Küchenschmankerl aus Nittenau: Diese Mahlzeit schmeckte dem Stadtpfarrer schon als Bub

Von Cornelia Lorenz · 26. Dezember 2025 um 12:00

Im Alltag haben die wenigsten Menschen Zeit, um für ein aufwändiges Rezept stundenlang in der Küche zu stehen. Auch bei Nittenaus Stadtpfarrer Holger Kruschina ist das so. Eines seiner schnellen Lieblingsrezepte – Wurstgulasch, wie es seine Mutter früher zubereitete – hat der 54-Jährige für die Mittelbayerische gekocht.

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Kruschina ist in der Gemeinde Brand im Kreis Tirschenreuth aufgewachsen. Sein Vater war Maurer und auch sein Onkel arbeitete am Bau. Deshalb hätten die beiden immer „was Gescheites“, also eine kräftige Mahlzeit, verlangt, wenn sie heimkamen, erinnert sich Kruschina. Weil Fleisch teurer war als Wurst, kochte Kruschinas Mutter für die Familie dann eben gerne Wurstgulasch – auch, weil sie damals selbst wenig Zeit zum Kochen gehabt habe.

Auch den Kirchenchor hat Kruschina schon bekocht

Das Wurstgulasch aus seiner Kindheit schmeckt Pfarrer Kruschina immer noch. Deshalb kocht er es gern, wenn er Gäste erwartet. „Man kann das Rezept super vorbereiten“, sagt er. Auch Teile der Pfarrgemeinde sind bereits in den Genuss seines Wurstgulaschs gekommen. Wenn Firmung ist, kocht er es gern für Mesner und Kirchenchor – dann allerdings nicht in haushaltsüblichen Mengen.

Große Stücke müssen es bei der Wurst sein, findet der Pfarrer. - Foto: Lorenz

So wie seine Mutter damals, geht der Nittenauer Stadtpfarrer am Herd am liebsten nach Gefühl ans Werk und nicht nach starren Vorgaben. Wichtig ist ihm aber, regionale und saisonale Lebensmittel zu verwenden. „Jetzt im Winter gibt es bei mir keine Tomaten oder Gurken, sondern Kohl, Rüben oder Wintersalat“, betont er.

Pfarrer ist flink mit dem Messer

Für die Zubereitung des Wurstgulaschs braucht Kruschina etwa 45 Minuten. Das Kleinschneiden von Speck, Zwiebeln und Knoblauch geht dem Pfarrer dank jahrelanger Übung flott von der Hand. Für das Anbraten nimmt er am liebsten Rapsöl, das aus der Region stammt. Für ein gutes Aroma im Topf sorgt er durch die Zugabe von Tomatenmark.

Anschließend fügt Kruschina die gewürfelten Kartoffeln hinzu und gießt mit Wasser auf. Wie viel genau? Auf solche konkreten Mengenfragen antwortet der Seelsorger mit einem Schmunzeln. Das könne man, wenn man am Herd stehe und im Topf rühre, mit gesundem Menschenverstand selbst feststellen, findet er.

Für den Geschmack kommt bei Kruschina dann gerne noch ein Glas Rotwein mit in den Topf. Die Sorte ist ihm dabei egal, aber in der Regel verwendet er dafür eine der Flaschen, die er geschenkt bekommen habe. Da könne man ja wohl davon ausgehen, dass es sich um keinen schlechten Tropfen handle, sagt Kruschina und lacht.

Gewürzt wird nach Gefühl

Nun bekommt der Topfinhalt rund 20 Minuten Zeit, um vor sich hinköcheln. Gewürze dürfen aber natürlich nicht fehlen: Kruschina gibt Kümmel, Paprikapulver, Salz und Pfeffer dazu – wie immer nach Gefühl und Geschmack. Zwischendurch gießt er einen Schuss Wasser nach und zerkleinert mit einem Stampfer die Kartoffelstücke im Topf. So werde das Gericht sämiger, findet Kruschina.

Mit einer Scheibe Brot macht das Gulasch gut satt. - Foto: Lorenz

Am Ende kommen noch die klein geschnittenen Paprikastücke mit in den Topf. Wobei – unbedingt sein müsse das nicht, findet der Pfarrer. Sein Wurstgulasch komme auch ohne dieses Gemüse aus. Keinesfalls fehlen darf am Ende aber natürlich die namensgebende Wurst. Egal ob Knacker, Lyoner oder Wiener – für Kruschina passen alle Sorten. Nur eins darf seiner Meinung nach mit der Wurst nicht passieren: Sie sollte nicht allzu klein geschnitten werden. „Ich finde große Stücke einfach sympathischer“, sagt Kruschina. Am Ende wird mit den Gewürzen nochmals gut abgeschmeckt – und das Wurstgulasch kann sofort verzehrt werden, zum Beispiel mit einer Scheibe Brot als Beilage.

Fisch muss für Kruschina nicht unbedingt sein

Vier bis fünf Mal pro Woche steht Kruschina in seiner Küche selbst am Herd. Besonders oft bereitet er Pfannengerichte zu, häufig mit Nudeln. Aber auch Brotwürfel mit Speck, Zwiebeln und Schwammerln landen bei ihm gern in der Pfanne. Mit Fisch, vor allem, wenn er noch ganz sei, könne er sich nicht so recht anfreunden, sagt Kruschina. Dafür mag der 54-Jährige Mehlspeisen gern, zum Beispiel Dampfnudeln. Sein erster Zubereitungsversuch sei völlig danebengegangen. „Das waren fliegende Untertassen aus Zementstein“, sagt Kruschina. Doch mittlerweile klappt auch dieses Rezept bei ihm reibungslos.

Eine Sache ist dem Stadtpfarrer besonders wichtig. „Ich schmeiße keine Lebensmittel weg“, sagt er. In der Regel gelinge es ihm, alle gekauften Lebensmittel auch zu verwerten.

Diese Zutaten braucht man

Für vier Personen benötigt man ungefähr folgende Mengen: 2 Scheiben Speck, 1 große Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, Rapsöl zum Anbraten, 2 Esslöffel Tomatenmark, 3 Kartoffeln, 2 Paprika, Wasser nach Gefühl, 1 Glas Rotwein, Gewürze: Kümmel, Paprikapulver, Salz, Pfeffer, 1 Ring Lyoner (alternativ: Wiener oder Knacker). Die Zubereitung dauert rund 45 Minuten.