Im Video: Luxus-Rinder sind da – Wagyu-Zucht in Gfäll beginnt

Von Marius Göhl · 15. April 2026 um 05:00

Selbst bei neuen Gesichtern, die den Hof von Annalena Fischer und Patrick Sturm in Gfäll betreten, machen sie keinen Mucks. Kein Muhen, keine Aufregung. Es steht einfach da – das tierische Vermögen. Fressen, Trinken, Schauen. Susi, Emma, Frida und Elli haben sich im Landkreis Cham bestens eingelebt. Seit 21. März schnuppern die Luxus-Rinder Bayerwald-Luft und lassen Annalena Fischers und Patrick Sturms Traum einer Wagyu-Zucht höher schlagen.

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Mitte März ist es für das junge Paar aus Falkenstein ernst geworden. Nach den Umbauarbeiten auf dem Hof und dem Aufstellen der Halle holten die Wagyu-Züchter ihre Tiere mit einem eigenen Viehtransporter aus Stödtlen an der baden-württembergischen Grenze zu Bayern in die Oberpfalz. Problemlos, wie das Paar erklärt.

Nicht nur die Fahrt lief nach Plan. Auch die Ankunft gestaltete sich ganz nach den Vorstellungen der Jungzüchter. „In der ersten Nacht haben wir extra hier geschlafen. Irgendwann bin ich wach geworden und habe mich gewundert, dass es so ruhig ist. Dann dachten wir uns: Das ist doch nicht normal“, erinnert sich Sturm. Doch die Tiere lebten sich einfach schnell ein – ganz ruhig im selbstgebauten Stall.

Aufbau der Halle und des Stalls in Eigenregie

„Wir haben insgesamt fünf Tage Bauzeit für Schotterarbeiten und das Aufstellen der Halle gebraucht – alles in Eigenregie“, sagt der 31-Jährige zu den Arbeiten für die Unterbringung. Bis in die Nacht vor dem Abholungstag hätten sie gearbeitet. Arbeit, die sich irgendwann lohnen soll. Denn Sturm und Fischer denken groß.

Die Halle hat den Jungzüchtern rund 20.000 Euro gekostet. - Foto: Marius Göhl

Dazu zählt unter anderem der Nachwuchs der Rinder. Susi, Frida und Elli sind trächtig. Letztere erwartet ihren Nachwuchs bereits Mitte April. „Das läuft ganz natürlich ab. Zu 99 Prozent machen die das selbstständig. Selbstverständlich sind wir aber da, falls doch etwas wäre“, sagt Sturm. Auch einen Tierarzt hätte das Paar im Notfall parat.

Entspannt liegen oder stehen die Tiere im selbstgebauten Stall in Gfäll. - Foto: Marius Göhl

Vor und nach der Geburt bleibt Elli mit ihrem Kalb rund zwei Wochen von den anderen Rindern separiert, um sich in Ruhe auf die Geburt vorzubereiten und im Anschluss mit ihrem Nachwuchs Zeit zu haben. Danach kommen sie zurück zu den anderen in den provisorischen Stall. Aber nicht lange. Denn im Mai sollen die Wagyus laut Sturm die Weiden abgrasen. „Das ist wetterabhängig. Irgendwann zwischen dem 5. und 15. Mai kommen sie raus.“

Sauna-Tag geplant, am Ende Wagyus gestriegelt

Doch schon jetzt erfreuen sich die vier Luxustiere großer Beliebtheit. Freunde und Familie seien bereits da gewesen. Manche würden extra an der Hauptstraße durch den Ort fahren, um aus der Ferne einen Blick auf die Wagyus zu werfen. Auch Fischers Mutter Marianne und ihr Stiefvater Klaus Schießl sind begeistert. „Am Sonntag nach der Ankunft der Tiere wollten sie eigentlich in die Sauna fahren. Dann sind sie doch da geblieben und haben die Tiere angeschaut und gestriegelt“, schmunzelt Sturm.

Am Sonntag nach der Ankunft der Tiere wollten sie eigentlich in die Sauna fahren. Dann sind sie doch da geblieben und haben die Tiere angeschaut und gestriegelt.Patrick Sturm über Fischers Mutter Marianne und ihren Stiefvater Klaus Schießl

Ihre Rinder besuchen die beiden Falkensteiner jeden Tag. Einmal morgens, einmal abends. Zum Füttern, und hauptsächlich zum Striegeln. „Abends sind wir etwas länger da. Wir wollen einfach möglichst viel Vertrauen zu den Tieren aufbauen.“ Die Striegeleinheiten genießt vor allem Mutter Susi. Mit ihrem Kalb Emma hat sie im Stall das Sagen, erklärt der 31-Jährige.

Für den Stall hat das junge Paar den Zaun, einen Wassertank, einen Futtertisch und einen Mineralleckstein für die Tiere aufgebaut. Gefüttert werden die Luxus-Rinder mit hofeigenem Heu, Grassilage und Kraftfutter, dem „Leckerli“ der Gfäller Wagyus.

Rund 6000 Euro pro Rind

Rund 6000 Euro investierten Sturm und Fischer pro Rind. Der Preis sei gut gewesen. Die Qualität des Fleisches erkläre die stolze Summe. Susi habe am meisten Tahima, also die beste Fleischmarmorierung. Alle Tiere stammen von Embryonen-Transfers aus Australien ab. Der Züchter aus Baden-Württemberg gehörte zu den ersten seiner Art.

Im Landkreis Cham fühlen sich die Tore schon wohl. - Foto: Marius Göhl

Einen Zehn-Jahres-Plan haben sich die Jungzüchter auferlegt. Die Anschaffung der Tiere: eine Investition in die Zukunft, aber auch eine Bindung. Mit Susi, Emma, Frida und Elli kommen Sturm und Fischer bereits bestens zurecht. Im April kommt ein weiteres Kalb. Für Fischer und Sturm ist es mehr als nur Nachwuchs – es ist ein weiterer Schritt in ihrem Traum, der gerade erst leise Gestalt annimmt.