Landkreis Schwandorf lässt Baumaschinen anrollen – An diesen Straßen sind Maßnahmen geplant

Von Vanessa Ebert · 15. April 2026 um 05:00

Besser und sicherer sollen die Straßen im Landkreis Schwandorf werden. Mit den entsprechenden Beschlüssen hat der Ausschuss für Schulen, Planung und Bau nun die Weichen für wichtige Maßnahmen gestellt. So erfährt die „schlimmste Kreisstraße im Landkreis“ eine Verbesserung und auch eine Lösung für die Unfallkreuzung in Schwandorfs Süden zeichnete sich ab.

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Dringend notwendig sei laut Paul Witt auch der Ausbau der Kreisstraße SAD5. Für den Leiter der Tiefbauverwaltung im Landkreis Schwandorf ist diese gar „die schlimmste Kreisstraße im Landkreis“. Aufgrund der lehmhaltigen Bodenverhältnisse und einer unzureichenden Entwässerung komme es auf dem rund acht Kilometer langen Abschnitt zwischen der Einmündung der SAD2 bei Wiefelsdorf bis hin zur SAD3 regelmäßig zu Setzungen, erklärte Witt am Montag in einer Sitzung des Ausschusses für Schulen, Planung und Bau. Besonders betroffen von Schadstellen sei dabei der Teilabschnitt von der Einmündung der SAD2 bis Wiefelsdorf.

Dort soll die Straße nun auf einer Länge von 530 Metern ausgebaut werden und in diesem Zuge auch ein Geh- und Radweg mit einer Länge von 250 Metern eine Lücke schließen. Am Montag ermächtigte der Ausschuss die Verwaltung, die erforderlichen Grundstücksflächen zu erwerben.

Unfallkreuzung Klardorf: Ampellösung ist wahrscheinlich

Hohe Unfallzahlen will der Landkreis an einem wichtigen Knotenpunkt senken: An der Kreuzung der Kreisstraße SAD2, der Klardorfer Straße und der Autobahnanschlussstelle Schwandorf-Süd kracht es regelmäßig – und das schon seit langer Zeit. Paul Witt zeigte die Bilanz des Unfallschwerpunktes auf: „In 14 Jahren waren insgesamt 36 Unfälle mit Sach- und Personenschäden zu verzeichnen.“ Darunter waren auch Unfälle mit tödlichem Ausgang beziehungsweise schwer Verletzten.

Um die Situation zu ändern, sind laut Witt drei - ganz unterschiedliche - Varianten denkbar. Diese stellte er in der vergangenen Woche auch vor dem Bauausschuss der Stadt Schwandorf vor. Denn die Kosten teilen sich drei Beteiligte auf: die Große Kreisstadt (fast 15 Prozent), der Landkreis (rund 29 Prozent) sowie die Autobahn GmbH (rund 56 Prozent). Ein eindeutiges Meinungsbild hatte sich bei den Stadträten jedoch nicht ergeben, fünf stimmten für die Variante mit einer Ampel und fünf für einen Kreisverkehr. Ein klareres Bild bot sich bei der Ausschussitzung im Kreistag. Mit großer Mehrheit (bis auf drei Gegenstimmen) entschieden sich die Kreisräte für die Beseitigung des Unfallschwerpunktes mit einer Ampel.

„Nun müssen sich die drei Beteiligten einig werden“, sagte Landrat Thomas Ebeling. Zuvor hatte sich bereits auch die Autobahn GmbH für die Lösung mit einer Lichtsignalanlage ausgesprochen, daher dürfte die Ampel-Variante mit hoher Wahrscheinlichkeit letztendlich auch umgesetzt werden.

Eine Lichtsignalanlage bietet die besten Voraussetzungen für eine leistungsfähige und verkehrssichere Abwicklung.Paul Witt, Leiter des Tiefbauamtes im Kreis Schwandorf, zu den möglichen Varianten für die Unfallkreuzung bei Klardorf

Laut Witt habe diese Variante viele Vorteile. „Aufgrund der Verkehrsströme und des aktuellen Ausbaustands der Kreuzung bietet die Lichtsignalanlage die besten Voraussetzungen für eine leistungsfähige und verkehrssichere Abwicklung“, machte er deutlich. Durch den geringen baulichen Aufwand sei mit einer Bauzeit von etwa zwei Monaten auszugehen. Dazu ist die Variante deutlich wirtschaftlicher. Rund 400.000 Euro Baukosten schlagen laut Landratsamt zu Buche. Davon müsste der Landkreis nach Abzug der Förderungen noch 60.000 Euro tragen. Ein weiterer Vorteil bestehe in der flexiblen Regelung im Störfall, wie etwa durch einen Unfall auf der A93.

Ein Kreisverkehr würde dagegen erhebliche bauliche Maßnahmen mit sich bringen und rund eine Million Euro kosten. Die dritte Variante, eine „Versatzlösung“, würde einen vollumfänglichen Straßenneubau mit entsprechendem Flächenbedarf erfordern, auch Rodungen wären notwendig. Zu Buche schlagen würden Kosten in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro.

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Ab August wird zwischen Irrenlohe und Schwandorf gesperrt

Auf dem Straßenbauprogramm des Landkreises steht darüber hinaus die Sanierung der Kreisstraße SAD3 zwischen Irrenlohe und Schwarzenfeld. Auch die Kreuzung beim Kapellenweg soll dabei sicherer werden. Wie aus dem Bericht des Landratsamtes hervorgeht, ist der Baubeginn voraussichtlich ab August 2026 unter Vollsperrung vorgesehen.

Auch bei Neukirchen wird ab Sommer gebaut

Auch auf der Kreisstraße SAD3 bei Neukirchen gibt es regelmäßig Setzungen. Abhilfe schaffen sollen eine Dammsanierung und eine Oberbauverstärkung. Voraussichtlich ab August 2026 rechnet das Tiefbauamt mit dem Baubeginn. Die Arbeiten sind in zwei Abschnitten unter Vollsperrung geplant. Die SAD3 bei Neukirchen dient zudem als Umleitungsstrecke für die Arbeiten an der SAD10. Daher werde mit den Bauarbeiten erst nach Abschluss der dortigen Oberbauverstärkung begonnen.

Vollsperrung auch bei Pottenstetten

In zwei Bauabschnitten soll die Kreisstraße SAD10 von Pottenstetten bis zur SAD2 und von der SAD2 bis Witzlarn ausgebaut werden. Die Arbeiten werden laut Landratsamt voraussichtlich im Zeitraum vom 26. Mai bis 10. Juli 2026 unter Vollsperrung ausgeführt.