Apostolatshaus Hofstetten wartet weiter auf neuen Nutzer: Verkaufstermin geplatzt

Von Christoph Klöckner · 17. Dezember 2025 um 05:00

Die Pallottiner müssen sich erneut auf die Suche nach einem Käufer für ihr Apostolatshaus in Hofstetten im Landkreis Cham machen. Dabei sollte das ehemalige Seminar- und Gebetshaus eigentlich schon veräußert sein, denn der Notartermin, um den Kaufvertrag zu unterzeichnen, war vor wenigen Tagen. Doch am Morgen habe der Interessent angerufen und abgesagt, teilte jetzt Provinzialökonom Pater Rainer Schneiders auf Anfrage mit.

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„Ich saß sozusagen bereits auf gepackten Koffer, als der Anruf kam. Das war schon eine Überraschung“, sagte der Pallottiner jetzt, der in Freising im Haupthaus der Gemeinschaft sitzt. Der mutmaßliche Käufer habe sich mit dem Hinweis auf die aktuelle wirtschaftliche Lage zurückgezogen, habe aber weiter Interesse bekundet, um die Immobilie womöglich zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerben.

Absage an Interessenten

Somit geht alles wieder zurück auf Anfang – die Suche nach einem neuen, für die Immobilie passenden Besitzer geht erneut los. Es habe einige Interessanten für das große Anwesen mit mehreren Gebäuden, Garten, Wald und Wiesen im Markt Falkenstein gegeben, sagt Schneiders.

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Doch nicht bei jedem hätten die Pallottiner guten Gewissens einem Verkauf zustimmen können. So sei ein möglicher Käufer dabei gewesen, der das Apostolatshaus schon in einem religiösen Sinne weiternutzen wollte, jedoch nicht in christlich-religiösem Kontext.

„Wenn als erstes das Kreuz abgehängt wird, da können wir nur schwer zustimmen“, so der Provinzialökonom. Man lege von Ordensseite schon Wert auf eine entsprechende Nachnutzung.

Weihnachten wieder vor Ort

Verkaufen um jeden Preis ist demnach nicht das Ziel. Das untermauert auch die Aussage von Provinzial Markus Hau zur Schließung, dass es den Pallottinern nicht um die Kosten gehe, die mit der Anlage verbunden seien – es fehle einfach an Personal, um hier weitermachen zu können. Zuletzt waren noch zwei Vertreter des Ordens vor Ort.

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Und jetzt, zur Weihnachtszeit, wird das Apostolatshaus doch noch einmal einen Pallottiner beherbergen: Pater Klaus Schäfer, der in Regensburg als Krankenhausseelsorger arbeitet, reist an und wird dort übernachten. Er lädt für den vierten Advent und für den 25. Dezember zum Gottesdienst sowie zur Feier der Christmette nach Hofstetten ein. „Wir sind gespannt, wie viele Gläubige kommen werden und ob der Besuch nachlässt“, so Schneiders.

Ziel waren neue Wohnungen

Der vermeintliche Käufer, der bereits vor dem Notartermin mit den Pallottinern stand, wollte die Immobilie für eine Wohnbebauung nutzen. Es gebe daneben zwei oder drei weitere Interessenten an den Gebäuden und Flächen, die dort bestimmte Dinge umsetzen wollen. Wobei er immer darauf hinweise, dass die Pallottiner nicht sagen könnten, ob bestimmte Ideen dort umsetzbar seien – er verweise immer auf den Markt Falkenstein, der hier als Kommune entscheide, so Pater Schneiders: „Die Kommune muss sage, was dort genehmigt werden kann.“

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Ansonsten sei die Immobilie in Hofstetten nun wieder zu haben: „Es ist alles wieder offen!“ Eine Vorgabe jedoch steht für die Pallottiner bei einer Abgabe der Immobilie fest, die der Käufer erfüllen muss und die wahrscheinlich bei einem Verkauf an eine nichtchristliche Gemeinschaft auch infrage stünde: Der Zugang zu den Gotteshäusern vor Ort soll weiter für die Öffentlichkeit möglich sein.

Weiterbetrieb der Gotteshäuser als Vorgabe

Der Provinzleitung sei es wichtig, dass der oder die neuen Eigentümer den weiteren Betrieb der Kirche gewährleistet, so Pater Rainer Schneiders. Es sollen dort weiterhin Gottesdienste stattfinden können. Auch in der Meindl-Kapelle soll es nach dem Verkauf möglich sein, zu einem Gebet einzukehren. So soll der bestehende Freundeskreis des Apostolatshauses weiter eine Möglichkeit erhalten, dass er sich dort zum Gebet treffen kann.

Es gehe nicht ums Geld, sondern der Nachwuchs fehle, hatte Provinzial Markus Hau im Juli betont. - Foto: Hermann Markl/Archiv

Die Pallottiner sind eine Gesellschaft apostolischen Lebens, kein Kirchenorden im eigentlichen Sinne. Sie schlossen ihr Haus in Hofstetten Ende Juli. Was dort geboten wurde, ist zwar noch im Internet zu finden, doch der Abschied und die Abschaltung der Seiten von Hofstetten wird bereits angekündigt.

Pallottinern geht das Personal aus

Der Abschied tue weh, so Provinzial Markus Hau bei seiner Abschiedsrede im Juli: „Entwurzelung heißt an diesem Tag, einen Ort aufgeben, der lange Halt war, Heimat und Fluchtpunkt. Hofstetten ist ein Ort, Gott zu begegnen.“ Man gehe, weil man so klein und alt geworden sei, „dass wir dieses Kloster nicht weiter lebendig halten können.“ Noch 150 Patres gebe es in Deutschland, aber nur 40 seien unter 60 Jahre alt.

Pater Reck, der zuletzt das Haus führte, bedankte sich bei den 16 Hausangestellten von Hofstetten, die das Haus und das Umfeld gepflegt, die gekocht und gereinigt hätten. Über 100 Jahre hatte das Haus einen festen Platz zwischen Roding und Falkenstein. Claudia Rosenhammer hatte im Namen des Apostolatskreises gesprochen. Sie hoffe, dass Hofstetten als spiritueller Zentralpunkt erhalten bleibe. Die Gebetsgemeinschaft sei zusammengewachsen.