Wenn der Hase Eier legt – dann muss Ostern sein: Im Nest darf dieses leckere Gebäck nicht fehlen

Isabell Dachs
Mit dem Palmsonntag beginnt für die Christen die Karwoche, die als zentraler Abschnitt im Kirchenjahr gilt. Sie endet mit der Auferstehungsfeier Jesu in der Nacht von Samstag auf Sonntag . Zu Ostern darf es gerne auch ein besonderes Gebäck sein.
In der Karwoche soll die gesamte Heilsgeschichte verdeutlicht werden – von Jubel über Verrat, Leid, Tod, Grabesruhe und schließlich die Überwindung des Todes. Die Symbolik an Ostern hat viel mit dieser Auferstehung zu tun. So steht das Lamm für Reinheit, Unschuld und im christlichen Verständnis sogar für Jesus Christus selbst, der als Lamm Gottes bezeichnet wird.Bereits im Alten Testament spielte das Lamm eine wichtige Rolle als Opfertier. Diese Symbolik wurde übertragen und so gilt Jesus als das Opfer, das den Menschen Erlösung bringt. Deshalb ist das Lamm bis heute ein zentrales Motiv an Ostern – sowohl in Darstellungen in der Kirche, als auch in Form des traditionellen Osterlamms als Kuchen.
Ei schon vor dem Christentum ein Symbol für neues Leben
Schon lange vor dem Christentum galt das Ei als Zeichen für neues Leben. Wenn im Frühling die Natur erwacht, schlüpfen in der Regel auch die Küken aus Eiern und erscheinen uns als sichtbares Wunder eines Neubeginns. Im Mittelalter durften während der Fastenzeit keine Eier gegessen werden. Wie auch beim Fleisch fielen sie unter das Abstinenzgebot. Die Hühner legten aber gerade im Frühjahr fleißig ihre Eier. Da diese nicht unbegrenzt haltbar waren, wurden sie gekocht und rot eingefärbt, damit sie von den frischen zu unterscheiden waren. Die rote Farbe sollte an das vergossene Blut Jesu und somit an seinen Opfertod am Kreuz erinnern. Eier die in der Karwoche gelegt wurden, galten als besonders heilig. Diese wurden ebenfalls gefärbt, geweiht und dann verschenkt.
Probieren Sie auch:Süße Verführung mit ungewöhnlicher Zutat: Eine Torte aus Nuss und Gemüse
Eng verbunden mit dem Ei ist natürlich das Küken. Es steht wie kaum ein anderes Tier für Neubeginn und Hoffnung. Scheinbar wie aus dem Nichts entsteht aus einer harten Schale neues Leben. Genau dieses Bild passt zur Botschaft von Ostern, dem Sieg des Lebens über den Tod.
So werden die Hasen aus Quark-Öl-Teig gemacht







Der Hase wirkt auf den ersten Blick weniger religiös als die anderen Symbole. Aber auch er steht für Fruchtbarkeit und neues Leben. Im Frühling sind Hasen aufgrund der erst erwachenden Vegetation gut auf den Wiesen und Feldern zu sehen und sie vermehren sich sehr schnell, was wiederum ein Zeichen für Lebenskraft ist. Wie dabei das Märchen vom eierlegenden Hasen entstand, wird wohl nie geklärt werden können. Hasen bauen keine Nester, sondern nutzen Mulden am Boden, sogenannte Sassen. Da auch bodenbrütende Vögel in solchen Mulden ihre Eier legen, wird angenommen, dass es hier zu Verwechslungen kam.
Der Osterhase wird – soweit bekannt – zum ersten Mal 1682 in einer Dissertation eines Frankfurter Arztes erwähnt. Der Sohn eines aus Glaubensgründen aus Frankreich geflüchteten Pastors schildert für Oberdeutschland, Pfalz, Elsass und angrenzende Gebiete sowie Westfalen einen Brauch, wonach ein Oster-Hase die Eier lege und in Gärten, im Gras, Gesträuch verstecke. Dort würden sie unter Gelächter und zum Vergnügen der Erwachsenen von den Kindern eifrig gesucht. Dass der Osterhase die Eier verstecke, nannte er „eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet“.
