Die Lichtkunst kommt, doch der Verhau vorm Bayern-Museum in Regensburg bleibt

Wie lange kann es dauern, die Klimatechnik in einem neu erbauten Gebäude zu reparieren? In Regensburg lässt sich diese Frage auch nach einem Jahr noch nicht beantworten.
Aufbauten gibt es derzeit einige auf dem Vorplatz vorm Haus der Bayerischen Geschichte am Donaumarkt. Eine Werbetafel und ein Technikturm erinnern daran, dass auch hier heute das Lichtkunstfestival Relight beginnt. Die Fassade wird dabei wieder zur Projektionsfläche. Die Apparatur an der rechten unteren Gebäudeecke hat allerdings nichts damit zu tun.
Denn das ist immer noch das Notkälteaggregat, das bereits seit einem Jahr für die Aufrechterhaltung des klimatechnischen Betriebs in dem 2019 fertiggestellten Bau sorgt. Ende Februar 2025 hatte die eigentlich dafür zuständige Hauptanlage den Geist aufgegeben, seither steht die Übergangslösung da, umzäunt mit großflächigen „Brezeria“-Planen.
Anwohnerin klagt über Schlafprobleme
Für das Lokal im Museum dienen diese als gute und unerwartet langlebige Werbung – für viele Passanten und vor allem für Anwohner aber ist dieses Provisorium ein Ärgernis da. Quasi zum Jahrestag haben sich mehrere Leser bei der Mittelbayerischen gemeldet, denen das Notaggregat aus unterschiedlichen Gründen auf den Geist geht.
„Besonders in der Nacht höre ich ein ständiges Brummen in meiner Wohnung, was einfach unerträglich ist“, klagt beispielsweise eine Nachbarin. Weil die alten Fenster in ihrem Haus keinen modernen Schallschutz böten, sei sie diesem ständigen, nervtötenden Geräusch ungebremst ausgeliefert. Ohrenschmerzen und Schlafstörungen seien die Folgen . Und es gehe beileibe nicht nur ihr so, sagt die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will: „Viele meiner Bekannten und Freunde haben es auch inzwischen schon gehört. Es ist eine Zumutung.“
Eher ein ästhetisches Problem mit dem Verschlag hat eine zweite Beschwerdeführerin. „Ich bin ehrlich gesagt entsetzt. Wie lange soll dieses Stadtbild noch die Einwohner und Touristen erschrecken?“, fragt sie und zieht zum Vergleich die sonst so hohen gestalterischen Maßstäbe der Stadt heran. Wegen derer seien in der Vergangenheit mitunter schon schöne Sitzbänke verboten worden, weil sie den Ansprüchen im Welterbe nicht genügten. „Aber mit diesem Verschlag scheint wohl alles okay zu sein. Da kann ich nur den Kopf schütteln.“
Das zuständige Fachamt trifft keine Aussage mehr zur Dauer.Juliane von Roenne-Styra, Stadt-Sprecherin
Die nach wie vor offene Frage lautet: Wie lange muss die Notlösung noch stehen bleiben? Auch die Anwohnerin hat diese schon oft gestellt – und unbefriedigende Antworten erhalten. „Seit über einem Jahr werde ich hingehalten von der Stadt. Immer wieder wurde mir gesagt, dass das Aggregat bis da und dahin weg sei, was aber nie der Fall war. Immerzu wurde ich wieder neu hingehalten“, regt sie sich auf.
Die Mittelbayerische hatte sich zuletzt Anfang Dezember nach dem Stand der Dinge erkundigt. Schon zu diesem Zeitpunkt war der Abbau des Aggregats – ursprünglich hatte man höchstens mit einer Stehzeit bis Juni 2025 gerechnet – längst überfällig gewesen. Als Gründe für die Verlängerung wurden damals zwei wesentliche Aspekte genannt: Die Komplexität der Reparatur und vor allem Probleme beim Finden einer passenden Firma für den technischen Support der Hauptanlage. Diese gestaltete sich schwierig, weil das einst für die Errichtung zuständige Unternehmen zwischenzeitlich übernommen worden war.
Trotz dieser Hürden war man bei der Stadt Ende 2025 aber noch optimistisch und legte sich fest, dass der Verschlag im Januar verschwinden werde. Eine trügerische Zuversicht, denn kurz vor Mitte März hat sich nichts an der Situation verändert.
Problemstellung ist seit vielen Monaten unverändert
„Eine sehr unerfreuliche Sache“, sagt daher Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra und räumt ein, dass es immer noch keine Lösung mit einer zur Steuerung der Software fähigen Firma gibt: „Wir sind da von Dritten abhängig.“
Deshalb müsse auch die Stadt weiter warten und zusätzliches Geld in das Provisorium stecken. 178.000 Euro waren vorab für die Gesamtreparatur veranschlagt worden, die Kosten für die Ersatzkälte von März bis Mai 2025 mit 32.000 Euro. Angesichts der viel längeren Betriebszeit dürften sich die Beträge vervielfacht haben.
Und ein Ende ist immer noch nicht abzusehen. „Das zuständige Fachamt trifft keine Aussage mehr zur Dauer“, teilt die Stadt-Sprecherin mit. Insofern droht die schlaflose Anwohnerin mit dieser düsteren Prophezeiung Recht zu behalten: „Ich gehe davon aus, dass das Aggregat noch die nächsten Monate dastehen wird.“