Küchenschmankerl aus Nittenau: Pfarrer Höring liebt das Nationalgericht aus Costa Rica

Von Cornelia Lorenz · 23. März 2026 um 05:00

An seine Zeit als Pfarrer in Mittelamerika hat Joachim Höring viele schöne Erinnerungen. Eine davon ist kulinarischer Art – und der evangelische Geistliche lässt sie auch im Pfarrhaus in Nittenau (Landkreis Schwandorf) mit einem Rezept aus Costa Rica immer wieder aufleben. In der Hauptrolle beim Nationalgericht „Arróz con Pollo“: Hörings riesiger Eisenwok und jede Menge Koriander.

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Von 2011 bis 2021 hat Höring in Costa Rica gelebt, bevor er die freie evangelische Pfarrstelle in Nittenau übernahm. Vor seiner Zeit in Mittelamerika, so räumt der 62-Jährige freimütig ein, habe er nicht sonderlich gut kochen können. Damals habe sich hauptsächlich seine Frau um die Zubereitung der Mahlzeiten gekümmert. Doch in Costa Rica musste er dann zwangsläufig selbst sein Glück am Herd versuchen. „Da habe ich mich dann wirklich verbessert“, sagt Höring schmunzelnd.

Als der evangelische Geistliche 2021 nach Nittenau kam und sich im Pfarrhaus einrichtete, gestaltete er die Küche seinen Vorstellungen entsprechend um. Wichtig seien ihm eine zentrale Kochinsel „zum Drumherumlaufen“ und ein Gasherd gewesen. „Den kann ich ganz fein einstellen. Mit Induktion komme ich nicht klar“, sagt Höring.

Fleisch muss vom Metzger kommen

Der 62-Jährige kocht ungefähr jeden zweiten Tag in der Woche frisch – dann aber meist gleich eine größere Portion, die auch noch für den folgenden Tag reicht. „Als entspannend empfinde ich das Kochen nicht. Es ist eher ein gesunder Stress, den ich manchmal brauche“, sagt der Seelsorger.

Früher habe er bei seiner Ernährung nicht sonderlich auf seine Gesundheit geachtet. Aber mit zunehmendem Alter sei ihm dieser Aspekt immer wichtiger geworden. Fleisch, das bei ihm oft auf den Tisch kommt, kauft er beim Metzger und nicht im Supermarkt, und die frische Eier sollen von freilaufenden Hühnern stammen. „Ich bin da aber kein Fanatiker“, betont er.

Fleisch, Gemüse, Reis und jede Menge Koriander: Arróz con Pollo ist eine bunte Mischung. - Foto:

Sein Lieblingsgericht aus Costa Rica kocht Höring gern in größeren Mengen und serviert es dann gerne einmal den Mitgliedern des Kirchenvorstands. Die Zubereitung ist nicht schwer: Das klein geschnittene Gemüse wird in der Pfanne gebraten. Dazu kommen die Gewürze, ein Teil der Hühnersuppe, die beim Kochen des Suppenhuhns entstanden ist, das abgelöste Fleisch und am Ende noch gekochter Reis.

„Eigentlich ist die costaricanische Küche ziemlich einfach“, sagt Höring. Dort würden wenige verschiedene Gewürze verwendet, dafür aber besonders viel Koriander. „Das mag nicht jeder“, weiß der Seelsorger.

Höring kochte auch schon Schweinebraten in Costa Rica

Er selbst hat in Costa Rica auch ab und zu versucht, seinen Gemeindemitgliedern Einblicke in die bayerische Küche zu verschaffen. Anlässlich seines Geburtstags habe er zum Beispiel einmal einen Schweinebraten mit Knödel und Sauerkraut zubereitet – und die Gäste hätten beim gemeinsamen Essen große Augen gemacht. „Das war für sie etwas ganz Neues“, sagt Höring.

Damit seine Gerichte gelingen, hat der Pfarrer sich in Deutschland einen großen Eisenwok angeschafft. Vorher habe er mehrere beschichtete Pfannen beim Kochen unfreiwillig zerstört, räumt er schmunzelnd ein. Denn ab und an passieren bei ihm am Herd auch Pannen. „Hin und wieder brennt mir mal was an, so dass der Topf fast im Eimer ist“, sagt er.

Eigentlich ist die costaricanische Küche ziemlich einfachPfarrer Joachim Höring

Doch von solchen Zwischenfällen lässt sich der Pfarrer nicht die Freude am Kochen verderben. „Es macht mir sehr viel Spaß, mit Lebensmitteln zu arbeiten – und wenn dabei ein Resultat herauskommt, mit dem man Leute erfreuen kann“, sagt er. Das sei etwas anderes als in seinem Beruf. Hier arbeite er vor allem mit Worten, bei denen man aber nicht wisse, ob sie beim Gegenüber ankommen oder nicht.