Herz Marien in Regensburg will Weihnachten draußen feiern

Von Martina Groh-Schad · 21. Dezember 2024 um 13:00

Die Sanierung der Kirche im Stadtwesten läuft. Pfarrer Heinrich Börner plant, die Christmette deshalb in einem benachbarten Garten abzuhalten.

Pfarrer Heinrich Börner beobachtet die Wettervoraussage für den Heiligen Abend mit Spannung. „Wir hoffen, dass es keinen Regen geben wird“, sagt er. Seit dem Frühjahr läuft die Sanierung des Innenraums seiner Kirche in der Pfarrei Herz Marien im Stadtwesten. Sie kann daher für Gottesdienste nicht genutzt werden. Zu Weihnachten will die Gemeinde deshalb nach draußen ausweichen – sofern das möglich ist.

Ihren regulären Gottesdienst feiern die Gläubigen im Pfarrsaal, doch dieser ist für die Christmette nur bedingt geeignet. Aus Gründen des Brandschutzes hat das Bauamt die Auflage erlassen, dass weniger als 200 Kirchgänger dort feiern dürfen. Zur Christmette, die in diesem Jahr mit 21.30 Uhr früher als sonst beginnt, kommen aber üblicherweise bis zu 500 Besucher, also zu viel für den Pfarrsaal. Pfarrer Börner musste sich nach einer Alternative umsehen.

Er hat sie nebenan im Garten des Kindergartens St. Michael entdeckt und lädt die Besucher nun dorthin ein. „Ich freue mich darauf“, sagt er und hofft, dass das Wetter mitmacht und die Christmette wie geplant draußen stattfinden kann. Der Zuweg für die Gäste führe am Sakristeibau vorbei. Eine Beleuchtung weise den Weg. „Bodenfackeln auf dem Freigelände werden eine feierliche Atmosphäre aufkommen lassen“, erklärt er. Den Altar will er unter dem Dach aufstellen, um diesen zu schützen. Für die Besucher werden im Garten Stühle bereitgestellt. Die Besucher sollten sich mit Mütze und Handschuhen ausstatten und insgesamt warm anzuziehen. Auch eine Decke könne man mitbringen und zur Sicherheit ein paar Hustenbonbons, so Börner. Aufgrund des zum Teil matschigen Bodens empfiehlt er festes Schuhwerk. Musik sei geplant, aber wie groß die Beteiligung des Chores ausfallen werde, könne er schlecht voraussagen. Es werde in jedem Fall auch ein Instrument spielen. Wie sonst soll die Christmette etwa eineinviertel Stunden lang dauern.

Sollte es regnen, wird allerdings dieser Plan B buchstäblich ins Wasser fallen. Es kommt Plan C ins Spiel und die Christmette zieht in den auf weniger als 200 Besucher beschränkten Pfarrsaal. Keinesfalls möchte Börner am Heiligen Abend jemanden abweisen müssen, weil der Raum schon voll ist. Er appelliert daher an die Besucher, das Wetter im Blick zu haben und umzuplanen, sollte Regen angesagt werden. „Wir hoffen, einige besuchen dann von sich aus Gottesdienste in benachbarten Kirchengemeinden.“ Bei unsicherer Wetterlage könnten die Besucher auf der Homepage der Pfarrei unter www.herz-marien.de. kurzfristig erfahren, ob die Christmette draußen oder im Pfarrsaal stattfindet.

Ob die Gemeinde auch 2025 ausweichen muss, ist laut Börner noch unklar. Die Kirche wurde 1963 erbaut. Um den Erfordernissen des Brandschutzes gerecht zu werden, müsse der gesamte Innenraum saniert werden, erklärt Kirchenpfleger Anton Schels. Vor allem die Erneuerung des Bodens ziehe sich hin, aber auch die Wände werden abgefräst, neu verputzt und gestrichen. Die Kirchenbänke sollen reduziert und wie die technischen Anlagen erneuert werden. „Durch eine neue Lautsprecheranlage wird die Akustik verbessert und die Beleuchtung in der Kirche“, so Schels. Auch der Pfarrsaal stehe zur Sanierung an.

Pfarrer Heinrich Börner hofft auf trockenes Wetter: Wegen der Sanierung der Kirche Herz Marien muss die Christmesse umziehen und ist aktuell im Außengelände des Kindergartens geplant. Dort soll das Gelände mit Fackeln beleuchtet werden. Foto: Martina Groh-Schad