Preisvergleich: Der ganz normale Benzinpreis-Wahnsinn vom Nationalpark bis Furth im Wald

Aufgrund des Krieges im Mittleren Osten explodieren im Moment die Benzinpreise. Um so wichtiger ist es, beim Tanken zu sparen. Eine Fahrt durch den Bayerischen Wald bringt Klarheit ob und wie das geht.
Mein Weg zur Arbeit von Schönberg nach Furth im Wald führt mich, vorbei an vielen Tankstellen, durch die drei Landkreise Freyung-Grafenau, Regen und Cham. Erster Stopp am Freitagmorgen Avia-Tankstelle Schönberg. Dort kostet der Liter Super 1,999 Euro, E10 ist um sechs Cent günstiger. Der Diesel liegt bei 2,059 Euro. „Wir waren heute schon bei 2,10 Euro“, sagt die Mitarbeiterin. Bis zu zehn Mal wird der Preis am Tag geändert. In den ersten zwei Stunden seit 7 Uhr schon dreimal. Später verrät mir Geschäftsführer Peter Mühlbauer bei Avia in Furth, dass der Preis morgens immer am höchsten ist.
In Regen ist das Benzin am teuersten
Während man in Schönberg keinen Kundenrückgang verzeichnet, ist der in Regen bei Agip deutlich zu spüren. „Die Leute fahren ins nah gelegene Tschechien zum Tanken“, verrät die Kassiererin. Umso unverständlicher, warum ausgerechnet hier der Sprit an diesem Vormittag am teuersten ist. Diesel gibt es für 2,119 Euro, Super kostet 2,089 Euro, E10 2,029 Euro. Warum das ausgerechnet in Grenznähe so ist, kann man in der ADAC-Pressestelle in München auch nicht sagen. Benzinpreisexperte Andreas Hölzel hat das Phänomen entlang der Grenze schon häufiger beobachtet. „Kann schon sein“, lacht er auf die Vermutung meinerseits, „weil es eh schon egal ist.“
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Etwas Ausschlag bei Shell Drachselsried an der Staatsstraße 2132 (Diesel: 2,069 Euro, Super: 1,999 Euro, E10: 1,939 Euro) gegenüber Aral in Bad Kötzting (2,059 Euro, 1,959 Euro und 1,899 Euro). Lohnt bei vier Cent Ersparnis in Bad Kötzting ein Ausflug von Drachselsried dorthin? Die Frage kann Hölzel nicht pauschal beantworten. Es ist eine Abwägungssache: „Man muss den Benzinverbrauch für den Umweg einrechnen, den Zeit- und Materialverlust und die höhere Belastung der Umwelt ebenso.“ Aber er bestätigt, was man bei Avia in Furth sagt: „In der Regel ist es abends deutlich billiger. Im Schnitt bis zu 13 Cent.“ Er schränkt aber ein, dass das Erfahrungswerte für ruhige Zeiten sind. In der momentanen Krisensituation könne der Wert auch anders ausfallen.







Letzter Deutschlandhalt bei Avia Mühlbauer in Furth im Wald – Preissieger bei dieser Bayerwald-Stippvisite, obwohl die Drachenstadt nur wenige Kilometer von den tschechischen Zapfsäulen entfernt liegt. Der Diesel kostet 1,999 Euro, Super 1,939 Euro und E10 1,879 Euro. Einen Einfluss auf die Preisgestaltung habe man nicht, sagt Siegfried Mühlbauer, der die Geschäfte zusammen mit seinem Vater Peter führt. Das wird, wie bei allen Tankstellen, die zu einem Konzern gehören, zentral gesteuert. Daher ist nicht zielführend mit dem Personal zu schimpfen, die das nicht beeinflussen können. Der Preisunterschied zu den böhmischen Nachbarn sei auch durch die verschiedenen Steuersätze erklärbar. Einen dramatischen Rückgang im Tankverhalten hat er bis jetzt noch nicht beobachtet.
In Tschechien ist der Sprit deutlich günstiger
Hölzel ergänzt noch, dass der Preis häufig auch von der Konkurrenzsituation abhängt: In Ballungsräumen, wo mehr Menschen leben, gibt es auch mehr Tankstellen. Dort ist der Preis meist niedriger als auf dem Land. Zum Abschluss geht es über die Grenze. Vom Rathaus in Furth im Wald sind es rund fünf Kilometer bis zur Tankstelle one am großen Kreisverkehr kurz hinter dem Schlagbaum. Der Preisunterschied ist deutlich. Diesel kostet 1,59 Euro, Super 1,70 Euro und E10 1,54. Kein Wunder also, dass beim Fototermin ständig zwischen acht bis zehn Fahrzeuge mit Chamer Kennzeichen an den Säulen günstiges Benzin getankt haben.
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Mein Fazit: Wer nicht direkt an der Grenze wohnt oder arbeitet, für den gilt: Mal hat man Glück, mal hat man Pech. Die Tankapps, die es auch vom ADAC gibt, funktionieren meist nur bei geringen Entfernungen, weil die Preise über den ganzen Tag geändert werden.