Kirchensanierung im Regensburger Westen ist nahezu abgeschlossen

Von Walter Schießl · 20. Dezember 2025 um 19:00

Auch wenn in der Herz-Marien-Kirche noch Schreiner, Akustiker, Beschaller und Elektriker am Werk sind, die 3,2 Millionen Euro teure Sanierung des Gotteshauses steht kurz vor dem Ende.

Nach eineinhalb Jahren wird mit der Christmette das Gebäude wieder seiner liturgischen Bestimmung übergeben. Stadtpfarrer Heinrich Börner und der stellvertretende Kirchenpfleger Anton Schels haben mit dem Organisationsteam und den Handwerkern ein hartes Stück Arbeit hinter sich. Und schon bald aber soll mit der Renovierung des Untergeschosses ein weiterer Bauabschnitt in Planung gehen.

Doch zunächst können die Verantwortlichen durchatmen. „Wir haben den Finanzierungs- und Zeitplan eingehalten“, zeigen sich Börner und Schels erleichtert. Im Mai vergangenen Jahres begann das Vorhaben der Innensanierung Herz Mariens, zuvor musste von den beiden ein Finanzierungsplan erstellt und der Diözese vorgelegt werden. Nach dem grünen Licht der Kirchenoberen wurde die Ausschreibung gestartet, ehe eine Fülle von unterschiedlichen Arbeiten im Gotteshaus zur Planung anstand. Die Messen wurden von da an im Pfarrsaal im Untergeschoss abgehalten.

Schimmel gefunden

Auslöser für die Renovierung waren laut Schels Raumluftmessungen 2020 in der Kirche, die auf Schimmelsporen hinwiesen. Zurückzuführen waren diese auf das lange Jahre undichte Kirchendach, das immer wieder Regenwasser durchließ und Mauern und Stützen Schäden zufügte. Die Umluftheizung tat das ihrige dazu, um das Malheur zu vergrößern. „Ein Umdenken musste stattfinden“, sagt der Stadtpfarrer. So verzichtete man auf eine Raumheizung und installierte stattdessen eine Sitzheizung auf den Kirchenbänken.

Massiv zu verbessern war laut Börner auch der Brandschutz, dem durch die Schließung vieler Mauerdurchbrüche, dem Einsetzen neuer Türen, einer Notbeleuchtung, einer Notstromversorgung und neuen Fluchtwege Rechnung getragen wurde. „Die Innenluft und sämtliche Flächen der Wände und Möbel wurden von Schimmel gereinigt“, ergänzt der stellvertretende Kirchenpfleger. Aus dem Kirchenschiff wurden drei Bankreihen entnommen. Eine Fülle weiterer Arbeiten stand an, darunter das Entfernen von Bodenplatten, die Erneuerung des Bodenparketts und das Abfräsen und Neuverputzen der Wände. Weitere Schwerpunkte waren die Installierung einer neuen Elektrik, einer neuen Beschallung, einer neuen Mikrofon- und Lautsprecheranlage und einer neuen Beleuchtung. Zudem wurde das 60 Jahre alte Mobiliar in der Sakristei ersetzt, Taufbecken, Tabernakel, Ambo und Lesepult wurden ästhetisch überarbeitet. Die neue Kinderecke neben dem Altar wurde mit einer Fußbodenheizung ausgestattet.

Für die Kinder wurde eine extra Ecke angelegt. - Foto: Walter Schießl

Einziger Wermutstropfen ist für die Pfarrei, dass die abgebaute Orgel nicht rechtzeitig zu Weihnachten wieder in Betrieb genommen werden kann. „Es gibt deutschlandweit nur eine einzige Firma, die den Spieltisch liefern kann“, sagt der Stadtpfarrer. Seinen Worten nach sei das Unternehmen überlastet, weshalb man im Augenblick noch nicht wisse, wann die Kirchenorgel wieder erklingen wird. Aber auch bei der Einweihung 1963 sei die Orgel noch nicht aufgebaut gewesen, weiß der Pfarrherr.

„Wir sind die erste Pfarrei in der Diözese, die ein Umweltmanagementsystem eingeführt hat“, sagt Börner nicht ohne Stolz. Die damit verbundenen Maßnahmen hätten enorme Energieeinsparungen zur Folge, freuen sich der Stadtpfarrer und der stellvertretende Kirchenpfleger. Für Börner bedeutete die Kirchenrenovierung einen enormen Arbeitsaufwand, war sein Rat doch fast rund um die Uhr gefragt. „Aber es hat auch was Gutes, irgendwann einem Nachfolger eine intakte Kirche zu hinterlassen“, konstatiert er.

Viele Spenden gesammelt

Die Finanzierung der 3,2-Millionen-Euro-Maßnahme, bei der Architektin Carola Setz federführend war, ist laut Schels gesichert. 50 Prozent Zuschuss gibt es von der Diözese, den Rest muss die mehr als 6000 Gläubige zählende Pfarrei selbst aufbringen. Viele Jahre wurden dafür Spenden gesammelt. „Im Augenblick sind wir aber pleite“, sagt der stellvertretende Kirchenpfleger. Steht aber dann die weitere Finanzierung, soll die Sanierung der Räume rund um den Pfarrsaal im Untergeschoss in Angriff genommen werden.

„Da hoffen wir immer noch, dass der Verkauf des Klosters St. Fidelis an die Stadt irgendwann über die Bühne geht“, sagt der Stadtpfarrer im Hinblick auf die weiter ungewisse Situation, die durch die Verzögerung der Verhandlungen mit der Stadt entstanden ist.