Drollige Viererbande im Regensburger Rathausturm

Von Jürgen Scharf · 23. April 2025 um 16:00

Im Horst im Regensburger Rathausturm ist mächtig was los. Seit dieser Woche ist dort eine drollige Viererbande komplett, da nun das letzte Wanderfalken-Küken geschlüpft ist. Im Internet verfolgen unzählige Fans das Geschehen mittels der Webcam des Landesbundes für Vogelschutz.

Vor elf Jahren hat der Landesbund für Vogelschutz die Kamera angebracht. In den sozialen Netzwerken wurden die Vögel zu kleinen Stars. Knapp 8000 Follower hat zum Beispiel die Facebook-Seite der Rathausturm-Wanderfalken

„Haben uns alle sehr darüber gefreut“

Zuletzt gab es nun wieder echte Highlights zu bestaunen. Zunächst legte das Weibchen des Regensburger Falken-Paars vier Eier. Tag für Tag stieg die Spannung, ob wirklich alle befruchtet sind. Dann ging es los. Alle zwei Tage schlüpfte ein Küken. In dieser Woche das vierte und letzte – die Falken-Familie war komplett.

„Wir haben uns wieder alle sehr darüber gefreut“, sagt der Regensburger LBV-Kreisvorsitzende Tom Aumer. Jedes neue Küken sei ein kleiner Festtag. In den elf Jahren, seitdem es die Webcam im Turm gibt, schlüpften mehr als 40 junge Wanderfalken. „Es freut uns sehr, dass die Population dieser Art damit unterstützt wird“, sagt Aumer. Die Tiere gehören in Deutschland zu den besonders geschützten Vogelarten.

Auf dem Speiseplan stehen vor allem andere Vögel

In den kommenden Wochen sind die Eltern der vier Küken nun stark beschäftigt. Der Nachwuchs will schließlich gut versorgt werden. Wanderfalken ernähren sich nahezu ausschließlich von anderen Vögeln, besonders Tauben. „Manchmal erbeutet er vielleicht auch eine Fledermaus“, sagt Aumer.

Die Bedrohung durch natürliche Feinde ist für die vier Küken dem Experten vom LBV zufolge überschaubar. Falls die Eltern ihren Nachwuchs einmal unbeaufsichtigt lassen würden, könnte sich etwa die Rabenkrähe eines der Küken holen. In freier Natur sei auch der Uhu eine Gefahr, sagt Aumer. Mitten in einer Innenstadt wie beim Rathausturm in Regensburg komme dies aber kaum vor.