Süße Verführung mit ungewöhnlicher Zutat: Eine Torte aus Nuss und Gemüse

Gelbe Rüben sollen gesund für die Augen sein und bei Durchfall wie Medizin wirken. Was ist dran an dem, was der Volksmund über das Wurzelgemüse sagt und taugt es tatsächlich nur als Beilage zu anderen Speisen? Es gibt auch verführerische Alternativen.
Kaum eine andere Gemüsesorte hat so viele verschiedene Bezeichnungen, wie die heute vorgestellte Gelbe Rübe. Da ist von Karotte, Möhre, Mohrrübe, Rüebli oder Wurzel die Rede, aber wo ist der Unterschied?
Tatsächlich handelt es nur um regional unterschiedliche Bezeichnungen. In Nord- und Ostdeutschland überwiegt Möhre, das sich aus den mittel- und althochdeutschen Bezeichnungen Morke, Mokra und More entwickelt hat, ebenso natürlich die Mohrrübe.
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In Norddeutschland, vorzugsweise in Niedersachsen und Umgebung findet sich auf den Märkten und in der Umgangssprache auch die Bezeichnung Wurzel. Kommen wir weiter Richtung Süddeutschland, ist eher Karotte gebräuchlich, was von ihrer lateinischen Bezeichnung daucus carota hergeleitet wurde.
Warum „Gejwe Roum“?
In unserer Region heißt sie „Gejwe Roum“, also Gelbe Rübe, was aber auch im Badischen, Schwäbischen und Fränkischen oft noch zu finden ist. Tatsächlich gibt es dieses Wurzelgemüse in vielen unterschiedlichen Farben, wobei die tief orangen Sorten mittlerweile überwiegen. Ab dem 16. Jahrhundert war die gelbe Farbvariante in Europa vorherrschend, bevor die orangefarbene sich anfing durchzusetzen. Aus dieser Zeit stammt auch noch der Name. Aber egal, welcher Name für das Wurzelwerk verwendet wird, es handelt sich immer um dasselbe Gemüse.
Nun wird behauptet, dass Gelbe Rüben sehr gesund seien. Tatsächlich steckt darin mehr Betacarotin als in jedem anderen Gemüse. Unser Körper wandelt Betacarotin in Vitamin A um und das wiederum benötigt die Netzhaut des Auges, um hell und dunkel sehen zu können. Der Genuss der Rüben lässt uns zwar nicht besser sehen, aber er ist hilfreich um einem Verlust der Sehkraft entgegenzuwirken.
Außerdem schützt Vitamin A die Haut vor schädlichen UV-Strahlen und außerdem unsere Zellen. Zwei Karotten täglich sollen bereits ausreichend sein, um den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin A zu decken. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass Vitamin A fettlöslich ist und darum das Gemüse immer in Verbindung mit Fett gegessen werden muss, damit unser Körper das Vitamin überhaupt aufnehmen kann. Roh und ungeschält bleiben alle Ballaststoffe der Gelben Rübe erhalten. Sie regen den Stoffwechsel an, dadurch sinken die Blutfettwerte und weniger Insulin wird freigesetzt. Wer sie roh nicht verträgt, der kann sie auch als Kochgemüse essen.
Beim Garen gehen zwar ein paar Vitamine verloren, aber durch die Hitze werden die Zellwände aufgebrochen, wodurch sie bekömmlicher werden und werden die verbliebenen Vitamine leichter aufgenommen. Ein Suppe aus der Wurzel kann sogar bei Durchfall helfen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte der Heidelberger Kinderarzt Ernst Moro, dass viel weniger Kinder an Durchfallerkrankungen starben, wenn sie Suppe aus Gelben Rüben zu essen bekamen. In seinen Versuchen ließ er 500 Gramm Karotten eine Stunde lang in einem Liter Wasser köcheln, goss das Wasser ab, pürierte das verbliebene Gemüse und füllte es mit drei Gramm Salz und Wasser wieder auf einen Liter auf. Heute weiß man, dass das lange Kochen der Wurzeln kleinste Zuckermoleküle entstehen lässt. Sie bilden einen Schutzfilm auf der Darmflora, sodass Bakterien statt an der Darmwand an den Zuckermolekülen andocken und letztendlich ausgeschieden werden.
Und sogar für eine Süßspeise taugt die Rübe. Nun ist es so, dass ich persönlich der Herstellung von Torten äußerst skeptisch gegenüberstehe. Während der Genuss derselben willkommen ist, ist mir die „Glanerei“ bei der Herstellung äußerst zuwider und so wird aus mir niemals eine gute Tortenbäckerin werden. Nachfolgende Torte mache aber sogar ich gerne, weil es sich dabei um ein nicht allzu feines und leicht herzustellendes Gebäck handelt, dass zudem auch nicht so arg süß ist.
So geht eine Gelbe-Rüben-Torte
Für den Teig unserer Gelbe-Rüben-Torte benötigen wir 300 g fein geriebene Gelbe Rüben. Sie sollten vor dem Reiben gut gewaschen oder geschält werden. Dann müssen 4 Eier getrennt und das Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz steif geschlagen werden, wozu wir etwa 120 g Zucker einrieseln lassen. Zu den geriebenen Rüben kommen die 4 Eigelb, 200 g geriebene Haselnüsse, 150 g Dinkelmehl und zwei gestrichene Teelöffel Backpulver. Der Gemüseteig wird per Hand gut vermengt und erst zum Schluss das Eiweiß gleichmäßig untergezogen.
Tortenboden ganz einfach
Den Teig dann in eine gut ausgebutterte Springform (Durchmesser etwa 26 cm) geben und glatt streichen. Er kommt bei 170 Grad etwa 35 Minuten in den Ofen. Es sollte darauf geachtet werden, dass er dabei oben nicht zu braun wird, notfalls muss er mit Backpapier abgedeckt werden. Bevor wir weitermachen, muss der Tortenboden erst vollständig abgekühlt sein. Dann mischen wir unter 250 g Frischkäse zwei gehäufte Esslöffel Zucker. 500 ml Sahne werden steif geschlagen, wobei wir ein Päckchen Sahnesteif einrieseln lassen. Dann den Frischkäse gleichmäßig unter die Sahne ziehen.
Der fertige Tortenboden wird nun einmal in der Mitte durchgeschnitten und der entstandene Deckel beiseite gelegt. Den unteren Bodenteil auf einen Tortenboden geben und etwa ein Drittel der vorbereiteten Frischkäse-Sahne-Füllung darauf geben, verteilen und glatt streichen.
Dann den Deckel des Tortenbodens wieder daraufsetzen und die restliche Füllung auf der ganzen Torte verteilen. Die Torte kann nun nach Belieben verziert werden. Sehr gut passen darauf Streusel aus Haselnuss-Krokant oder Pistazien. Auch kleine frische Minzblätter sind sehr gut geeignet.






