Pflegedienste parken in Regensburg jetzt günstiger – Situation in der Altstadt bleibt drastisch

„Das hilft uns allen sehr!“ Daniela Liegl ist die Erleichterung anzuhören. Sie leitet einen Pflegedienst in Burgweinting und hat vor ein paar Tagen – auch das soll es geben – eine erfreuliche E-Mail vom Ordnungsamt bekommen: Die Parkgebühren für Pflegedienste in Regensburg sinken um zwei Drittel. Doch ein Problem bleibt.
Seit Jahren setzt sich Liegl für bessere Bedingungen in der Pflege ein. Regensburg sei kein leichtes Pflaster – „insbesondere bei der Parkplatzsuche und den Gebühren, die bislang durch die Stadt erhoben wurden“, schreibt die Pflegedienstleiterin in einer Pressemitteilung. Fahren, pflegen, fahren, pflegen, fahren, pflegen: Wie wichtig es ist, ob die Parkplatzsuche eine oder zehn Minuten dauert, liegt auf der Hand. Für den Ausweis, der es Pflegediensten erlaubt, etwa in zweiter Reihe oder auf dem Gehweg zu parken, verlangte die Stadt bislang 90 Euro pro Auto und Jahr.
Ende November nahm sich die CSU des Themas an. Der Landtagsabgeordnete Jürgen Eberwein und Stadträtin Dagmar Schmidl besuchten Liegl und Vertreter von fünf weiteren Pflegediensten bei einem Vor-Ort-Termin. Das Ergebnis: Ein Antrag, mit dem sich der Planungsausschuss im Stadtrat am 16. Dezember befasste. Die CSU forderte unter anderem, den Parkausweis günstiger zu machen und Bürokratie abzubauen. „Das war den Pflegediensten ein großes Anliegen“, sagt Eberwein.
Parkausweis für Pflegedienste kostet in Regensburg jetzt 30 statt 90 Euro
Die Stadt kam den Forderungen nach: Der Parkausweis kostet künftig nur noch 30 Euro und muss nicht mehr jedes Jahr neu beantragt werden. Schmidl freut es, dass ihr Antrag Erfolg hatte – und so schnell umgesetzt wurde. „Wie schön, dass damit die wertvolle Arbeit, die Pflegedienste tagtäglich direkt am Menschen leisten, ein wenig erleichtert werden kann“, sagt sie.

Liegl hat die neuen Parkausweise schon beantragt. „240 statt 720 Euro. Geld, das ich jetzt für Patienten und Mitarbeiter habe“, sagt sie und richtet ihren Dank mehrfach an Eberwein und Schmidl. Bei Facebook postete Liegl: „Ein Sieg für die Pflege in Regensburg.“
Drastische Pflege-Situation in der Regensburger Altstadt
Ein Sieg, ja – aber nur ein Teil-Sieg. In der Altstadt kämpfen die Pflegedienste weiterhin mit strengen Einfahrts- und Parkregeln. In der Fußgängerzone gelten für sie die gleichen Lieferzeiten wie für Handwerker oder Paketzusteller, also nur vormittags und abends. Das geht zulasten derer, die auf Pflege angewiesen sind. „Einige Dienste nehmen Anfragen aus der Stadtmitte bereits nicht mehr an“, hieß es im Antrag der CSU. Liegl bestätigt das Problem. „Insulin brauchen die Patienten zur Mittagszeit“, sagt sie – und schickt hinterher: „Wir sind systemrelevant.“
Für die Altstadt fand sich bislang keine Lösung. Liegl will da noch mal nachhaken. Nur: „Das geht wohl nicht so einfach auf kommunaler Ebene“, sagt Schmidl. Eberwein verspricht, das beim Innenministerium prüfen lassen.