Regensburgerin parkt neues Auto am Unteren Wöhrd – und plötzlich ist es weg

Von Jonas Raab · 5. März 2026 um 19:00

Einfahren. Auto parken. Ausfahren. „So geht’s“, steht auf Parkplatz-Schildern am Unteren Wöhrd geschrieben. Voraussetzung für Punkt drei ist, dass der Wagen noch da steht, wo man ihn abgestellt hat. Eine Regensburgerin traute am Montag den Augen nicht mehr, zweifelte ihren Verstand an: Ihr Auto, das sie erst seit ein paar Tagen ihr Eigen nennt, war verschwunden.

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„Ich hab mich schon so gefreut, dass ich gleich mein neues Auto sehe, wenn ich um die Ecke schau“, sagt die Regensburgerin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Der Blick um die Ecke wurde zum Schockmoment. Das neue Auto stand nicht mehr da, wo sie es abgestellt hatte. Die 41-Jährige zückte das Handy, schaute das Bild an, das sie am 22. Februar nach dem Parken extra noch gemacht hatte (liegt der MZ vor). „Das kann doch nicht sein?“, fragte sie sich – und geriet immer mehr in Panik, wie sie erzählt.

„Ich habe doch nicht rückwärts eingeparkt?“

„Ich war so durch den Wind“: Die Frau lief die Parkreihe ein paar Mal auf und ab. Nichts. Sie ging zum Parkautomaten und sah, dass ihr Auto noch im Parkplatz eingecheckt war. „Zumindest nicht geklaut“, dachte sich die 41-Jährige und suchte den Parkplatz ab. Schließlich fand sie ihr Auto eine Parkreihe von der entfernt, in der sie ursprünglich geparkt hatte.

Die Fragen, die der Frau durch den Kopf schossen, wurden nicht weniger. „Ich war total entsetzt und habe mich gefragt, ob ich mein Auto nicht doch selbst dort geparkt habe. Aber ich hatte ja das Foto“, erinnert sie sich an den Moment, in dem sie ihren Verstand anzweifelte. „Ich war völlig durch den Wind.“ Das Auto sei plötzlich rückwärts eingeparkt dagestanden. „Das vermeide ich.“ Langsam realisierte die 41-Jährige, was sie eigentlich schon seit einer Viertelstunde wusste: Das Auto muss bewegt worden sein. Ein Strafzettel oder irgendein anderer Hinweis an der Windschutzscheibe? Fehlanzeige. „Ich wusste nicht, was passiert ist. Ich wusste nicht warum. Dann bin ich völlig aufgelöst aus dem Parkplatz rausgefahren.“

Was ist da passiert? „Es ist korrekt, dass das Fahrzeug in der vergangenen Woche umgesetzt wurde“, sagt Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk auf Nachfrage. Hintergrund seien Baumfällarbeiten für den Bau des neuen Parkhauses gewesen, dessen Spatenstich am Dienstag gefeiert wurde. 11,5 Millionen Euro soll es kosten und nach einer „sensationell kurzen“ Bauzeit im April 2027 fertig sein.

So soll das Parkhaus, das am Unteren Wöhrd in Regensburg entsteht, einmal aussehen. - Foto: Stadtwerk Regensburg (Visualisierung)

Anfang Februar hatte das Stadtwerk mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen und 138 Parkplätze gesperrt, um dafür Platz zu haben. Das wusste die 41-Jährige. Ein Banner hier, ein Zaun dort und ein Absperrband da: „Überall so komische Baustellenabschnitte. Das kapiert man nicht so gut“, sagt die Regensburgerin. Deshalb habe sie ihr Auto extra weit von den Absperrungen entfernt geparkt.

Nach dem Schock kommt die Angst vor Abschleppkosten

Acht Bäume seien gefällt worden, sagt Gottschalk. Zum Auto der 41-Jährigen erklärt er: „Die Kollegen haben sich vor Ort für eine Umsetzung als Sicherheitsmaßnahme entschieden, damit am Fahrzeug während der Arbeiten keine Schäden entstehen.“ Ein Fachbetrieb habe das übernommen. Weitere Autos seien nicht betroffen gewesen.

Als die Regensburgerin am Montag den ersten Schock überwunden hatte, beschlich sie die nächste Angst: „Muss ich jetzt die Abschleppkosten zahlen?“, fragte sie sich tagelang; googelte, wie viel das ausmachen könnte. Gottschalk hat gute Nachrichten: „Selbstverständlich“ entstünden der Frau keine Kosten – ihr Auto sei korrekt abgestellt gewesen. „Derartige Umsetzungen sind singuläre Ereignisse.“

Das dürfte die Frau wohl unterschreiben – und den Vorfall ihr Leben lang nicht mehr vergessen.