Zementwerk Burglengenfeld: Künftig 3000 Lastwagenfahrten pro Jahr weniger?

Der Baustoffhersteller Heidelberg Materials (HM) hat sich gerade in den zurückliegenden Monaten in Burglengenfeld nicht besonders beliebt gemacht. Viele Bürger nehmen ihm das Verhalten beim Thema Steinbruch-Erweiterung krumm. Doch nun gibt es aus dem Zementwerk eine Nachricht, die vorwiegend mit Freude aufgenommen werden dürfte. Es geht um die Verlagerung von Lastwagenverkehr auf die Schiene.
Bei dem HM-Betrieb in Burglengenfeld handelt es sich bekanntlich um einen nicht nur strategisch wichtigen, sondern auch um einen vergleichsweise modernen. Über 100 Millionen Euro hat der Konzern vor einigen Jahren investiert, um die Effizienz zu steigern. Und auf die Qualität der Erzeugnisse sind die Beschäftigten besonders stolz.
Aus diesem Grund ist das Vorprodukt Zementklinker auch für andere Zementmühlen des Konzerns interessant, berichtet Werkleiter Bernhard Reindl. Aktuell werde der Betrieb in Königs-Wusterhausen bei Berlin mit Material aus Burglengenfeld versorgt.
Es geht um rund 100.000 Tonnen Material im Jahr
Der Transport in Richtung Bundeshauptstadt findet bisher per Lastwagen statt. Im vergangenen Jahr wurden 80.000 Tonnen auf diese Weise befördert, heuer sollen es 100.000 Tonnen werden.
Doch dem Werkleiter schwebt künftig eine umweltfreundlichere Lösung vor. Er möchte vermehrt wieder die Schiene nutzen. Bekanntlich hat der Konzern vor zehn Jahren die Verbindung nach Maxhütte-Haidhof selbst erworben und teilsaniert. Die Beförderung des Klinkerzements erfordere jährlich rund 260 Zugfahrten – 130 leere Züge ins Betriebsgelände hinein, 130 volle hinaus. Knapp 3000 Touren mit dem Sattelschlepper ließen sich dadurch jeweils vermeiden.
Für die Verladung auf Güterwagen, die werktags zwischen 6 und 22 Uhr stattfinden soll, müssen laut Reindl auf dem Gelände neben der Schmidmühlener Straße mehrere Bauten errichtet werden. Im Wesentlichen gehe es um einen eingehausten Transportkanal und vier Gebäude mit einer Grundfläche von bis zu 63 Quadratmeter. Das Investitionsvolumen liege im kleineren Millionenbereich.
Werkleiter ringt noch um Zuschuss für Streckenverbesserung
Im Bauausschuss, der am 19. März tagte, gab es dazu keine Diskussion, das gemeindliche Einvernehmen wurde erteilt. Gregor Glötzl (BWG) erklärte, ihn freue die Weichenstellung bei HM sehr, doch ab wann sollten denn die Züge rollen? Stadtbaumeister Franz Haneder erklärte, Ziel des Konzerns sei eine schnelle Umsetzung des Vorhabens. Er rechne schon in wenigen Monaten mit einer Realisierung.
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Bernhard Reindl zeigte sich gegenüber der Redaktion nicht ganz so optimistisch. Er sagte, er sei froh, wenn er Mitte kommenden Jahres Vollzug melden könne. Der Grund: Das gemeindliche Einvernehmen ist nach seinen Worten nur ein Teil der Vorbereitungen.
Laut Reindl gilt es auch an der Strecke verschiedene Verbesserungen vorzunehmen. Zuletzt war sie mangels Endabnehmern, die mit der Bahn hätten beliefert werden wollen, nicht mehr in Betrieb. Für Sanierungsmaßnahmen hat Reindl nun beim zuständigen Bundesamt einen Förderantrag gestellt. Nur wenn die erhofften Mittel bewilligt würden, sei fest davon auszugehen, dass die Konzernspitze die Investition absegne, warnt der Werkleiter vor zu großer Vorfreude.
Reaktivierung für den ÖPNV ist ein eigenes Kapitel
CSU-Stadtrat Thomas Hofmann wollte wissen, ob die Ertüchtigung der Schiene durch HM auch als Impuls für die angestrebte Reaktivierung der Bahnlinie nach Maxhütte-Haidhof zu verstehen sei. Doch Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) sagte, das eine habe mit dem anderen kaum etwas zu tun. Für den Personennahverkehr müsse die Strecke viel höhere Anforderungen erfüllen als für den Güterverkehr. Dementsprechend seien deutlich größere Investitionen nötig.
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Zuletzt war, wie berichtet, die Rede von rund 30 Millionen Euro gewesen. Ein Umstand, der selbst unter Freunden des Projekts starke Zweifel aufkommen ließ, ob die Pläne je realisiert werden. Ja es wurde spekuliert, der Aufwand sei bewusst in die Höhe getrieben worden, um Befürwortern der Reaktivierung den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Das Landratsamt Schwandorf wollte dazu in absehbarer Zeit einen Wirtschaftlichkeitsprüfung vorlegen. Die neueste Information des Behördensprechers Manuel Lischka: „Sobald sich der neue Kreistag konstituiert hat und die Ausschusstermine für dieses Jahr vorliegen, werden wir das Thema den zuständigen Gremien vorstellen.“