Grausiger Knochenfund bei Maxhütte-Haidhof: Wie kam die Tote in den Wald an der A93?

Von André Baumgarten · 13. März 2026 um 12:21

Eine 60-Jährige lag seit 21 Monaten unentdeckt bei Ibenthann im Landkreis Schwandorf. Wer die Frau ist, wissen die Mordermittler dank DNA-Analyse mittlerweile – wie sie zu Tode kam, allerdings nicht. Offen ist auch, wer die Leiche im Mai 2024 dort abgelegt oder entsorgt hat. Die Kripo sucht nun Zeugen. Was bisher zu den Ermittlungen bekannt ist.

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Menschliche Knochen in einem Wald bei Maxhütte-Haidhof sorgen bei Mordermittlern für Kopfzerbrechen: Erst knapp drei Wochen nach dem grausigen Fund der sterblichen Überreste bei Ibenthann steht fest, wer die Tote ist – eine Frau aus Maxhütte-Haidhof, wie Polizeisprecher Jonas Krauß der MZ auf Nachfrage bestätigt. Die Kripo geht nun mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit. Denn: Der Auffindeort in dem abgelegenen Waldstück unweit der A93 ist „nicht der Ort, an dem die Frau verstorben ist“.

An jenem Freitagnachmittag im Februar deutet nur das an einer Scheune in der Nittenauer Straße geparkte Fahrzeug der Spurensicherung darauf hin, dass hier wohl etwas nicht stimmt. Mehrere Ermittler der Amberger Kriminalpolizei sind vor Ort. Von der Straße aus ist das, was unter einem weißen Pavillon passiert, nicht zu sehen. Bäume und dichtes Gestrüpp erschweren den Blick. Nur Fußspuren im gefrorenen Schnee weisen den Weg zum mit rot-weißem Trassierband abgesperrten Bereich im Wald.

Spurensicherung musste die Knochen akribisch freilegen

Hier wurden bei Arbeiten in einem Waldstück menschliche Knochen aufgefunden, wie Jonas Krauß, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz mitteilt. Am 20. Februar ist das gewesen – mit näheren Details dazu hielt man sich aber lange zurück. Der Grund: Was da gefunden wurde, waren nur noch Knochen und Knochenreste. Offensichtlich war die Person also bereits vor längerer Zeit abgelegt worden. Die sterblichen Überreste, die an einem etwas abschüssigen Hang entdeckt wurden, mussten nach und nach ausgegraben werden. Die Ermittler sicherten akribisch mögliche Beweise – eine Sonde, Fototechnik und anderes Spezialequipment kamen zum Einsatz.

Knochenfund im Landkreis Schwandorf: Tote per DNA identifiziert

Hinweise darauf, wer die Tote ist, haben die eingeschalteten Mordermittler inzwischen. Denn mittlerweile, das bestätigt Krauß am Freitag, steht nach einer DNA-Analyse fest, dass es sich um die Überreste „einer 60-jährigen Frau aus dem Bereich Maxhütte-Haidhof handelt“. Das Alter beziehe sich auf den Sterbezeitpunkt, der laut Rechtsmedizin im Mai 2024 gewesen sein dürfte. Die Leiche dürfte also bereits vor gut eineindreiviertel Jahren in dem Waldstück abgelegt oder entsorgt worden sein.

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Man gehe aktuell davon aus, dass das einsame Waldstück bei Ibenthann nicht der Ort ist, an dem die 60-Jährige im Mai 2024 verstarb. Doch wie und wo kam die Frau dann zu Tode? Das ist die große Frage, der die Mordermittler aus Amberg derzeit nachgehen. „Wir konzentrieren uns auf die Umstände des Todes der Frau“, erklärt Polizeisprecher Krauß. Eine rechtsmedizinische Begutachtung der gefundenen Knochen habe ergeben, dass es „keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung gibt“, betont er.

Akribisch sicherten die Spezialisten der Spurensicherung Spuren und Beweise. Die Knochen mussten ausgegraben werden. - Foto: Kellermeier

Doch Fakt ist auch: Irgendwie muss irgendjemand die Tote im Wald versteckt haben. Gegen wen ermittelt wird und ob überhaupt bereits wer – beispielsweise aus dem näheren Umfeld der Toten – im Fokus der Ermittler steht, wird nicht weiter kommentiert. „Die Kriminalpolizei arbeitet mit Hochdruck an dem Fall“, erklärt Krauß. Weitere Details zu dem grausigen Fund der menschlichen Überreste könne man mit Blick auf die noch laufenden Ermittlungen nicht preisgeben. „Wir können und wollen die Arbeit der Amberger Kollegen nicht gefährden.“

Nach Recherchen der Mittelbayerischen Zeitung soll die Tote wohl aus sozial eher angespannten Verhältnissen stammen. Offiziell vermisst gemeldet soll sie allerdings nicht gewesen sein. Sehr wahrscheinlich lebte die 60-Jährige zuletzt äußerst zurückgezogen. Anders wäre es kaum zu erklären, warum niemandem – also auch keinen Nachbarn oder Bekannten der Toten – aufgefallen war, dass die Frau seit rund eineindreiviertel Jahren nicht mehr gesehen wurde. Außer, jemand leerte ihren Briefkasten und stellte Müll- oder Papiertonnen regelmäßig vor die Tür.

Wie kam die Tote in das Waldstück an der A 93?

Das scheint auch einer der Ansatzpunkte der Mordermittler zu sein. Wie Polizeisprecher Jonas Krauß mitteilt, geht die Kripo in dem mysteriösen Fall nun mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit. Dabei konzentriert sich das Interesse der Ermittler vor allem darauf, wie die Leiche im Mai 2024 an den Fundort kam. Irgendwie muss die Frau in das Waldstück, Luftlinie jeweils rund 300 Meter von der Autobahn und von der Nittenauer Straße im Maxhütter Ortsteil Ibenthann entfernt, gebracht worden sein, heißt es.

Sehr wahrscheinlich dürfte der Transport zu dem Auffindeort wohl mit einem Fahrzeug geschehen sein, wäre zu mutmaßen. Doch leicht zugänglich ist der Bereich nicht, so viel steht fest. Ob dafür eine oder eher mehrere Personen nötig waren, um die Tote in dem Waldstück abzulegen, ist offen. „Beides wäre reine Spekulation“, so Krauß.

Zeugen gesucht: Das will die Kripo alles wissen

Die Kriminalpolizei in Amberg bittet mögliche Zeugen, die etwas beobachtet haben, sich zeitnah zu melden. Es geht dabei um jede, womöglich auch unbedeutend wirkende Wahrnehmung im Mai 2024, insbesondere in der Nacht oder auch in den frühen Morgenstunden im Bereich der Nittenauer Straße bei Maxhütte-Ibenthann.

Besonders interessiert sind die Ermittler an Beobachtungen, die in Zusammenhang mit einem möglichen Transport oder Verbringen eines Leichnams stehen könnten. Hinweise nimmt die Kripo unter der Telefonnummer (0 96 21) 89 00 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.