Landkreis Cham setzt Windkraft-Pläne auf Stand-by

Das aktuell sehr niedrige Zuschlagsniveau bei den Windkraftausschreibungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz stellt insbesondere die Projekte in Süddeutschland vor Herausforderungen. „Unter den aktuellen und erwarteten Rahmenbedingungen können derzeit in vielen Regionen Süddeutschlands neue Windkraftanlagen kaum noch wirtschaftlich betrieben werden.“ Zu diesem Fazit sind die Windkraftexperten der Firmengruppe Max Bögl gemeinsam mit den Regionalwerken Landkreis Cham nach einer eingehenden Analyse gekommen. Darüber informiert die Pressestelle des Landratsamtes in einer Mitteilung.
„Nun gilt es klug zu überlegen, wie wir auf diese geänderte Situation reagieren“, gibt Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender Franz Löffler die Richtung vor. Das Zielbild und die Ziele des gemeinsamen Kommunalunternehmens sind nach wie vor richtig: regional erzeugter Strom für unsere Firmen und Menschen in der Region. Er betont: „Die Regionalwerke bleiben ein wichtiger Akteur für die Energiewende, und die Partnerschaft mit der Firmengruppe Max Bögl besteht fort. Wenn sich die Marktchancen beim EEG wieder verbessern, können wir sofort reagieren. Wir brauchen die Chancen der regionalen Energieerzeugung – gerade in diesen bewegten Zeiten – für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und unserer Region.“
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Zu dieser deutschlandweiten Entwicklung haben die Überangebote bei den EEG-Ausschreibungen für die Förderung von Windenergieprojekten geführt. Die sehr starke Überzeichnung der Ausschreibungsmengen drückt die Zuschlagswerte deutlich nach unten. Im November lag der Durchschnittswert bei knapp 6 Cent pro Kilowattstunde. Auch bei den zukünftigen Ausschreibungsrunden wird mit einem weiteren Rückgang gerechnet, da weiterhin von einem wesentlich höheren Volumen an genehmigten Projekten im Vergleich zur verfügbaren Ausschreibungsmenge ausgegangen wird.

Nun gilt es klug zu überlegen, wie wir auf diese geänderte Situation reagieren.Franz Löffler, Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender
Diese Entwicklung trifft auch den Landkreis Cham. Deswegen unterstützt Landrat Franz Löffler die Initiative Bayerns im Bundesrat, die Ausschreibungsmengen zu erhöhen – durch zahlreiche Gespräche vom bayerischen Energie- und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bis hin zum Kanzleramtsminister Thorsten Frei. „Diesen politischen Prozess gilt es abzuwarten, ebenso wie die Entwicklung geopolitischer Ereignisse, im Besonderen die Eskalation im Nahen Osten“, so Löffler. „Umso mehr gewinnt regionale Energieerzeugung auch im Süden Deutschlands an Bedeutung und Stellenwert.“
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Deshalb wird die Firmengruppe Max Bögl zusammen mit den Regionalwerken die weitere Projektentwicklung der Windparks inklusive der derzeit laufenden Genehmigungsverfahren in der Region Cham weiter im Auge behalten, um dann, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, sofort mit der Umsetzung starten zu können. Entsprechend dem Fortgang und der daraus sich ergebenden Anforderungen aus dem Genehmigungsverfahren sowie der Entwicklung des EEG-Ausschreibungsverfahrens ist auch eine Optimierung der Standorte nicht ausgeschlossen. Natürlich spielt hier auch die Frage der Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle.