Paar aus Falkenstein belebt Hof der Großeltern wieder – und versucht sich an Wagyu

Von Marius Göhl · 15. März 2026 um 11:00

Wagyu – Was sich für viele wie eine Mischung aus Pokemon und asiatischer Kampfkunst anhört, ist in Wahrheit ein lebendes Vermögen. Rinder aus der Luxus-Kategorie, das Stück Fleisch oft mehrere hundert Euro wert. In diesen Markt wollen jetzt zwei junge Falkensteiner einsteigen – und Luxusrinder in die Region im Landkreis Cham bringen.

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Annalena Fischer und Patrick Sturm sind beide mit einer Landwirtschaft groß geworden. Fischers Großeltern hatten einen Bauernhof. Genau den, den sie und ihr Freund jetzt umbauen. Kennengelernt haben sich die beiden erst vor einem Jahr. Doch früh haben sie ihr gemeinsames Ziel ins Auge gefasst, wenn auch aus unterschiedlichen Anlässen. Sturm sagt, er wollte schon immer gerne eigene Tiere haben. Und wenn er etwas mache, dann richtig, sagt er selbst. Fischer glaubt ebenfalls an die Idee. „Ich will einfach den Hof wieder aufleben lassen“, sagt die 25-Jährige.

Seit dem Tod ihres Vaters betreibt die Familie in Gfäll keine Landwirtschaft mehr. Früher besaßen die Fischers unter anderem Schweine, Kühe und Pferde. Die Scheune ist nicht mehr auf dem neuesten Stand. Das Grundstück gerade eine große Baustelle. Eine neue Halle wurde bereits geliefert und aufgestellt, erzählt Sturm. Dort soll irgendwann das Futter für die Tiere gelagert werden. Der Zeitplan ist eng. Am kommenden Samstag sollen die vier Luxusrinder Gfäller Luft atmen.

Drei trächtige Wagyu-Kühe und ein Kalb sollen kommen

Insgesamt wollen Fischer und Sturm zunächst drei trächtige Kühe und ein Kalb auf den Hof holen. „Im April erwarten wir dann schon Nachwuchs“, sagt Sturm. So soll der Bestand fortlaufend vergrößert werden. Das junge Paar denkt langfristig. In zehn Jahren wollen sie bis zu 50 Tiere halten, um jährlich schlachten zu können. Die Tiere, die jetzt nach Gfäll geliefert werden, kommen allerdings nicht aus Japan. „Sie stammen ursprünglich aus Japan. Es handelt sich um Embryonen-Transfers aus Australien.“, sagt Sturm.

Japan hatte zum Schutz des Alleinstellungsmerkmals den Export von japanischen Wagyu-Rindern 1997 verboten. Seither sind die USA und Australien die führenden Länder bei der Wagyu-Zucht auf der Basis japanischer Gene. „Wir haben auch einen nachweislichen Stammbaum der Tiere bis zu ihren japanischen Wurzeln“, erklärt Sturm.

Die Fettverteilung im Fleisch ist ausschlaggebend für die Qualitätsstufe und den Preis. - Foto: dpa/Christin Klose

Der Falkensteiner sagt selbst, er sei immer auf der Suche nach etwas Besonderem gewesen. Das will er sich nun mit seiner Freundin erfüllen. Ihre Tiere wollen sie irgendwann auf dem eigenen Hof schlachten. „Wir wollen irgendwann Tiere hier schlachten und das Fleisch verkaufen“, sagt der 31-Jährige. Selbst können sie das nicht machen. „Die Richtlinien sind sehr hoch. Das soll einmal die Metzgerei aus dem Nachbardorf machen“, ergänzt er.

Für den Verkauf denken die beiden EU-weit. Zwar gebe es auch in der Region einen Markt, allerdings nicht in der Größe, in der die beiden zukünftigen Wagyu-Züchter verkaufen wollen. Je nach Fleischqualität und -stück kann das fettdurchzogene Edelrind schon mal mehrere Hundert Euro kosten.

Tiere sind enorm teuer

Doch zunächst müssen sie investieren. Den genauen Preis ihrer Rinder wollen die beiden nicht verraten, doch „von 6000 bis 30.000 Euro pro Tier“ sei alles drin. Aus ihrer Sicht lohnt sich der stolze Preis. Das junge Paar hat das Fleisch bereits selbst gegessen. „Sowas habe ich vorher noch nicht gegessen“, sagt Fischer, die den Geschmack als nussig beschreibt.

Bis alles steht, opfern die beiden ihre Freizeit. Beide arbeiten Vollzeit. Die Landwirtschaft soll nur ihr Nebenerwerb werden. Sturm arbeitet als Bauingenieurstatiker in der eigenen Firma in Falkenstein. Fischer arbeitet bei einem Kieferorthopäden in Regensburg. Um den ganzen Umbau zu ermöglichen, sei die Hilfe von Fischers Mutter Marianne und Stiefvater Klaus Schießl unverzichtbar. „Sie machen sehr viel. Ohne sie wäre das nicht möglich“, sagt Fischer.

Wenn die Tiere am Wochenende da sind, ist erst ein Teil geschafft. Auch die große Scheune wollen die beiden umbauen – alles für ihren großen Traum.