Hohe Nachfrage: Neue Tiny-Häuser im JST-Zentrum in Bad Kötzting schon fast ausgebucht

Von David Salimi · 14. April 2026 um 15:17

Die neuen Tiny-Häuser im Jugend-, Sport- und Tagungszentrum (JST-Zentrum) in Bad Kötzting (Landkreis Cham) stehen kurz vor der Fertigstellung. Bereits jetzt ist die Nachfrage so hoch, dass viele Termine vergeben sind. JST-Betreiber Herbert Sobotta sieht darin ein deutliches Signal für den Erfolg des erweiterten Konzepts – und treibt die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Kaserne weiter voran.

Der Betrieb läuft bereits auf Hochtouren. Während sich auf dem Biwak-Platz eine Realschulklasse aus München an der Seilrutsche versucht und in der Turnhalle Biathlon geübt wird, klingelt bei Herbert Sobotta mehrfach das Telefon. Reservierungsanfragen für die Pfingstlstub’n. Ein Zeichen dafür, dass das Konzept des Jugend-, Sport- und Tagungszentrums (JST-Zentrum) auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Bad Kötzting greift.

Im September 2024 hatte die JST-Zentrum GmbH um Sobotta und seinen Geschäftspartner Michael Pritzl zwei Immobilien auf dem ehemaligen Kasernengelände erworben. Seither gehören rund 19.000 Quadratmeter Fläche des Begegnungszentrums Alte Kaserne zum Betrieb.

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Wohl auffälligster Teil der Erweiterung seitdem sind derzeit die neuen Tiny-Häuser. Zwar sind im Inneren der fünf Mini-Wohneinheiten noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen, doch Sobotta zeigt sich zuversichtlich: Bereits in der ersten Maiwoche sollen die ersten Gäste hier übernachten. Die rund 70 Kubikmeter großen Häuser bieten jeweils Platz für bis zu sechs Personen und sind neben fünf Betten ausgestattet mit Waschbecken, WC, Dusche und Küchenzeile.

Wohnen mit Blick bis zum Silberberg bei Bodenmais

Die Unterkünfte stehen auf einem Podest rechts neben dem Unterkunftsgebäude – mit einer Aussicht in Richtung Zellertal und zum Kaitersberg. Und noch weiter: „Von hier aus hat man einen Blick bis zum Silberberg nach Bodenmais“, sagt Sobotta. Auf jedem der Häuser wird eine Photovoltaikanlage installiert, die noch in diesen Tagen in Betrieb gehen soll. Darüber hinaus verfügt das gesamte Gelände über eine eigene Stromversorgung. Die Nachfrage ist bereits jetzt hoch: Die Tiny-Häuser sind nahezu ausgebucht. Für Sobotta ein klares Signal, dass das Angebot den Nerv der Zeit trifft.

Noch sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Trotzdem gibt sich JST-Betreiber Herbert Sobotta zuversichtlich, dass schon Anfang Mai die ersten Gäste in den neuen Tiny-Häusern übernachten können. In der Bildmitte sind die Anschlüsse für die künftige Küchenzeile zu sehen. - Foto: David Salimi

Auch das Umfeld der Tiny-Häuser wird weiterentwickelt. Auf dem Podest davor sollen künftig Sitzgelegenheiten in Form einer kleinen Tribüne entstehen, ergänzt durch eine Leinwand für Veranstaltungen. Im angrenzenden Gehölz ist ein Lehrpfad zu Flora und Fauna vorgesehen.

Schachbrett mit Figuren so groß wie Menschen

Weiter plant Sobotta ein Schachbrett mit Figuren so groß wie Menschen auf dem Biwak-Platz. Im vorderen Bereich des Geländes soll entlang der Stichstraße zudem ein Rasenspielplatz entstehen, der auch von den Kindern der benachbarten Kindertagesstätte Arche Noah genutzt werden kann.

