Peter Wein (SPD) ist Burglengenfelds letzter Mohikaner im neuen Kreistag

Von Thomas Rieke · 28. März 2026 um 05:00

Ob weiterführende Schulen und Straßenbau, Kultur- oder Freizeiteinrichtungen – sachliche und politische Berührungspunkte gibt es zwischen der Stadt Burglengenfeld und dem Landkreis Schwandorf wahrlich genug. Doch die rund 15.000 Einwohner zählende Kommune ist, wie ein Blick auf die jüngsten Wahlergebnisse bestätigt, ab Mai im Kreistag schwächer vertreten denn je.

Genau genommen stellt Burglengenfeld seit der Kommunalwahl am 8. März mit Peter Wein (SPD) nur noch einen einzigen Kreisrat. Zwar hatten die Parteien für den Urnengang mehrere namhafte Bewerber aus der ehemaligen Herzogstadt aufgeboten – doch das Volk, der Souverän, verweigerte, aus welchen Gründen auch immer, die Unterstützung. Hatten die Wähler das vergebliche Ringen der Stadt um Hilfe bei Verkehrsproblemen (siehe Durchfahrt Pottenstetten), umstrittene Genehmigungen durch die Baubehörde des Landratsamts (zum Beispiel in Wölland) oder den Verkauf der früheren Landwirtschaftsschule samt JUZ verdrängt?

Gesche schaffte es nicht mehr, Antretter noch nicht

Zu den Burglengenfelder Kandidaten, die das Ziel „Kreistagsmandat“ verpassten, zählen zum Beispiel CSU-Ortsvorsitzender Peter Singerer und Noch-Bürgermeister Thomas Gesche (CSU). Gesche war zwar vom 40. Listenplatz auf Rang 25 nach vorne gewählt worden, aber selbst das reichte nicht. Auch der Spitzenkandidat der Burglengenfelder SPD, Martin Antretter, verpasste den Einzug in den Kreistag, weil seine Partei mit 13,5 Prozent der Stimmen nur acht Plätze erringen konnte. Michael Hitzek, seit 2020 Mitglied des Kreistags, war nicht mehr angetreten.

SPD-Kreisvorsitzender Wein sieht in dem Umstand, dass er im Hauptorgan des Landkreises nun der einzige Burglengenfelder ist, eine „besondere Situation und Verantwortung“. Grundsätzlich sei es ihm allerdings wichtig, dass sich der Landkreis gleichermaßen um alle Teile kümmere und mit seinen Kommunen zusammenarbeite, auch wenn die Herausforderungen im Osten des Kreisgebiets andere seien als „bei uns im Süden“.

Wein: Das Städtedreieck braucht ein starkes Burglengenfeld

Nach Überzeugung Weins profitiert der Landkreis von einem starken Städtedreieck. Und ein starkes Städtedreieck brauche ein starkes Burglengenfeld. Aus diesem Grund möchte der SPD-Politiker gemeinsam mit dem Sieger der Bürgermeisterwahl, Antretter, „alles dafür tun, dass unsere Stadt zu alter Stärke zurückfindet“.

Außerdem, so verspricht Wein, möchte er seinen persönlichen Beitrag zu einem „engen Austausch zwischen der Stadt und dem Landkreis leisten“. Denn ob es um die künftige Nutzung des (schon so oft tot gesagten) VAZ geht, weitere Pläne des Zementwerks oder Verkehrsprobleme wie in Pottenstetten, immer wieder zeige sich, „dass der Landkreis für Burglengenfeld wichtig ist“.

Gesche: Ein Nord-Süd-Gefälle gab es schon immer

Bürgermeister Gesche wertet sein persönliches Ergebnis auf der Kreistagsliste übrigens nicht als Misserfolg. Trotz des „schwer auffindbaren Listenplatzes“ habe er ja deutlich über 17 000 Stimmen erhalten und damit einen Sprung um rund ein Dutzend Plätze nach vorne gemacht. Das zeuge von einem „großen Vertrauen der Bürger“, meint der 41-Jährige.

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Was das schwache Gesamtabschneiden Burglengenfelds bei der Kreistagswahl angeht, so will es der scheidende Rathauschef nicht überbewerten. Ein Nord-Süd-Gefälle habe es im Kreistag immer gegeben. Das liege unter anderem daran, dass das nördliche Kreisgebiet von vielen kleineren Kommunen geprägt sei, und diese würden jeweils meist einen Vertreter stellen.

Die Erklärung klingt aufs Erste plausibel, einer Prüfung hält sie aber nur bedingt stand. Denn: Burglengenfelds Partner im Städtedreieck waren bei der Kreistagswahl deutlich erfolgreicher. Das gilt vor allem für Maxhütte-Haidhof. Die Stadt stellt mit Bürgermeister Rudolf Seidl (UWM), Matthias Meier und Johannes Weiß (beide JU) sowie Franz Brunner (SPD) jetzt vier (bisher drei) Räte – und mit Thomas Ebeling (CSU) ja sogar den Landrat.

In Teublitz blickt man zufrieden auf das Ergebnis

Das vergleichsweise kleine Teublitz hat am 8. März ebenfalls relativ gut abgeschnitten – zumindest deutlich besser als der große Bruder Burglengenfeld. Kreistagsmandate erobert haben Bürgermeister Thomas Beer (CSU), seine Amtsvorgängerin Maria Steger (ebenfalls CSU) sowie die beiden AfD-Vertreter Marcel Menacher und Maximilian Grundstein. Bürgermeister Beer sieht unterm Strich ein gutes Resultat – insbesondere aus Sicht seiner Partei. Der CSU-Ortsverband habe sein Ergebnis gegenüber 2020 verdoppelt.

Man darf nie aus dem Blick verlieren, dass es im Kreistag immer darum geht, den gesamten Landkreis voranzubringen.Thomas Beer, wiedergewählter Bürgermeister von Teublitz

Wir halten fest: Das Städtedreieck belegt mit insgesamt neun Kreisräten künftig im Kreistag rund jeden sechsten Platz und ist damit – von Burglengenfeld abgesehen – stärker präsent, als es zuletzt der Fall war. In der nun zu Ende gehenden Wahlperiode stammten nur sieben Lokalpolitiker (mit Landrat Ebeling acht) aus diesem Teilgebiet.

Bürgermeister Beer ist der Meinung, dass auch die bisherige Stärke reichte, um dem Städtedreieck gebührend Gehör zu verschaffen, auch wenn dies manch Burglengenfelder vielleicht anders gesehen haben mag. Der Teublitzer Rathauschef betont: Bei aller berechtigten Interessenvertretung für die eigene Region dürfe man nie aus dem Blick verlieren, dass „es im Kreistag immer darum geht, den gesamten Landkreis voranzubringen“.