Eventmanufaktur Furth im Wald plant eine Eisbahn für die Parkarena

Verbrauchermessen sind aus der Zeit gefallen – ein Grund, warum Messevereinsvorsitzender Wolfgang Schächtl am Dienstagabend verkündete, dass es in der Drachenstadt keine mehr geben wird (wir berichteten). Doch von einem überraschenden Aus keine Spur. Der Verein wird umgebaut und in eine moderne Zukunft geführt. Zunächst gilt es aber noch, ein Problem zu lösen, wie Schächtl die anwesenden Mitglieder informierte. Vor einigen Jahren hat der Verein die Gemeinnützigkeit verloren. Wann und wie genau, sei nicht mehr nachvollziehbar.
Der Status gemeinnützig muss zurückerlangt werden
Daraus ergeben sich zwei existenzielle Probleme: Es muss jedes Jahr eine Steuererklärung abgegeben werden und man könne keine Spendenquittungen ausstellen. Im Moment könne er die Steuererklärung machen, weil es keine Aktivitäten im Verein gebe. Werde man wieder rühriger, müsse das in jedem Fall ein Steuerberater übernehmen müssen.
Um den alten Status wieder zu erreichen und um letztlich auch mit der neu geschaffenen Further Eventmanufaktur durchstarten zu können, ist eine Satzungsneufassung notwendig, der jedes der 58 Mitglieder zustimmen muss. Dazu bekam jedes Mitglied die alte und neue Fassung zugesendet und musste der Neufassung zustimmen. Der Rücklauf war mager. „Das ist bitter und schade“, sagt Schächtl, der in dem Verhalten eine Geringschätzung der Vorstandschaft sieht. Man will nun die Jahresbeiträge für 2025 und 2026 einziehen. Wer diese zurückgehen lasse, habe sich dann auch für einen Austritt entschieden.
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Warum der Verein in dieser Form nicht mehr weiterbestehen kann und wird, erklärte der Vorsitzende so: Die Messe sei über Jahrzehnte eine feste Größe gewesen, belegte in Furth auf der Bedeutungsskala Platz zwei hinter dem Drachenstich. Man sei eine der großen Schauen in Ostbayern gewesen. „Es gab sogar Zeiten, da konnten wir Eintritt verlangen.“ Man habe sich damit ein Denkmal geschaffen. „Das Risiko, dass man das Denkmal ruiniert, ist zu groß gewesen, das haben die Vorgänger nicht verdient.“
Ausschlaggebend war letztlich auch, dass in der Drachenstadt mit dem Abriss der Festhalle keine geeigneten Räumlichkeiten mehr zur Verfügung stehen. Weder das ATT, die Turnhalle oder die Parkarena eignen sich demnach für ein solches Vorhaben. Dritter Grund: Verbrauchermessen verlieren an Bedeutung. Verkäufer und Einkäufer hätten ihr Konsumverhalten geändert. Deswegen bleibt es für Schächtl dabei: „2019 war die letzte Further Messe und das wird auch so bleiben.“ Soweit der ernüchternde Teil der Sitzung. Doch Schächtl sieht sich nicht als Totengräber des Vereins, sondern möchte ihm eine neue Identität geben.
Dazu wurde in Gesprächen innerhalb der Vorstandschaft ein neuer Name gefunden. Der lautet: Further Eventmanufaktur. Aus dem alten Verein wird der neue, die Vorstandschaft bleibt gleich. Mit dem Guthaben, das man auf dem Konto hat, sollen sinnvolle neue Investitionen getätigt werden. Man möchte neue Events kreieren, die handwerklich, qualitativ hochwertig und individuell sein sollen. „Wir wollen keinem Verein etwas wegnehmen“, bekräftigt Schächtl. Vielmehr sollen mit dem vorhandenen Equipment und dem Know-how, das im Verein steckt, unter anderem bestehende Veranstaltungen optimiert werden. Das alles in enger Zusammenarbeit mit der Stadt, der Touristinfo und dem Kulturbüro.
Schächtl stellte eine konkrete Forderung: Ideen, die eingebracht werden, könne die Vorstandschaft prüfen, alleine schaffen kann man die Umsetzung nicht. Auch, weil viele Ideen nicht klein sind. Man braucht also mehr aktive Mitglieder. „Ich selbst kann mich nicht zehn Stunden am Tag zur Verfügung stellen“, sagte er mit Hinweis auf seine beruflichen Verpflichtungen. Wenn es nicht gelingt, mehr Mitglieder zu motivieren, „dann war es das“. Zum Abschluss präsentierte der Vorsitzende vier Ideen, die mehr oder weniger ausgereift sind. Konkret ist die Anschaffung einer mobilen Verkaufshütte. Sie ist 4,50 auf 2,40 Meter groß und kann von einem Auto gezogen werden. Sie ist mit einer Spülmaschine und 500 Weingläsern ausgestattet. Klar kann damit der „Place to be“, der Weinstand der Landesgartenschau, wiederbelebt werden. Der Wagen kann aber auch von anderen Vereinen ausgeliehen werden.
Geplant sind Oktoberfest und Gartentage
Für die zweite Idee gibt es bereits einen Termin. Als Ersatz für das Bürgerfest des Stadtmarketings soll es vom 2. bis zum 4. Oktober in der Parkarena und auf der Festwiese das 1. Further Oktoberfest stattfinden. Dritte Idee, die man vielleicht 2027 verwirklichen will sind die Further Gartentage. „Wir möchten damit etwas kreieren, das an die Landesgartenschau erinnert. “
Spektakulär ist der vierte Punkt: Vom 21. Dezember bis zum 28. Februar ist vorsorglich die Parkarena reserviert. Zehn Wochen lang soll dort eine Eisbahn mit Echteisfläche gemietet werden. Mit den Maßen 15 mal 25 Meter ist sie 375 Quadratmeter groß. Verkaufsbuden, Disco-Abende, Einbeziehen der Rosenmontagsgaudi – vieles ist vorstellbar. Derzeit befindet man sich im Brainstorming. Vertieft werden sollen die Themen bei einer weiteren Sitzung. „Wenn ihr Bock habt, mitzumachen, dann schreibt mir“, sagte Schächtl und schloss mit den Worten: „Wenn aus den Ideen nichts wird, bin ich auch nicht böse, dann machen wir eben nur den Weinstand.“