Verkehrsberuhigung in der Regensburger Altstadt: Diese Schritte folgen als nächstes

Von Philip Hell · 7. April 2026 um 19:00

Die Verkehrsberuhigung der Regensburger Altstadt bleibt ein Reizthema. Mitte 2025 wurde sie nach einer breiten Debatte beschlossen, nun wird sie Schritt für Schritt umgesetzt – wenngleich dabei durchaus der Eindruck entsteht, dass die Stadt es nicht unbedingt eilig hat. Ein Überblick über die kommenden Schritte der Verkehrsberuhigung.

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Mehr Paketstationen für Regensburg sollen Lieferverkehr in der Altstadt reduzieren

Schon im Herbst hatte die Stadt angekündigt, neue Paketstationen zu errichten. Der Plan: Regensburger sollen sich ihre Internetbestellungen dorthin liefern lassen, was wiederum zu weniger Lieferverkehr in der Altstadt sorgt. Zudem soll die Flexibilität der Versanddienstleister erhöht werden. Entsprechende Paketstationen seien zunächst in der Altstadt (südlich der Donau), am Oberen und Unteren Wöhrd sowie in Stadtamhof geplant, teilt Stadtsprecherin Katrin Holzgartner auf Anfrage der Mittelbayerischen Zeitung mit. Zu den genauen Standorten hält sich die Verwaltung noch bedeckt. Eine der Stationen kann allerdings schon begutachtet werden. Sie steht in Stadtamhof vor der Protzenweiherbrücke am Parkplatz in der Gräßlschleife.

Im Herbst hatte die Stadt noch angekündigt, dass die Stationen rund um den Jahreswechsel in Betrieb gehen sollen. Nun heißt es auf Anfrage, dass man im Laufe des Aprils loslegen möchte – mithin eine Verzögerung von vier Monaten. Wie kam es dazu? Die Stadtsprecherin betont hierzu auf Nachfrage zunächst, wie wichtig der Ausbau respektive die Ergänzung der Packstationen für die Reduzierung des innerstädtischen Liefer- und individuellen Zufahrtsverkehrs seien. Allerdings, so Holzgartner, sei der Ausbau abhängig von den jeweiligen Betreibern. Laut Stadt sind das die DHL einerseits und das Unternehmen MyFlexBox andererseits. Erstere Firma lade „zeitnah“ zu einem Pressetermin, um die neue Paketstation zu eröffnen.

Obermünsterviertel in Regensburg: Der Durchgangsverkehr muss raus

Nicht nur bei den Paketstationen lässt sich die Stadt Zeit. Auch die Ausweisung der Wohnverkehrsstraße im Obermünsterviertel ließ auf sich warten. Die Maßnahme geht auch auf die Initiative der Brücke-Fraktion im Regensburger Stadtrat zurück. Ein entsprechender Beschluss wurde fast einstimmig gefasst – im Oktober 2024. Seither passierte nichts. Brücke-Stadtrat Florian Rottke bezeichnete dies als „lächerlich“. Noch-Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer betonte indes, dass das gar nicht so einfach sei. Zunächst müsse man die Straße umwidmen. Ende Februar verkündete schließlich Rechtsreferent Walter Boeckh, dass man eine Lösung gefunden habe und die Wohnverkehrsstraße zum 1. April komme – das hat wiederum nicht geklappt. Nun teilte die Stadt mit, dass der Durchgangsverkehr zum 22. April aus dem Obermünsterviertel weichen muss.

Aus der Obermünsterstraße in Regensburg soll im Rahmen der Verkehrsberuhigung eine Wohnverkehrsstraße werden. - Foto:

Durch die Umsetzung soll der Raum stärker Anwohnern sowie dem Fuß- und Radverkehr gewidmet werden. Durch verkehrsberuhigende Maßnahmen und eine Neuordnung des Verkehrs soll ein lebenswerteres Quartier entstehen, das Aufenthalt, Wohnen und Mobilität besser verbindet. Es gelten besondere Regeln: Radfahren ist erlaubt, bestimmte Fahrzeuge dürfen einfahren, Anwohnerzufahrten bleiben möglich und Fußgänger sowie Radfahrer haben Vorrang.

Am Donaumarkt: Regensburg bekommt eine neue Fußgängerzone

Die Verkehrsberuhigung im Obermünsterviertel ist nicht die einzige Maßnahme, die am 22. April umgesetzt wird. Am selben Tag bekommt Regensburg eine neue Fußgängerzone. Die entsteht am Donaumarkt, unmittelbar vor dem Haus der Bayerischen Geschichte – auch das ist laut städtischer Verwaltung Teil der Verkehrsberuhigung der Altstadt. „Dadurch wird der Verkehr gezielt reduziert und neu geordnet. Zufahrten bleiben weiterhin für berechtigte Verkehre wie Anlieger, Lieferverkehre (u. a. Wochenmarkt) oder Einsatzkräfte möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Am Donaumarkt in Regensburg soll eine Fußgängerzone entstehen. - Foto: Philip Hell

Der Bereich galt durchaus als Schleichweg. Autofahrer, die von der Ostengasse weiter in Richtung Altstadt wollten, stehen am Hunnenplatz nämlich vor einem Poller. So mancher Lenker wich über den Donaumarkt aus, was wiederum zu brenzligen Situationen führte. Vor allem, wenn dort Markt ist, wie dessen Betreiber Daniel Frost bereits vergangenes Jahr schilderte.

Die Stadt betont nun: „Die neue Fußgängerzone stärkt nicht nur die Aufenthaltsqualität und senkt in diesem Bereich die Emissionen, sondern schafft auch eine neue Verbindung zwischen Altstadt, Donauufer und kulturellen Einrichtungen.“ Wer zu einem privaten Stellplatz muss, darf weiterhin durch die Fußgängerzone fahren, ebenso Lieferverkehre. Allerdings nur zu den Lieferzeiten. Radfahren ist seit 2015 in Fußgängerzonen erlaubt. Darüber hinaus gilt in der Zone Schrittgeschwindigkeit.

Verkehrsberuhigung der Regensburger Altstadt: Wie geht es weiter?

Paketstationen, Obermünsterviertel und Fußgängerzone: Das sind also die nächsten Schritte der Verkehrsberuhigung der Regensburger Altstadt. Und sonst so? Beschlossen ist ein 123 Seiten dicker Maßnahmenkatalog. Der Verwaltung dürften die Vorhaben also nicht ausgehen. Was wann umgesetzt wird, dürfte allerdings davon abhängen, was die neue Stadtspitze um Thomas Burger (SPD) vorhat.