Sportler eingenebelt: Trainerin klagt über Cannabiskonsum im Burglengenfelder Stadion

Von Thomas Rieke · 21. März 2026 um 05:00

Auf dem Sportgelände im Burglengenfelder Naabtalpark (Landkreis Schwandorf) treffen zwei Welten aufeinander: Hier diejenigen, die sich reinhängen, um ihre fußballerischen Fähigkeiten zu verbessern, und dort jene, die von hartem Training, Vereinsmitgliedschaft und damit verbundenen Regeln eher weniger wissen wollen. Konflikte bleiben da nicht aus, wie an einem aktuellen Beispiel deutlich wird.

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Am frühen Abend des 9. März trafen sich Doris P. (Name von der Redaktion geändert) und ihre Damen vom Fitnesskurs, um sich auf der Tartanfläche hinter einem Fußballtor Gutes zu tun. Sie kommen regelmäßig hier her, egal wie das Wetter ist, aber diesmal schienen die äußeren Bedingungen prächtig zu sein. Fast wollten Frühlingsgefühle aufkommen.

Doch die Stimmung wurde alsbald getrübt, im buchstäblichen Sinn des Wortes. Doris P., eine erfahrene Trainerin und ehemalige Leistungssportlerin, musste erkennen, dass sich nicht nur Sportinteressierte im Rund des Stadions aufhielten. Auch eine Gruppe junger Leute hatte sich eingefunden, um zu ratschen, Musik zu hören – und zu rauchen.

Das, was aus den elektrischen Zigaretten (Vapes) dampfte oder aus Selbstgedrehten qualmte, irritierte Doris P. sehr. Die zertifizierte Suchtberaterin könnte schwören, dass Cannabis zu riechen war, und zwar intensiv. Ganze Schwaden des typischen Geruchs hätten sich verbreitet, so dass an unbekümmerte Übungen für Körper und Geist nicht zu denken gewesen sei.

Wie begossene Pudel das Feld geräumt

„Wir wurden regelrecht eingenebelt, und das hat uns massiv gestört“, bringt es Doris P. auf den Punkt. Kurz habe sie überlegt, ob sie auf die Gruppe zugehen und sie verscheuchen sollte. Aber nach Beratung in eigener Runde habe sie davon Abstand genommen.

Fußballplätze und Skateranlage sind in Burglengenfeld durch einen Zaun getrennt. Kürzlich stand dieses Tor jedoch sperrangelweit offen. Aber auch wenn es geschlossen ist, finden Besucher der Skateranlage immer einen Weg ins Stadion. - Foto: Thomas Rieke

„Wie begossene Pudel“ sei man nach einer Stunde abgezogen, berichtet die Trainerin weiter. Doch das Erlebte beschäftigte sie bis tief in die Nacht. Die Situation sei zu grotesk gewesen, meint die Burglengenfelderin. Eine Sportstätte sei mit Sicherheit der falsche Ort, um Drogen zu konsumieren. Was sollten die Kinder und Jugendlichen denken, die gleichzeitig und direkt daneben ihr Training absolvieren?

ASV-Vorsitzender Roland Konopisky ist bekannt, dass sich auf dem städtischen Areal immer wieder auch Personen herumtreiben, die mit Sport nichts am Hut haben. Sie träfen sich in der Regel auf der benachbarten Skateranlage oder beim DFB-Mini-Spielfeld, weiteten ihren Aktionsradius aber immer wieder aus. Der vorhandene Zaun stelle für sie kein Hindernis dar. „Die sind nicht zu stoppen, die finden immer einen Weg“, sagt Konopisky.

ASV-Vorsitzender klagt über zurückgelassenen Abfall

Drogenmissbrauch hat der Chef des ASV bisher keinen festgestellt. Er vermutet, Doris P. könnte sich getäuscht haben, und bei dem lästigen Rauch habe es sich um den für Vapes typischen Dampf gehandelt. Was Konopisky aber stört, ist zurückgelassener Abfall. Ab und an würden sich die ungebetenen Besucher sogar am Schaltkasten zu schaffen machen, über den das Flutlicht aktiviert wird.

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Der ASV-Boss berichtet von unerfreulichen Begegnungen. Wenn er Heranwachsende im Stadion auffordere, ihren Müll mitzunehmen, gebe es nicht selten pampige Antworten. Doch der Noch-Stadtrat lässt sich nicht so leicht ins Boxhorn jagen. „Ich spreche dann deren Sprache“, sagt er. Einmal habe er einem widerspenstigen Burschen zu verstehen gegeben, was für ihn und seine Kumpels auf dem Spiel stehe: Die Skateranlage könne nämlich auch wieder zurückgebaut werden...

Polizeichef: Drogenmissbrauch ist „jedes Jahr ein großes Thema“

Polizeichef Franz Wenig nimmt die Information über die angebliche Kifferszene im Bereich des städtischen Stadions interessiert zur Kenntnis. Natürlich, so sagt er, sei so etwas nicht zu tolerieren. Die Inspektion werde Maßnahmen ergreifen. Der Missbrauch von Rauschgift sei leider auch im Städtedreieck „jedes Jahr ein großes Thema“, bestätigt der Leiter der Polizeidienststelle. Konsumiert werde alles, was bekannt sei. Man sei stets bemüht, die Drogenkriminalität einzudämmen, doch die Schlüsselfiguren zu erwischen, die für die Verbreitung unerlaubter Substanzen sorgten, sei eine Herausforderung.

In diesem Zusammenhang wiederholt Wenig, was er schon bei der Einführung des neuen Cannabisgesetzes 2024 gesagt hatte: Die erlaubten Grenzwerte seien problematisch. Immer wieder komme es vor, dass Verkehrsteilnehmer trotz klarer Anzeichen von Cannabis-Konsum nicht sanktioniert werden könnten, weil die ausschlaggebende THC-Konzentration im Blut im grünen Bereich lag.

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Wolfgang Weiß, Geschäftsleiter der Stadt und Chef des Ordnungsamts, erklärt auf Anfrage, konkrete Beschwerden über ungebührliches Verhalten von Besuchern der Skateranlage seien der Verwaltung bislang nicht zugegangen. Entsprechende Hinweise nehme aber auch er ernst und gehe ihnen „selbstverständlich nach“. Daher wolle er Kontakt zu Polizei und Sicherheitswacht suchen, um sie zu sensibilisieren.

Amtsleiter rät zur „direkten und respektvollen“ Ansprache

Der Amtsleiter erinnert in diesem Zusammenhang an Details des seit April 2024 geltenden Cannabisgesetzes: Demnach ist der Konsum in öffentlich zugänglichen Sportstätten, zu denen auch die Skateranlage zählt, sowie in deren Sichtweite untersagt. Auch ist der Konsum in unmittelbarer Gegenwart von Jugendlichen verboten.

Nicht zuletzt weist Weiß darauf hin, dass es in Situationen wie der eingangs beschriebenen sinnvoll sein könne, Jugendliche „direkt und respektvoll anzusprechen“ – sofern dies gefahrlos möglich sei. Erfahrungsgemäß ließe sich die Lage häufig schnell klären.