Wanderfalken brüten im Regensburger Rathausturm vier Eier aus

Von Mittelbayerische Zeitung · 30. März 2026 um 09:00

Eine Baustelle direkt vor dem Horst hatte zunächst für Unruhe gesorgt, doch die Vögel haben es gut weggesteckt: Seit 19. März liegen vier Eier im Rathausturm in Regensburg. Sie werden nun 34 Tage lang ausgebrütet. Mit einem Fernglas lassen sich die Tiere gut beobachten.

Von Carlotta Wortmann

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Von März bis Mai lässt sich das Brutgeschehen der Wanderfalken am Regensburger Rathausturm beobachten. Die sogenannte „Falkensuite“ ist ein Highlight für Naturfreunde und konnte in den vergangenen Jahren immer per Livestream verfolgt werden.

Eltern lassen Eier nicht lange allein

Die diesjährige Saison begann jedoch mit Sorgen: Eine Baustelle direkt vor dem Horst sorgte zunächst für Unruhe. „Doch diese Störung haben die Vögel souverän weggesteckt“, erklärt der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV), Thomas Aumer, Initiator und Betreiber der Webcam im Nistkasten über dem Rathausplatz. Seit 19. März liegen vier Eier im Horst, die etwa 34 Tage ausgebrütet werden. Wenn alles gut geht, dann schlüpfen schon bald vier Jungvögel. Aumer zeigt sich optimistisch: „Das Falkenpaar lässt die Eier nicht lange alleine – das ist ein sehr gutes Zeichen.“

Im Vergleich zu anderen Städten sind die Rathausturm-Wanderfalken dieses Jahr etwas später dran. In Nürnberg etwa begann die Brut früher. Für Aumer ist das kein Nachteil: „Ich bin froh, dass unsere Falken sich Zeit gelassen haben.“ Die spätere Brutphase senke die Wahrscheinlichkeit für plötzliche Kälteeinbrüche. Dass das Interesse an den Tieren so groß ist, überrascht ihn nicht: „Einen so seltenen Vogel beobachten zu können, ist keine Selbstverständlichkeit.“ Mehr als 8000 Menschen verfolgen die Rathausturm-Wanderfalken auf Facebook. Inzwischen seien sie zu einem Regensburger Markenzeichen geworden.

Der Erfolg des Projekts zeigt sich auch langfristig: Im Rathausturm haben mit den Jahren mehr als 40 Jungtiere den Horst verlassen. „Das ist ein toller Erfolg“, freut sich Aumer. Noch in den 1970er Jahren stand der Wanderfalke kurz vor dem Aussterben – hauptsächlich durch den Einsatz des Insektizids DDT. Heute ist die Art dank umfassender Schutzmaßnahmen und des Verbots von DDT nicht mehr gefährdet. In Bayern brüten derzeit wieder circa 350 Paare.

Küken werden den ganzen Tag gefüttert

Wer das Geschehen hautnah erleben möchte, kann vom Rathausplatz zuschauen. „Mit einem Fernglas ist das ein guter Beobachtungsplatz“, empfiehlt Aumer. Besonders spannend sei dies, wenn die Falken bereits geschlüpft sind und von ihren Eltern den ganzen Tag lang gefüttert werden. Der Livestream ist derzeit aufgrund von technischen Problemen nicht abrufbar. Die Kamera arbeitet jedoch wie gewohnt weiter und die Bilder können etwas zeitversetzt in den sozialen Medien bewundert werden. In wenigen Wochen soll der Livestream dann wieder zugänglich sein. Aumer hofft, dass dies rechtzeitig zum Schlüpfen der Küken gelingt.