Pfarrer Höring aus Nittenau und seine 115 Krippenfiguren: Hier hat auch die Maus einen Platz

Eine Schildkröte, eine Maus und sogar ein Maulwurf: Bei Pfarrer Joachim Hörings Krippe gibt es weit mehr Figuren als nur Klassiker wie Hirten und Engel. Der evangelische Geistliche aus Nittenau (Landkreis Schwandorf) ist ein echter Krippenfan. Mittlerweile besitzt er 115 Figuren – und ein Ende ist nicht in Sicht.
Pfarrer Höring erinnert sich noch genau daran, wann seine Krippensammlung ihren Anfang nahm: 1989 kaufte er zusammen mit seiner damaligen Frau in München auf dem Kripperlmarkt am Marienplatz die Heilige Familie. 175 Mark haben Höring und seine Frau damals ausgegeben. „Das war für uns damals viel Geld“, erinnert er sich.
Doch bei Maria, Josef und dem Jesuskind sollte es nicht bleiben. Bald war im Hause Höring eine Tradition geboren: Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit pilgerte man zum Münchner Kripperlmarkt, um eine neue Figur auszusuchen. Für diesen Anlass hätten er und seine Frau, als die Kinder noch klein waren, dann immer extra einen Babysitter organisiert, erinnert sich der Geistliche.
Am Anfang hatte Höring nur eine vage Vision
Mittlerweile ist durch die alljährlichen Zukäufe eine Sammlung von 115 Krippenfiguren entstanden. Auch heuer wird wieder eine neue hinzukommen, und zwar ein weiteres Pferd. Geplant sei eine solch umfangreiche Krippe anfangs nicht gewesen. „Ich hatte damals nur eine vage Vision. Ich wusste nicht, dass es so ausarten würde“, sagt Pfarrer Höring schmunzelnd. Seine Figuren sind allesamt aus Ahorn- oder Zirbenholz und wurden von verschiedenen Südtiroler Holzschnitzern angefertigt.

Seine Liebe zu Krippen entdeckte Höring bereits als Kind. Sein Vater habe auch eine große Krippe gehabt, allerdings mit Plastikfiguren bestückt. Doch auf diese Weise habe auch ihn schon früh die Krippen-Faszination gepackt.
Alljährlich zu Beginn der Adventszeit baut der Nittenauer Seelsorger nun seine Krippenfiguren auf einer Fensterbank im Pfarrhaus auf, und zwar alle auf einmal. Dabei muss alles einer relativ strengen Ordnung folgen. Links von der Heiligen Familie werden die Hirten platziert, rechts die Heiligen Drei Könige. Maria findet ihren Platz links der Krippe, Josef muss rechts stehen – und auch bei der Platzierung der übrigen Figuren achtet Höring genau darauf, in welchem Winkel sie stehen oder wohin ihr Blick sich richtet. „Ich bin da wirklich pedantisch“, räumt er ein. Wenn er woanders zu Besuch sei und falsch aufgestellte Krippenfiguren sehe, habe er jedes Mal große Lust, sie umzustellen, erzählt Höring schmunzelnd.
Auch Frauen sind in der Krippe wichtig
Neben einer bunten Auswahl an Tieren – es gib sogar eine Kobra und ein Lama in Hörings Krippe – finden sich außer Maria auf der Fensterbank auch eine Reihe weiterer weiblicher Figuren, zum Beispiel eine Wasserträgerin oder eine Badefrau, die einer Legende nach Maria bei der Geburt beigestanden haben soll. Jesus habe im Alltag viel mit Frauen zu tun gehabt, weshalb diese auch in der Krippe angemessen vertreten sein sollten, findet Höring.
Viele seiner Krippenfiguren sind schon weit gereist: Während seines Costa-Rica-Aufenthalts von 2011 bis 2021 hatte Höring sie alle dabei. Das wäre um ein Haar ins Auge gegangen: Ein Teil der Figuren sei von Termiten befallen worden, doch glücklicherweise habe er sie retten und wieder mit nach Deutschland bringen können.
Für Pfarrer Höring ist die Krippe in der Adventszeit ein Ort der Ruhe. „Das hat mich schon zu so mancher Predigt inspiriert“, sagt Höring. Darüber hinaus sei sie ein guter Ort, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Wer Pfarrer Hörings Krippe gern anschauen möchte, ist bei ihm willkommen.