des auf über 1200 Schüler angewachsenen Goethe-Gymnasiums aufrecht erhalten zu können, hatte die Stadt schon vor Jahren den östlichen Teil des seit 1991 leeren Klosters erworben. 22 Klassen wurden fortan darin unterrichtet. Schnell wurde nach dem 2023 angekündigten Kirchenverkauf seitens der Stadt auch die Bereitschaft zum weiteren „Zugriff“ mitgeteilt. Schließlich steht doch ab Herbst 2025 die Vergrößerung des Gymnasiums um 150 weitere Schüler an, denn erstmals gibt es von da an wieder eine 13. Jahrgangsstufe. Erste Gespräche zwischen Stadt und Kirche wurden bereits 2021 geführt. „Es gab schon viele Besprechungen mit den einzelnen Ämtern der Stadt bis hinauf zur Oberbürgermeisterin”, sagt Pfarrer Heinrich Börner. Doch gebracht habe das bislang kein Ergebnis.

Hoffnung für das Goethe-Gymnasium: Abschluss noch dieses Jahr?

An der unter Denkmalschutz stehenden Kirche nagt der Zahn der Zeit aber immer weiter. Bei einer Besichtigung im Jahr 2022 wurde festgestellt, der Brandschutz sei nicht gewährleistet, das Kirchendach sei stark sanierungsbedürftig, Defizite wurden auch in der Statik von Treppenaufgang bis Giebeldach ausfindig gemacht. Als sich abzeichnete, dass der Abschluss der Verkaufsgespräche weiter hinausgeschoben wurde, bekam das Goethe-Gymnasium mit dem Aufstellen von fünf Containern eine Zwischenlösung präsentiert, die baulichen Vorbereitungen dafür gehen im Innenhof von St. Fidelis gerade über die Bühne, in den Ferien sollen dann die Container vom Müllerischen Gymnasium an die Goethestraße „umgesiedelt“ werden, lässt Schulleiter Bernhard Rothauscher wissen.

Doch wodurch kam die weitere Verzögerung zustande? „Der Zeitplan hat sich wegen Umständen, die keine der Verhandlungsparteien zu vertreten hat, verschoben”, räumt jetzt Katrin Butz von der Pressestelle der Stadt ein. Es gebe bei der Erstellung von externen Unterlagen, die für den Fortgang der Verhandlungen benötigt würden, eine Verzögerung.

Ein konkretes Ende für den Abschluss der Verhandlungen könne daher nicht prognostiziert werden, sagt Katrin Butz. Allerdings sei die Stadt zuversichtlich, dass noch im Verlauf des Jahres 2025 ein Abschluss erreicht werden könnte. Zur Frage der Kosten sowie zum Start des Umbaus könnten laut Katrin Butz derzeit keine Angaben gemacht werden.