Der eigene Garten als Supermarkt: Touristik-Chefin liebt Oberpfälzer Apfelmaultaschen

Von Cornelia Lorenz · 14. April 2026 um 05:00

Wenn Ingrid Schindler kochen oder backen möchte, hat sie einen Großteil der Zutaten immer zuhause parat: Ihr großer Garten und ihre Speisekammer in Nittenau (Landkreis Schwandorf) sind wie ein gut bestückter Supermarkt. Auch für eines ihrer Lieblingsgerichte, die Oberpfälzer Apfelmaultaschen, nutzt sie die eigene Ernte.

Seit Oktober 2021 ist Schindler Leiterin der Tourist-Information in Nittenau. Privat lebt sie seit 2011 in Forsting auf einem alten Bauernhof. Hier gibt es viel Platz, um Gemüse zu ziehen, und jede Menge Obstbäume. Natürlich kann man hier auch eine Menge Äpfel ernten – zum Beispiel die alte Sorte Rheinischer Winterrambur, den man bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts kennt.

Diese rotbackigen Winteräpfel hat Schindler über die kalte Jahreszeit hinweg eingelagert und nutzt die letzten Exemplare im Frühjahr nun noch gern für eines ihrer Lieblingsrezepte – Oberpfälzer Apfelmaultaschen. Aber auch andere Sorten wie frische Kornäpfel passen dafür gut.

Gartenarbeit ist ihr liebstes Hobby

„Ich bin keine große Köchin. Ein mehrgängiges Menü wäre für mich der Horror. Bei mir muss es einfach und bodenständig sein“, sagt Schindler. Anstatt lang am Herd zu stehen, verbringt sie ihre Freizeit lieber an der frischen Luft. „Gartenarbeit ist toll und für mich das Allerschönste“, sagt sie. Sogar einen kleinen Kartoffelacker hat sie angelegt, auch wenn das viel Aufwand bedeutet.

Das Gemüse aus ihrem Garten verwendet Schindler gern für schnelle und unkomplizierte Nudelgerichte, Suppen oder Aufläufe, die zügig gekocht seien, aber trotzdem „etwas hermachen“. Fertiggerichte kämen ihr dagegen nicht ins Haus, betont die Tourismus-Expertin. Stattdessen lege sie beim Einkaufen viel Wert auf regionale und saisonale Produkte. „Es gibt im Winter bei mir keine Gurken oder Tomaten“, sagt Schindler.

Weil der Garten ihr alljährlich eine überreiche Ernte beschert, macht sie sie gern haltbar: In der Speisekammer bewahrt Schindler derzeit zum Beispiel 18 selbst gemachte Sorten Marmelade auf. Aber auch jede Menge Obst und Gemüse wie Bohnen, Karotten oder Tomaten hat sie eingekocht oder eingefroren vorrätig. Das Trocknen von Kräutern und Tees aus ihrem Garten gehört ebenfalls zu Schindlers Leidenschaften.

Der Holzofen ist Schindlers Heiligtum

Auch das Backen bereitet ihr viel Freude. Apfelmaultaschen macht sie grundsätzlich in ihrem Holzofen. Ihrer Erfahrung nach schmecken sie so am besten. „Der Holzofen ist mein Heiligtum“, sagt Schindler. Denn damit schlage man – natürlich vor allem im Winter – drei Fliegen mit einer Klappe. „Die Wohnung ist warm, ich habe jederzeit heißes Wasser und kann mir etwas zu Essen kochen“, so Schindler.

Frisch aus dem Holzofen schmecken die Maultaschen am besten. - Foto: Schindler

Bei den Zutaten orientiert sich Schindler an einem Rezept von Landwirtin Barbara Weiherer aus Mossendorf, die schon einmal in einer Staffel der BR-Landfrauenküche zu sehen war. „Ich habe das Rezept leicht abgewandelt, so wie es für mich am besten funktioniert“, sagt Schindler. So habe sie beispielsweise die Mehl- und Wassermengen abgeändert und Zitronensaft hinzugefügt.

Die Zubereitung des Oberpfälzer Traditionsrezepts dauert in Summe zwei Stunden. Zunächst siebt man das Mehl auf die Tischplatte. Darin drückt man eine Vertiefung ein und gibt Salz, Öl, Eier und das lauwarme Wasser hinein. Mit einem Teil des Mehls verarbeitet man diese „Füllung“ zu Brei und knetet schließlich das gesamte Mehl unter. Der Teig sollte dann schön elastisch sein und nicht kleben. Nach Bedarf kann man noch etwas Mehl oder Wasser zugeben. Dann deckt man den Teig mit einem Tuch ab und lässt ihn ruhen.

In der Zwischenzeit kann man die Äpfel schälen, achteln, in kleine Scheibchen schneiden und mit Zimtzucker, Zitronenabrieb und -saft sowie nach Belieben mit Rosinen vermischen. Anschließend fettet man die Bratreine ein und zerlässt die Butter.

Teig wird dünn ausgerollt und mit Sauerrahm bestrichen

Dann geht es mit dem Teig weiter. Diesen teilt man in acht gleiche Stücke. Jedes Stück wird nacheinander auf der leicht bemehlten Tischplatte unter mehrmaligem Wenden sehr dünn ausgerollt und mit Sauerrahm bestrichen. Die Ränder muss man dabei frei lassen.

Auf die acht Teigstücke kommt nun jeweils eine Handvoll Apfelmischung. Den Teig schlägt man daraufhin links und rechts etwas ein, so dass die Äpfel nicht herausfallen können. Danach wird der Teig aufgerollt. Die Rollen setzt man in die Reine und bestreicht sie mit der zerlassenen Butter. Wichtig ist, sie auch seitlich einzustreichen, so dass die Rollen nicht zu sehr zusammenkleben.

Anschließend setzt man alle acht Rollen in die Reine. Die Maultaschen werden im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad 30 Minuten lang gebacken. Dann gießt man die mit Vanillezucker verrührte Milch darüber und lässt die Maultaschen noch 15 Minuten weiterbacken. Danach lässt man sie ruhen, bis die gesamte Milch aufgesaugt ist. Dann ist das Gericht auch schon servierfertig. Ingrid Schindler mag die Apfelmaultaschen besonders gern zum Kaffee und mit Vanilleeis garniert.

Das sind die Zutaten für die Apelmaultaschen

Teig: 400 Gramm Mehl; 2 Prisen Salz; 2 Esslöffel Öl; 2 Eier; ca. 125 Milliliter lauwarmes Wasser

Füllung: 1,5 bis 2 Kilogramm Äpfel; Zitronenabrieb und Saft von einer halben Zitrone; ca. 2 gehäufte Esslöffel Zimt-Zucker-Mischung; Rosinen nach Geschmack; 1 Becher Sauerrahm; ca. 50 Gramm zerlassene Butter zum Bestreichen; Öl zum Einstreichen der Bratreine

Übergießen: 500 Milliliter Milch, 1 Päckchen Vanillezucker

Zubereitungszeit: 2 Stunden. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad insgesamt 45 Minuten backen.