Wifo Burglengenfeld baut auf eigene Stärke, bewährte Spitze und Hilfe der Stadt

Allen widrigen Umständen zum Trotz: Die Mitglieder des Wirtschaftsforums (Wifo) Burglengenfeld stellen sich den Herausforderungen der Zeit mit breiter Brust. Und sie vertrauen auf eine bewährte Führung. Bei der Jahresversammlung, die kürzlich im Stadthallenrestaurant „Gustl“ über die Bühne ging, wurden die Vorsitzenden Imad Cheikho und Benedikt Göhr einstimmig wiedergewählt.
Göhr war es auch, der mit einer bemerkenswerten Rede aufhorchen ließ. „Stay hungry, stay foolish“ („bleibe hungrig, bleibe töricht“) zitierte er keinen Geringeren als Steve Jobs. Es ist zwar schon über 20 Jahre her, dass der Apple-Gründers mit diesen Worten Absolventen der Stanford University beeindruckte. Den Burglengenfelder Unternehmern sollten sie aber auch heute noch als Leitmotiv dienen, meinte Göhr.
Er appellierte an seine Mitstreiter, sich wieder daran zu erinnern, was einst ihr Antrieb gewesen sei, ein Geschäft aufzubauen. Diesen Geist gelte es wieder zu wecken. „Bleibt in Bewegung, bleibt offen, denkt neu“, sagte Göhr. Nach alten Mustern weiter zu verfahren, sei jedenfalls keine gute Idee, denn „die Leute ticken heute anders“.
Der Anspruch ist es, im Geschehen mitzumischen
Imad Cheikho unterstrich, dass er die Arbeit, die seine Mitstreiter leisteten, sehr schätze und dass er nach wie vor auf Gemeinsamkeit setze. Das Wifo habe es sich zum Ziel gesetzt, in Burglengenfeld nicht nur für Spaß zu sorgen. Der Anspruch sei ein höherer: Man wolle mitwirken und mitmischen. Jüngstes Beispiel dafür sei die Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeisterkandidaten im VAZ gewesen. Die Veranstaltung habe ihn, Cheikho, begeistert.
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Dass es der Vorsitzende mit dem Mitmischen ernst meint, zeigte sich auch bei weiteren Themen, die er aufs Tapet brachte: Der Untere Marktplatz solle nach dem Muster des Oberen ebenfalls aufgewertet werden, am Europaplatz brauche es für Veranstaltungen eine Überdachung, und natürlich gelte auch den Gebühren für das Parkhaus (Bericht folgt!) weiter die Aufmerksamkeit. Ein Kapitel für sich ist das Naabtalcenter, das in absehbarer Zeit generalsaniert werden soll. Cheiko betonte, wie wichtig es sei, zu erfahren, „was da genau passiert“.
2. Bürgermeister spart nicht mit Lob
2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU) betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Gewerbetreibenden im Allgemeinen und die der rund 70 Wifo-Mitglieder im Besonderen. Sie seien „Motoren der Gesellschaft“ und „Eckpfeiler des Wohlstands“. Sie versorgten die Bevölkerung nicht nur „mit allem, was man braucht“, sondern stellten vor Ort Arbeits- und Ausbildungsplätze. Nicht zuletzt trügen sie mit der Gewerbesteuer dazu bei, dass wichtige Einrichtungen der Stadt erhalten werden können. Insofern sei es nur recht und billig, wenn die Kommune die Unternehmer unterstütze.
Diesbezüglich sei in den zurückliegenden Jahren viel geleistet worden, sagte Gruber. Zum Beispiel habe man einen Citymanager eingeführt. Mit Wolfgang Dantl, der diese Rolle seit Jahren ausfülle, habe man eine gute Wahl getroffen.
Verkaufsoffener Sonntag und Adventsmarkt bleiben getrennt
Dantl hatte kurz zuvor in einem Rückblick an die Höhepunkte des vergangenen Jahres erinnert. Als besonderen Erfolg hob er einmal mehr das Talergewinnspiel hervor, mit dem binnen vier Wochen ein Umsatz von rund 120 000 Euro erzielt worden sei.
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Ferner berichtete Dantl über eine interne Debatte bezüglich des vierten verkaufsoffenen Sonntags im Jahr. Es habe Stimmen gegeben, die diese Aktion künftig lieber mit dem Adventsmarkt kombiniert hätten. Die Idee sei aber wieder verworfen worden.
Die Italienische Nacht ist ein finanzielles Risiko
Kassier Bernhard Fischer legte umfangreiches Zahlenmaterial offen. Es vermittelte einen Eindruck davon, wie die Stadt dem Wifo finanziell unter die Arme greift und wofür das zur Verfügung stehende Geld eingesetzt wird. Den größten Ausgabenposten stellt die Italienische Nacht dar, für die das Wifo seit wenigen Jahren wieder alleine verantwortlich zeichnet. Fischer bezeichnete die Veranstaltung als Risiko. Der Verein sei gut beraten zu überlegen, wie man mit ihr umgehe, sollte sie nicht mehr so gut funktionieren.
Ich arbeite für das Wifo nicht aus Eigeninteresse, wie ich es schon gehört habe, sondern weil ich Burglengenfeld liebe.Imad Cheikho, wiedergewählter Vorsitzender des Wifo
„Die Stadt steht gut da“, bilanzierte Imad Cheikho. Aber größere Probleme seien alleine nicht zu bewältigen, sondern nur gemeinsam. Mit dieser Erwartungshaltung konfrontierte er die Bürgermeisterkandidaten, die tatsächlich alle drei den Weg ins „Gustl“ gefunden hatten. Zu ihrer Überraschung sollten sie aus dem Stegreif kurze Statements abgeben.
Das sagten die drei Bürgermeisterkandidaten aus dem Stegreif
Natürlich könnten die Gewerbetreibenden auch unter seiner Regie mit Unterstützung rechnen, sagte Martin Antretter (SPD). Vieles müsse aber „neu gedacht“ werden. Gregor Glötzl (BWG) sieht bei der Wirtschaftsförderung „viel Luft nach oben“. Und Michael Schaller (CSU) versprach, das Leerstandsmanagement zur Chefsache zu erklären.
Die Wifo-Wahlen brachten dieses Ergebnis: Vorsitzender Imad Cheikho; Stellvertreter Benedikt Göhr; Kassier: Bernd Fischer; Schriftführer Matthias Reichenbach (neu); Beisitzer: Jenny Dassberger, Thomas Neuhaus, Melanie Röhl, Katja Spiller, Maik Wollmer. Gesandte der Stadt ist weiter Carolina Cheikho.
Citymanager Wolfgang Dantl machte auf den nächsten Wirtschaftsempfang im Städtedreieck aufmerksam. Er findet heuer am 22. April im Mehrgenerationenhaus in Teublitz statt. Veranstalter ist der Zweckverband Städtedreieck um Geschäftsführer Sebastian Hauser. Schwerpunktthema ist der allgegenwärtige Fachkräftemangel. „Wie gewinnt man Fachkräfte und wie bindet man sie an sein Unternehmen?“ sind zentrale Fragen.