Aber auch andere Überbringer von Ostereiern sind bekannt. So war in einigen Teilen der Schweiz noch im 19. Jahrhundert der Kuckuck der Eierlieferant, in Teilen von Westfalen war es der Osterfuchs, in Thüringen brachte der Storch und in Böhmen und Finnland der Hahn die Eier zum Osterfest. Weiterhin gab es die Vorstellung, dass die Kirchenglocken, die am Gründonnerstag nach Rom fliegen, die Ostereier bei ihrer Rückkehr in der Osternacht von dort mitbringen.
Ostergebäck mit Kindern selber machen
Ostergebäck können wir jetzt überall kaufen, aber selber machen geht ganz leicht und bringt vor allem Spaß für Kinder. Ausstechformen dazu sind in jedem guten Fachhandel zu erwerben und halten auch meist ein Leben lang.
Tipp für die österliche Kaffeetafel:Ein Gedicht zum Kaffee: Dieser saftige Hefe-Nusszopf ist eine Sünde wert
Für die Hasen aus Quark-Öl-Teig sind keine besonderen Fertigkeiten vonnöten. 250 g Quark (Mager-, oder Halbfettstufe) verrühren wir gleichmäßig mit 12 EL Öl (Raps- oder Sonnenblumenöl) 5 EL Milch, 80 g Zucker, dem Mark einer halben Vanilleschote, einem Ei und einer Prise Salz. Danach geben wir 400 g Weizenmehl und 1 TL Backpulver dazu und verkneten alles zu einem geschmeidigen Teig.
Den Teig einmal teilen und jeweils auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 1 cm dick ausrollen. Dann die Hasen mit einer beliebigen Form ausstechen und auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche verteilen. Die Teigstücke mit flüssiger Butter bestreichen und etwa 10 bis 12 Minuten bei 180 Grad Ober- und Unterhitze in den vorgeheizten Ofen geben. Die Hasen sind fertig, wenn sich ihre Ränder beginnen, braun zu färben. Nun können sie aus dem Ofen genommen, auf der Vorderseite mit zerlassener Butter bepinselt und die bestrichene Seite in Zucker gewälzt werden.
Ich lasse sie lieber abkühlen, bestreiche sie dann mit einem ganz dünnen Zuckerguss und wälze sie danach im Zucker. Natürlich geht statt der Zuckerschicht auch Zuckerguss aus Puderzucker und etwas Zitronensaft oder einfach nur Staubzucker. Ungezuckert schmeckt das Gebäck etwas leer, da beim Grundteig nicht viel Zucker verwendet wurde.
Kindern macht es besonders Freude, wenn sie die Hasen mit Lebensmittelfarbe verzieren dürfen. Dazu eignen sich sehr gut Stifte, die Filzstiften ähneln, aber Lebensmittelfarbe enthalten. Sie können auch zum Bemalen der Eier verwendet werden. Werden sie einmal im Jahr genutzt, dürfte das unbedenklich sein, denn auch bei Eierfarbe dringt die Farbe durch die Schale und kann das Innere des Eis verfärben. Ganz sicher gehen können wir allerdings nur, wenn wir Farben nutzen, die auf Basis natürlicher Farbstoffe hergestellt wurden.
Das nächste Mal
Sobald der erste Bärlauch wächst, wissen wir, dass es nun endlich Frühling wird. Kenner lieben seinen charakteristischen, knoblauchähnlichen Geruch und können die Ernte kaum abwarten. Wir zeigen in unserem nächsten Serienteil, für welche Speisen der Bärlauch genutzt werden kann und stellen eine Suppe daraus vor.