Parallel dazu laufen die Arbeiten im Unterkunftsgebäude. In der ersten und dritten Etage werden die Zimmer mit eigenen Bädern ausgestattet, während im zweiten Stock weiterhin Gemeinschaftssanitäranlagen bestehenbleiben. Dieses Modell kommt gut an, betont Sobotta. „Uns erreichen tatsächlich viele Anfragen von Gästen, die gar keine Dusche mit WC auf dem Zimmer wollen.“ Gerade für Schulklassen und Vereine sei der einfachere Standard oft ausreichend – und preislich attraktiver.

Die Entwicklung soll damit nicht enden. Geplant ist, das Flachdach des Gebäudes aufzustocken und zusätzliche Zimmer, Ferienwohnungen sowie Betriebswohnungen zu schaffen.

Ein entsprechender Antrag läuft. Zentraler Ort auf dem Gelände bleibt die Pfingstlstub’n. Die Gaststätte wird längst nicht mehr nur von den Gästen des Zentrums genutzt, sondern zunehmend auch von Einheimischen. Vereine aus der Region halten dort Feiern und Stammtische ab. „Die Auslastung hat sich im Vergleich zu früher verdreifacht“, sagt Sobotta.

Derzeit wird die Gaststätte renoviert. Neu hinzugekommen ist eine kleine Eistheke im Eingangsbereich, die gut angenommen wird. Herausforderungen gibt es vor allem bei der Personalsuche. Aktuell sind zwölf Mitarbeiter beschäftigt, weitere sollen folgen.

Besonderes Erlebnis für Kinder und Jugendliche aus der Großstadt

Inhaltlich bleibt das Zentrum seiner Linie treu. Schulklassen und Jugendgruppen bilden weiterhin den Schwerpunkt. Für viele Kinder und Jugendliche, insbesondere aus Großstädten, sei der Aufenthalt auf dem Land ein besonderes Erlebnis, so Sobotta. Gleichzeitig spielt der internationale Jugendaustausch nach wie vor eine wichtige Rolle.

Action auf dem Biwak-Platz garantiert die Seilrutsche, die derzeit von den Realschülern aus München in Beschlag genommen wird. - Foto: David Salimi
Sportlicher Wettkampf: In der Turnhalle probieren sich Schülerinnen beim Biathlon aus. - Foto: David Salimi
Zu Gast in Bad Kötzting: Eine Schulklasse der städtischen Carl-von-Linde-Realschule aus München wird derzeit von Herbert Sobotta (links) im JST-Zentrum betreut. - Foto: David Salimi

Sobotta organisiert bereits seit 1986 internationale Jugendaustausch-Programme, seit 2007 auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Bad Kötzting. „Damit sollen Brücken gebaut werden“, betont er. An die 59 Schülerbetten finden sich auf dem Gelände. Diese seien für gewöhnlich auch immer restlos belegt.

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Und auch für die nahe Zukunft sind internationale Zusammenkünfte auf dem Gelände geplant. In diesem Sommer empfängt Sobotta im JST-Zentrum unter anderem Jugendliche zweier Schulen aus Polen und einer Schule aus Tschechien, die hier für eine Woche ihr Trainingslager aufschlagen. „Für mich ist wichtig, dass sich die Jugend hier treffen und kennenlernen kann – jenseits von Grenzen“, sagt Sobotta.

„Für mich ist wichtig, dass sich die Jugend hier treffen und kennenlernen kann – jenseits von Grenzen.JST-Betreiber Herbert Sobotta

Seit dem Kauf der Immobilien im vergangenen Jahr hat sich auf dem rund 19 000 Quadratmeter großen Areal viel getan. „Man ist schon gefordert“, erzählt Sobotta, während sein Blick über den Biwak-Platz schweift. Gleichzeitig sei es erfüllend zu sehen, wie sich das Gelände Schritt für Schritt weiterentwickelt. „Es hängt viel Herzblut daran“, sagt er.

Unterstützung erhält er nach eigenen Angaben auch von der Regierung der Oberpfalz, etwa bei Förderfragen und Planung. Trotz aller bisherigen Erfolge richtet sich sein Blick bereits nach vorn: „Wir hoffen, dass wir bis Ende nächsten Jahres mit allen geplanten Arbeiten soweit fertig sind.“