Abschied aus dem Apostolatshaus Hofstetten „tut weh“

Von Mittelbayerische Zeitung · 29. Juli 2025 um 21:30

Falkenstein/Hofstetten. Am Sonntag fand der Abschiedsgottesdienst der Pallottiner mit über 180 Besuchern in der Klosterkapelle statt. Der Gottesdienst wurde noch nach außen übertragen, da nicht alle Besucher im Haus Platz fanden.

Pater Rektor Markus Reck begrüßte die Geistlichen: Provinzial Markus Hau aus Friedberg, Ökonom Pater Schneiders, die Patres Hermann Weisinger und Klaus Schäfer, Dekan Ralf Heidenreich, Domkapitular Professor Dr. Josef Kreiml, die Pfarrer Waldemar Spyra und Adolf Schöls und Schwester Ecclesia, die viele Jahre in Hofstetten gearbeitet hatte.

Reck begrüßte weiter Landratsstellvertreterin Gerlinde Graßl, Bürgermeisterin Heike Fries und alle in Hofstetten Mitwirkenden, die Vertreter der Pallottinischen Gemeinschaft aus Friedberg, die Schwestern der Ursulinen aus Straubing, die Christusbruderschaft, den Kirchenchor Falkenstein mit Dirigent Christoph Aumüller und den Freundeskreis. Der folgende Gottesdienst wurde in Konzelebration mit zehn Geistlichen gefeiert.

Provinzial Pater Hau stellte in seiner Abschiedsrede für das Kloster fest: „Der Abschied tut weh, es geht um die Entwurzelung von Hofstetten. Entwurzele mich kann auch heißen: Reiß mich heraus aus allem Bösen, allen Ängsten, Gefahren, Krankheit, Verlorenheit. Entwurzelung heißt an diesem Tag, einen Ort aufgeben, der lange Halt war, Heimat und Fluchtpunkt. Hofstetten ist ein Ort, Gott zu begegnen.

Wenn etwas zu Ende geht, ist das ein trauriger Moment für uns. Wir müssen uns wieder umdrehen. Altes ist vergangen, Neues entsteht. Die Liebe Christi drängt uns in die Fremdheit. Die Entwurzelung gehört zu unserem Leben, spätestens wenn wir sterben. Wir müssen Abschied nehmen, um Neues aufzubauen, das ist im Geiste des Ordensgründers Vinzenz Pallotti als Sendung zu den Menschen aufzufassen. Schwestern und Brüder, ja wir gehen weg – heute von hier aus Hofstetten, weil die Pallottiner so klein und auch alt geworden sind, dass wir dieses Kloster nicht weiter lebendig halten können.“ Der Kirchenchor Falkenstein mit Christoph Aumüller gestaltete den Abschiedsgottesdienst mit feierlichen Gesängen mit.

Landratsvertreterin Graßl erinnerte daran, dass sich das Apostolatshaus Hofstetten in 103 Jahren von einem landwirtschaftlichen Betrieb zu einem geistlichen Bildungshaus entwickelt habe. „Aus dem Einsiedler-Bauernhof des Ehepaars Meindl sei ein Zentrum christlichen Glaubensgeworden. Vinzenz Pallotti, der Gründer der Gemeinschaft, sei ein Meister des Netzwerkes gewesen und habe engagierte Menschen zusammengeführt. Drei große Aufgaben stellten sich die Pallottiner: den Glauben der Kirche zu vertiefen, der weltweiten Armut entgegenzuwirken und die grenzenlose Liebe Gottes allen Menschen weiterzugeben.

Bürgermeisterin Fries erinnerte an die Feier 2022 zur 100-jährigen Grundsteinlegung der Hauskapelle: „Damals waren wir noch voller Zuversicht. Über 20 ehrenamtliche Personen haben eine Zukunftswerkstatt gebildet und ein Konzept für die kommenden Jahre entwickelt. Wir wollen unser Hofstetten erhalten.“ Fries zitierte: „Wenn es wahr ist, dass Gott die Liebe ist, dann gibt es keinen anderen Weg, um ihn, den unsichtbaren Gott sichtbar zu machen, als durch lebendige Taten der Liebe.“

Dekan Heidenreich betonte, dass es um einen hautnahen Umbruch in der Kirche geht. Es gehe etwas verloren, es werde nur ein Kapitel geschlossen, nicht das ganze Buch. Pfarrer Schöls erinnerte an die vielen Priestertreffen in Hofstetten, als er noch Pfarrer in Nittenau gewesen war. Domkapitular Professorf Kreiml sagte, die Entwurzelung sei ein Einschnitt, aus dem wieder Neues wachsen könne, Pater Klaus Schäfer bleibe in Regensburg weiter aktiv.

Claudia Rosenhammer sprach im Namen des Apostolatskreises und der Zukunftswerkstatt. Sie hoffe, dass Hofstetten als spiritueller Zentralpunkt erhalten bleibe. Die Gebetsgemeinschaft sei zusammengewachsen.

Provinzial Hau erwähnte, dass die Pallottiner noch 150 Patres in Deutschland zählen, aber nur 40 seien unter 60 Jahre alt. Am Ausgang der Hauskapelle konnten die Besucher ein Fläschchen mit Weihwasser mitnehmen. Pater Reck bedankt sich bei den 16 Hausangestellten des Hauses Hofstetten, die am Sonntag für 190 Besucher das Mittagessen gekocht und serviert sowie für genügend Kaffee und Kuchen gesorgt hatten: „Dies war eine einmalige Leistung.“

Provinzial Pater Markus Hau hielt eine eindrucksvolle Abschiedspredigt.