Der „komische Kasten“ vorm Bayern-Museum in Regensburg bleibt noch bis Januar

Bereits seit Juni hätte das Notaggregat als Behelfslösung am Regensburger Donaumarkt wieder weg sein sollen, jetzt ist sie im Advent immer noch da. Was ist da schief gelaufen?
Ob Spaziergängern am Donaumarkt, Besuchern des Museums oder Autofahrern, die die Eiserne Brücke in südlicher Richtung überqueren: Ihnen allen fällt seit etlichen Monaten das mit schwarzer Plane ummantelte Gerät am Haus der Bayerischen Geschichte ins Auge. „Wie lange steht der komische Kasten denn noch da?“, fragte erst am Freitag wieder eine Besucherin des wöchentlichen Bio-Markts nach der Verweildauer dieses offensichtlichen Provisoriums.
Für sie und alle anderen Interessierten gibt es jetzt eine aktualisierte Antwort: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist von einer Entfernung im Januar 2026 auszugehen“, kündigt Katrin Holzgartner von der städtischen Pressestelle an.
Das an prominenter Stelle postierte Gerät wurde im Frühjahr aufgestellt. Weil sich zur selben Zeit das Wirtshaus im Museum als „Brezeria“ neu erfand, wurde die Abdeckplane mit einem entsprechenden Hinweis bedruckt und dient bis heute als gute Werbung. Doch der Apparat dahinter hat natürlich nichts mit der Herstellung von Brezen-Pizzen zu tun.
Im Juni hätte schon alles fertig sein sollen
Es handelt sich um ein Notkälteaggregat, wie Andrea Rüth, Sprecherin des Hauses der Bayerischen Geschichte, aufklärt. „Dieses wurde für den Anlagenumbau der Energiezentrale im Nordosten des Museumsgebäudes aufgestellt.“
Nötig war diese Behelfsmaßnahme geworden, weil die Hauptanlage zur Wärme- und Kälteversorgung des 2019 eröffneten Museums Ende Februar den Geist aufgegeben hatte. Nach dem Austritt von Kältemittel war zudem eine Korrosion des Motors der Antriebswelle festgestellt worden. Für die Aufrechterhaltung des klimatechnischen Betriebs sorgt seither besagter „komischer Kasten“.
Die Kosten für diesen und vor allem für die Instandsetzung der Hauptanlage muss die Stadt tragen. „Die Energiezentrale liegt im Verantwortungsbereich der Stadt Regensburg“, erklärt Rüth. Bereits im Mai musste sich daher der Finanzausschuss des Stadtrats mit dem Thema befassen und im Nachtragshaushaltsplan Mittel in Höhe von insgesamt 178.000 Euro bereitstellen. Im Juni, so lautete die Prognose damals, werde die Energiezentrale wieder voll einsatzbereit sein.
Doch warum steht das Notkälteaggregat ein halbes Jahr später immer noch da? „Grund für die Verzögerung ist ein fehlender Support durch das Dienstleistungsunternehmen“, erläutert Stadt-Sprecherin Holzgartner. Die Ursache hierfür sei wiederum in einer Firmen-Rochade zu suchen. Der Dienstleister, der die Anlage einst eingerichtet hat, sei extern übernommen worden. Der Support durch das Nachfolgeunternehmen sei nun erst nach Wartezeit angelaufen.
Zusätzlich zu dieser organisatorischen Komplikation war offenbar auch die Reparatur selbst alles andere als trivial. „Innerhalb der komplexen Anlagenkonstruktion sind mehrere voneinander unabhängige und im Vorfeld nicht vorhersehbare Schäden aufgetreten“, sagt Holzgartner dazu.
Mehr kaputt als angenommen
Konkret sei es zu einer Leckage an der Verdichteranlage, dem Ausfall eines Frequenzumrichters, mechanischen Störungen an den Wärmetauschern sowie dem Ausfall einzelner Steuerungseinheiten gekommen. Als Reparaturkosten dafür gibt die Stadt einen Betrag „im mittleren fünfstelligen Bereich“ an.
Ob die im Mai bewilligten Gesamtmittel von 178.000 Euro letztlich reichen werden, ist indes zu bezweifeln. Schon allein deshalb, weil die Kosten für die Ersatzkälte damals mit 32.000 Euro veranschlagt worden waren – ausgehend von einer Einsatzzeit von März bis Mai, „zur Überbrückung der Lieferzeiten der Ersatzteile“, wie es in der Vorlage für den Stadtrat hieß. Da das Notaggregat nun (mindestens) sechs Monate länger benötigt wird, erhöht sich die Rechnung für die Stadt entsprechend.