Nächster Schritt zur Energiewende in Cham: Wo sich bald die Windräder drehen sollen

Von Christoph Klöckner · 18. September 2025 um 17:00

Auf dem Weg zur landkreiseigenen Stromversorgung geht Cham mit seinen Regionalwerken wieder einen Schritt nach vorn. Die nächste Hürde ist zu nehmen – die Finanzierung. Und dabei setzen die Regionalwerke auf ihre beteiligten Kommunen. Die sollen nun zusätzliche 20 Millionen Euro aus ihren Kassen oder über Kredite freigeben, um vier Windparks in den nächsten fünf Jahren zu verwirklichen.

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Den Fortschritt der vor zwei Jahren gegründeten Regionalwerke stellte Landrat Franz Löffler im Beisein des Sprechers der Chamer Bürgermeister, der zudem CSU-Landratskandidat ist, Michael Multerer, den beiden Spitzen der Regionalwerke sowie Florian Franz vom Partner des Landkreises, der Firma Max Bögl, vor. Er betonte das Ziel, dass die Regionalwerke erreichen wollen: Eine landkreiseigene und bezahlbare Energieversorgung durch Windkraft und Photovoltaikfreiflächenanlagen auf die Beine zu stellen. Das Thema Energie sei ein Faktor für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises, die hier gelöst werden solle.

Flächen bereits gesichert

Nachdem nun die Standorte für vier Windparks mit 14 Windrädern nach klaren Kriterien festgelegt und die dortigen Flächen gesichert worden seien, zudem auch die Einspeisevoraussetzungen der Parks mit dem Netzbetreiber abgeklärt seien, gehe es nun ums Geld, so Franz Löffler. Insgesamt werden die Projekte, die 600 Gigawattstunden Strom erzeugen sollen, nach den ersten Schätzungen 200 Millionen Euro kosten – davon sind für sieben PV-Freiflächenanlagen 32 Millionen Euro vorgesehen, 168 Millionen für die Umsetzung der Windparks.

Die 200 Millionen würden zu 80 Prozent über Bankenkredite an die Regionalwerke aufgebracht – das sei in der Branche so üblich, sagte Löffler. Von den übrigen 40 Millionen Eurowürden 51 Prozent durch Landkreis und Kommunen übernommen. Die restlichen 49 Prozent könnten durch Firmen oder Privatleute finanziert werden. Funktioniere das nicht, schließe die Firma Max Bögl im Notfall diese 49-Prozent-Lücke durch ihr Kapital – das sei so garantiert, sagte Löffler. Mit 51 Prozent der Anteile habe man als Kommune die Oberhoheit, erläuterte Löffler den Plan, denn es gehe hier nicht um Gewinnmaximierung, sondern um die Versorgung des Landkreises mit günstigerem Strom – man brauche also keinen Gewinn machen.

15 Millionen von Kommunen?

Von den abzudeckenden 20 Millionen Euro würden die Regionalwerke fünf Prozent übernehmen, der Landkreis maximal 25 Prozent – so würden 14 bis 15 Millionen Euro bei den beteiligten Kommunen bleiben. Die müssten bereits in den kommenden Gemeindehaushalten auftauchen, da das Eigenkapital zuerst verbraucht werden müsse.

Die seien vor zwei Tagen darüber informiert worden und müssten nun in den nächsten vier bis sechs Wochen entscheiden, ob und mit wie viel Geld sie sich einbringen wollen. Möglich sei das auch über Kredite, zumal sich die Investition laut Proberechnung selbst dann für die Kommunen lohne und am Ende eine Rendite rauskomme.

2026 bereits im Wettbewerb

Bürgermeistersprecher Michael Multerer ist optimistisch, dass die Kommunen das Geld aufbringen. Zumal das Konzept, dass man bei einer Investition etwas raus bekomme, für die Gemeinden neu sei. Es gebe wenig Argumente gegen die Windkraft, so Multerer – nur die schöne Aussicht zu erhalten, sei sicher keines. Landrat Franz Löffler betonte, dass man kein übermäßiges Risiko eingehen werde. „Die Umsetzung wird erst dann scharf gestellt, wenn wir eine gesicherte Einspeisevergütung über 20 Jahre in der Tasche haben“, sagte der Landrat.

Erst dann würden die Verträge unterschrieben. Im kommenden Jahr wollen die Regionalwerke gemeinsam mit dem Projektplaner Bögl die vier Windparks in den Wettbewerb um die Einspeisevergütung schicken. Die Bundesnetzagentur schreibt die jeweiligen Vorgaben aus, zu dem der Strom erzeugt werden sollte. Liegt das Angebot der Regionalwerke richtig, gibt es einen Zuschlag – und damit die Garantie, eine Einspeisevergütung zu erhalten. Auf der fußt letztlich die gesamte Finanzierung des Großprojekts für den Landkreis Cham. „Die Chance der Umsetzung ist da!“, so Franz Löffler.

Stellten die Pläne für die Chamer Energieversorgung der Zukunft vor: Michael Multerer, Birgit Besold, Martin Ritt, Florian Franz, Alexandra Bayer, Dr. Klaus Amberger und Jonas Penzkofer.