Klosterverkauf in Regensburg lässt auf sich warten – Gymnasium braucht die Räume dringend

Das ehemalige Kloster an der Ecke Uhland- und Goethestraße in Regensburg ist seit 2023 nicht mehr im liturgischen Gebrauch. Das Goethe-Gymnasium nebenan könnte zusätzlichen Platz gut gebrauchen. Aber es geht nichts voran.
Der Zeitpunkt für den Kauf des ehemaligen Klosters von St. Fidelis steht weiter in den Sternen. Grund: Die Stadt hat vor Monaten ein Gutachten für die Ermittlung des Preises, der der katholischen Kirche bezahlt werden soll, in Auftrag gegeben, aber die Expertise liegt immer noch nicht auf dem Tisch.
Sie soll aber jetzt nach Angaben der Pressestelle der Stadt doch noch vor Weihnachten fertiggestellt werden. Hauptleidtragende der Verzögerung sind Pfarrer Heinrich Börner und Bernhard Rothauscher, Leiter des Goethe-Gymnasiums. Letzterer bräuchte die Klostergebäude dringend für die Schüler und der Pfarrer benötigt das Geld für die Begleichung der Rechnungen der Kirchensanierung von Herz Marien.
Immer wieder Verzögerungen
Das ehemalige Kloster an der Ecke Uhland- und Goethestraße wurde vor mehr als 100 Jahren gebaut, steht unter Denkmalschutz und ist seit 2023 nicht mehr im liturgischen Gebrauch. Ein Jahr davor war bei einer Besichtigung festgestellt worden, dass in der Kirche der Brandschutz nicht mehr gewährleistet und auch bauliche Mängel vorhanden seien. Schließlich kam die Idee auf, in den Teil neben der Kirche, in dem die Patres bis 1991 wohnten und der dann in ein Studentenheim umgewandelt wurde, Unterrichtsräume für das immer größer werdende Goethe-Gymnasiums zu installieren. Doch seitdem kam es immer wieder zu Verzögerungen dieses Plans. Die Gläubigen im Regensburger Westen sowie Lehrer, Schüler und deren Angehörigen am Goethe-Gymnasium können nur noch die Köpfe schütteln. „Das versteht schon lange kein Mensch mehr“, hört man immer wieder.
Im August noch hatte die Pressestelle der Stadt von Verzögerungen, die beide Seiten nicht zu verantworten hätten, gesprochen. Die Stadt sei, so die damalige Mitteilung, zuversichtlich, dass der Kauf noch im Jahr 2025 getätigt werde. Jetzt könnte laut städtischer Pressestelle zumindest das lang erwartete Gutachten bald auf dem Tisch liegen. Vor fast einem Jahr war es in Auftrag gegeben worden. Befasst damit ist seitdem der Gutachterausschuss, der zwar auf kommunaler Ebene angesiedelt, aber nicht weisungsgebunden ist.
2021 erste Gespräche
Bereits vor fast drei Jahren wurden die Klosterräumlichkeiten von der Kirche aufgegeben. Pfarrer Heinrich Börner hatte 2023 zunächst seine Gemeinde wissen lassen, dass das vor 105 Jahren eingeweihte Gotteshaus verkauft werde. Zudem war die Bindefrist für das Studentenheim abgelaufen, so dass der Veräußerung des südwestlichen Gebäudekomplexes samt Innenhof eigentlich nichts mehr im Wege stand. Pfarrer Börner erinnert sich, dass es bereits 2021 erste Gespräche mit der Stadt wegen der künftigen Klosterverwendung gegeben hatte.
Als besten potenziellen Käufer habe man immer die Stadt im Auge gehabt, die schon nach dem Auszug der Patres den östlichen Teil des Komplexes erworben und dem Goethe-Gymnasium zur Verfügung gestellt hatte. 22 Klassen sind seitdem an der Fidelis-Ostseite untergebracht. Mit der absehbaren Vergrößerung der Schule aufgrund der Wiedereinführung der 13. Klassen ist wieder mehr Platz nötig. Die bis dahin schon 1200 Schüler zählende ehemalige Oberrealschule wuchs seit Herbst um 150 weitere Schüler an.
Fünf Container für Schüler
Quasi als Notnagel wurden im Sommer fünf Container, die am von-Müller-Gymnasium nicht mehr gebraucht wurden, in den Innenhof von St. Fidelis gestellt. Darin wurden Aufenthalts- und Kursräume geschaffen. „Allerdings kann das keine Dauerlösung sein“, sagt Schulleiter Bernhard Rothauscher. Für die Containerlösung zahlte die Stadt laut Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra bislang 250 000 Euro.
Wie geht es jetzt weiter? „Die Stadt hat großes Interesse daran, die Verkaufsgespräche fortzusetzen”, ließ die Pressesprecherin am Montag wissen. Das sei den Vertretern der Kirche auch mitgeteilt worden. Voraussetzung dafür sei aber das Vorliegen des Gutachtens. Würden sich beide Seiten einig, müssten größere Umbaumaßnahmen erfolgen, ehe die Räume für den Unterricht der Gymnasiasten zur Verfügung stünden.
Kloster und Kirche
• Geschichte: Das Kloster von St. Fidelis war unter der Planung des Regensburger Architekten Heinrich Haubenrisser Anfang des vergangenen Jahrhunderts errichtet worden. Bis in die 70er Jahre hinein wurden dort Schulgottesdienste gefeiert, Andachten abgehalten und Gedenkmessen zelebriert. Die Patres verabschiedeten sich 1991.
• Pfarrei: In Herz Marien wird die dortige Kirche derzeit innen renoviert. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 2,2 Millionen Euro. Pfarrer Heinrich Börner betonte immer wieder, wie notwendig das Geld aus dem Fidelisverkauf dafür gebraucht würde.