50 Jahre Redemptorist: Pater Peter Renju, Rektor des Chamer Klosters, feiert goldene Profess

Für ihn sei schon früh klar gewesen, dass er den Priesterberuf ergreifen will, da ihm der Glaube sehr wichtig gewesen sei, erzählt Pater Renju. Eine Gemeinschaft in einem Orden sei ihm vorgeschwebt. Am Sonntag, 7. September, sind es auf den Tag genau 50 Jahre, dass der Geistliche sein zeitliches Gelübde bei den Redemptoristen in Forchheim abgelegt hat. In der Chronik der Stadtpfarrkirche Eppingen kann man den Satz lesen:„Früh übt sich, wer ein Pater werden will.“
Heute, 50 Jahre danach, sitzt Renju auf einem Gartenstuhl vor dem Geistlichen Zentrum in Cham und lässt sein bisheriges Leben etwas Revue passieren. Am 4. Juli 1953 wurde er in Eppingen (Baden-Württemberg) geboren. Er besuchte das Gymnasium des Redemptoristenordens in Bickesheim bei Karlsruhe. Mit acht Jahren durfte Peter zum Priesterjubiläum des dortigen Stadtpfarrers in Priestersoutane und dem Birett auf die Bühne treten und in Versform die „Leiden und Freuden eines Pfarrers“ vortragen.
Schritt bis heute nicht bereut
Ein paar Jahre später habe er jedoch gemerkt, dass das Leben allein in einem Pfarrhaus nichts für ihn sei. Aber eine Gemeinschaft in einem Kloster habe er sich vorstellen können. „Ja, das war ein einschneidender Schritt damals“, blickt Renju zurück. Doch bereut habe er diesen bis heute nicht. Er war Kaplan im Pfarrverband Gars, hatte Seelsorge und Leitung der Landpastoral am Schönenberg über, war Administrator der Pfarrei Schönenberg sowie schließlich dort zwölf Jahre Pfarrer und ist seit 2008 Rektor in Cham.
Viele Leitungsämter hat er bis zum heutigen Tag innegehabt. Als ganz junger Redemptorist habe er sehr bald drei Mitbrüder entdeckt, die zu einem großen Vorbild für ihn geworden seien. „Da habe ich mir gedacht, wenn ich mal so werde wie die, dann ist es gut. Wenn ich mal so eine reife Persönlichkeit werde und so ausgewogen wie sie, dann kannst du dich von und zu nennen“, erzählt er und lacht dabei.
Schließlich ist noch eine Klostermauer zu renovieren, und daher wird mich wohl unser Provinzial nicht von hier wegholen.
Peter Renju, Rektor, Leiter des Geistlichen Zentrums
Ob er so geworden sei, das müssten andere beurteilen, fügt er hinzu. Es sei ihm immer wichtig gewesen, sein Ordensleben als Dienst für die Menschen zu verstehen. Der heilige Alfons und der heilige Klemens seien ihm dabei immer eine große Stütze gewesen.
Dass ein Ordensleben nichts mit Macht ausüben zu tun hat,, darauf legt der Geistliche sehr großen Wert. Alle Leitungsämter, die ein Redemptorist in seinem gesamten Ordensleben einmal ausübt, seien auf Zeit, so könnten sich Strukturen nicht verfestigen und zur Erneuerung der Kirche beitragen. Cham sei eine zweite Heimat für ihn geworden, und da wolle er auch die nächsten Jahre tätig sein, versichert Renju. Schließlich habe sich um ihn und um die Klosterkirche ein Freundeskreis gebildet. Das Geistliche Zentrum werde mit Sicherheit in nächster Zeit im Besitz der Redemptoristen bleiben, auch wenn manches einfach reduziert werden musste, aber es habe auf jeden Fall Zukunft. „Wir haben schließlich hier eine kleine Ordensgemeinschaft, die diese Aufgaben auch bewältigen muss. Damit die Angebote hier wieder etwas ausgebaut werden könnten, da habe er schon einiges an Ideen.
Die Klosterkirche habe auch etwas ganz Besonderes für viele Menschen. Es sei ein Ort, wo die Menschen hinkommen und einfach immer jemand für sie da sei. Renju ist in den 50 Jahren nicht nur für viele ein guter Weggefährte, Zuhörer, Freund und geistlicher Berater und Seelsorger geworden, sondern auch ein guter und erfolgreicher Bauherr. „Schließlich ist noch eine Klostermauer zu renovieren, und daher wird mich wohl unser Provinzial nicht von hier wegholen“, sagt der Rektor und lächelt dabei. Schließlich hat er für sein großes Engagement schon den Chamer Kampl verliehen bekommen.
Kirche sein und gestalten
Was er sich für die Zukunft wünscht, möchten wir noch von ihm wissen: An erster Stelle stehet da natürlich die Gesundheit, „damit ich noch viele Aufgaben erfüllen kann“. Für das Kloster und dessen Besucher sowie die Besucher des Geistlichen Zentrums wolle er „Kirche sein und Kirche gestalten können“ sowie versuchen, einen anderen Stil von Kirche zu leben.
Tja, Pater Peter Renju nimmt seine Aufgaben sehr ernst, und sein Herz ist bei den Gläubigen und beim Herrgott, und das nicht erst seit 50 Jahren. Sein goldenes Professjubiläum wird er mit einem Festgottesdienst am Sonntag 7. September, um 10 Uhr in der Klosterkirche Maria Hilf feiern. Musikalisch wird dieser von der Chorgemeinschaft gestaltet, Festprediger wird Pater Wolfgang Jungmayr sein.
Anschließend lädt Pater Renju zu einem kleinen Stehempfang im Hof des Geistlichen Zentrums ein, bei Regen im Haus des Exerzitienhauses. Wir vom Bayerwald-Echo wünschen Pater Renju weiterhin Gesundheit und dass ihn der Glaube weiterhin trägt.