Nuss-Kirsch-Kuchen mit Geling-Garantie: Chefin des Weiberkomitees backt liebend gerne

Als Vorsitzende des Nittenauer Weiberkomitees hat sich Helga Proske bei Faschingsfans weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Doch die 76-Jährige verfügt nicht nur über eine große Portion Humor, sondern auch über Talent beim Backen – und kann dabei auf einen riesigen Fundus an alten Rezepten zurückgreifen. Für die Mittelbayerische hat sie eines ausgesucht, das immer gelingt.
So ganz genau weiß Proske nicht mehr, von wem sie irgendwann in den 1970er Jahren das handschriftlich festgehaltene Rezept für ihren Nuss-Kirsch-Kuchen bekommen hat. Dennoch hält sie das feinsäuberlich beschriebene Blatt in Ehren, denn bisher sei der Kuchen überall gut angekommen – egal ob bei ihrer Familie oder bei sonstigen Anlässen, zu denen sie ihn gerne mitbringt.
Zerlassene Butter macht den Unterschied
Und tatsächlich: Der fertige Kuchen ist am Ende schön luftig und weder zu feucht noch zu trocken. „Vielleicht liegt es daran, dass zerlassene Butter hineinkommt“, vermutet Proske.
Die 76-Jährige backt aber nicht nur begeistert Kuchen, sondern kocht auch gerne. „Das liegt daran, dass ich dankbare Esser habe“, sagt sie und meint damit unter anderem ihre Enkelkinder, die gleich nebenan wohnen. Diese versorgt sie gern mit Gerichten, die sie mittags nach der Schule am liebsten essen – zum Beispiel Schinkennudeln, Käsespätzle oder Knödel. Während so manche Hobbyköche die Arbeit am Herd als entspannend empfinden, ist das bei Proske nicht so. „Da muss man einfach viele Dinge gleichzeitig tun“, sagt sie.

Beim Kochen ist für sie die Schürze Pflicht
Beim Kuchenbacken sei das aber etwas anderes, findet sie, weil nicht so viele Arbeitsgänge parallel stattfinden müssten. Ohne Schürze geht bei ihr dabei nichts. „Irgendwo spritzt es doch in der Küche immer. Wenn man dann die Schürze auszieht, ist man trotzdem noch top sauber“, sagt sie. Überhaupt ist ihr Ordnung in der Küche sehr wichtig: „Ich räume schon immer während des Kochens auf, weil ich nicht mag, wenn alles voll steht.“
Während in vielen Haushalten mittlerweile moderne und teure Küchengeräte wie der Thermomix Einzug gehalten haben, hat Proske damit nichts am Hut. „Für mich lohnt sich so etwas nicht. Für 1000 Euro kann ich viel backen“, sagt sie schmunzelnd. Bisher sei sie mit ihrem Handmixer immer gut zurecht gekommen.
Viele Rezepttipps hat sie von Freunden und Bekannten bekommen
Mürb- oder Strudelteige, die sie mit den Händen bearbeiten müsste, vermeidet sie. „Ich mag das Kneten mit den Händen überhaupt nicht.“ Die Rezeptideen gehen Proske dennoch nie aus: Sie verfügt über eine große Sammlung an Kochbüchern und mehrere Mappen voll mit handschriftlichen Rezepten, die sie von Freunden und Bekannten gesammelt hat.
Eigentlich, sagt sie, würde sie all ihre Rezepte, die zum Teil schon viele Jahrzehnte alt sind, gern digitalisieren. Doch dafür fehlt der 76-Jährigen die Zeit, denn sie hat im Kreise ihrer großen Familie immer viel zu tun. Bis zu ihrem 72. Geburtstag hatte die gelernte Verwaltungsangestellte sogar noch in der Nittenauer Arztpraxis mitgearbeitet, die früher ihrem verstorbenen Mann gehörte. Außerdem verreist Proske sehr gern. „Es ist ganz wichtig, dass man immer ein Ziel vor Augen hat, auf das man sich freuen kann“, betont die 76-Jährige.
So gelingt der Nuss-Kirsch-Kuchen
Schritt 1: 6 Eier, 300 g Zucker, 250 g zerlassene Butter, 1/2 Fläschchen Zitronenaroma, 2 Tropfen Bittermandel, 1/2 TL Zimt und 1 Päckchen Vanillin-Zucker miteinander verquirlen.
Schritt 2: 250 g gemahlene Haselnüsse, 250 g Mehl und 1 Päckchen Backpulver dazugeben und verquirlen. Teig auf einem Backblech glattstreichen.
Schritt 3: 1 Glas Sauerkirschen darauf verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad rund 30 Minuten backen. Abkühlen lassen und Puderzucker darauf verteilen.