Fischerbistro in Bootsform: Chef des Teichguts Mulzer beim Steinberger See hat viel vor

In der Oberpfälzer Fischwelt ist der Name Mulzer längst ein Begriff. In vielen Restaurants, aber auch immer mehr in privaten Küchen, werden die Forellen, Karpfen oder Zander aus Oberweiherhaus zubereitet. Mittlerweile stehen in dem Örtchen, das in Sichtweite zum Steinberger See (Landkreis Schwandorf) liegt, eine Produktionshalle und ein Hofladen samt Imbiss. Doch dabei soll es nicht bleiben: Inhaber Marco Mulzer will den nächsten Schritt gehen.
Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen, aber einen ersten Entwurf gibt es schon. Auf der grünen Wiese direkt neben dem Hofladen könnte bald ein Fischerbistro entstehen. Eine Architektin hat bereits die Visualisierung erstellt, das Gebäude ähnelt einem Schiff.

Im Inneren und auch auf einer dazugehörigen Dachterrasse sollen Gäste aus Nah und Fern frisch zubereitete Fischgerichte genießen können. Der Inhaber denkt an eine kleine, aber feine Speisekarte, auf der Klassiker wie Forelle Müllerin oder gebackener Karpfen ebenso zu finden sein sollen, wie auch modern interpretierte Gerichte, Ceviche oder Filets vom Saibling auf einem in der Küche platzierten japanischen Robata-Grill zum Beispiel.
Wurzeln des Teichguts Mulzer reichen bis ins Jahr 1792 zurück
Die Idee dazu schlummert schon länger in Marco Mulzers Kopf, wie er im Gespräch mit der MZ erzählt. Seit acht Jahren führt er den Familienbetrieb. Die Ursprünge des Teichguts Mulzer in Oberweiherhaus reichen bis ins Jahr 1792 zurück. Mit dem erwerbsmäßigen Fischereibetrieb hat dann der Großvater des heutigen Chefs begonnen. Der Fokus lag auf der Aufzucht und dem Verkauf von Lebend-Süßwasserfischen.
Das ging lange gut, doch Fressfeinde wie Kormoran oder Fischotter bereiteten der lokalen Teichwirtschaft zuletzt immer größere Probleme. Um den Betrieb fit für die Zukunft zu machen, musste Enkel Marco neue Wege gehen. Seit er den Betrieb übernommen hat, spielt die professionelle Verarbeitung und Direktvermarktung der Fische eine große Rolle – vor allem für Gastronomiekunden.

Gegenüber des Wohnhauses, das auf Schwandorfer Gebiet liegt, wurde auf Steinberger Flur eine große Halle gebaut. In dieser werden Forellen, Karpfen, Zander, Saiblinge und Waller geschlachtet, veredelt und dann verkauft.
Vor zwei Jahren kam ein Hofladen samt Bistro dazu
Ein Großteil der Fische stammt aus eigener Zucht. Um die Nachfrage bedienen zu können, kooperieren die Mulzers aber auch mit ausgewählten Betrieben innerhalb der Oberpfalz, die Lebendfische zur Weiterverarbeitung nach Oberweiherhaus transportieren.
Zu den Abnehmern gehören Wirtshäuser, aber auch hochdekorierte Sterne-Adressen im Umkreis von etwa 100 Kilometern. Und mittlerweile schätzen auch viele private Kunden den frischen Süßwasserfisch aus dem Landkreis Schwandorf. Aus diesem Grund hat Marco Mulzer vor etwas mehr als zwei Jahren einen eigenen Hofladen samt heißer Theke eröffnet.

Kunden finden hier natürlich frischen, heimischen Süßwasserfisch in verschiedensten Variationen, aber auch fertige Fischgerichte für den Ofen und Snacks für den schnellen Hunger. Ergänzt wird das Angebot durch Fleisch- und Wurstwaren regionaler Landwirte und Metzgereien sowie Geflügel aus eigener Weidehaltung. „Der Hofladen läuft, die Kunden sind sehr zufrieden“, sagt Marco Mulzer.
Projekt hat am Dienstag wichtige Hürde genommen
Mit dem Fischerbistro würde er nun gerne einen Kreislauf schließen. Auf dem Areal des Teichguts Mulzer wird bereits erfolgreich gezüchtet, verarbeitet und verkauft. Nun soll auch noch der bewusste Genuss vor Ort dazukommen. „Der heimische Süßwasserfisch ist leider noch immer unterrepräsentiert“, findet der Chef.
Das soll sich mit dem neuen Fischerbistro ändern. Mulzer sieht dieses auch als „Werbung für die gesamte Fischerei im Oberpfälzer Seenland“. Noch rede man aber über „ungelegte Eier“. Man müsse erst einmal eruieren, wie hoch die Baukosten ausfallen und ob man in Sachen Personal fündig werde. „Wir bräuchten natürlich einen Küchenchef“, sagt Mulzer.
Eine wichtige Hürde hat das Projekt aber schon genommen. Am Dienstag gab der Steinberger Gemeinderat grünes Licht für den Bauantrag. Das Gremium war sich durch die Bank einig. Beim Teichgut Mulzer handle es sich „um ein Aushängeschild für die Region“. Deshalb unterstütze man das Vorhaben gerne.
Das freut auch Marco Mulzer, der sich sowohl bei der Gemeinde Steinberg als auch dem Landkreis Schwandorf für die Zusammenarbeit bedankt. „Wir haben jetzt erst einmal die Sicherheit, dass wir das Fischerbistro realisieren können.“ Mit einem Baubeginn rechnet der Inhaber aber nicht vor 2027.
Ein weiteres Hoffest ist in Planung
Datum: Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr plant Marco Mulzer auch heuer ein Hoffest. Dieses findet am 18. und 19. Juli auf dem Areal des Teichguts Mulzer statt.
Programm: Es gibt hausgemachte Fischspezialitäten, Getränke und Livemusik. Besonders freut sich Marco Muzer auf den Festsonntag, 19. Juli. Dann zaubern die Spitzenköche Alisa & Philipp Stahl (Schlosswirtschaft Heitzenhofen), Sternekoch Maximilian Schmidt (Roter Hahn) und Zwei-Sterne-Koch Sebastian Obendorfer (Restaurant Eisvogel) zusätzlich modern interpretierte Fischgerichte vom Saibling, Waller & Co. Tickets für das FineDining und Reservierung im Hofladen oder auf der Internetseite www.mulzer.bayern.