Für Suche nach dem Wählerwillen zogen Burglengenfelds Kandidaten alle Register

In ungezählten Veranstaltungen haben die Kandidaten, die sich in Burglengenfeld um das Bürgermeisteramt bewerben, in den zurückliegenden Wochen auf den Punkt gebracht, für was sie stehen, was ihre Ziele für Burglengenfeld sind. Doch inwieweit spiegelt das die Wünsche der Bevölkerung? Die BWG um Gregor Glötzl ist bei der Suche nach dem Wählerwillen heuer einen besonderen, fast wissenschaftlichen Weg gegangen.
Schon Anfang des Jahres hatte Glötzl erklärt, die Wählergemeinschaft verzichte in diesem Wahlkampf auf konkrete Versprechen. Die BWG habe zwar eine Reihe von Grundprinzipien, wolle die eigenen Ideen aber zusammen mit der Bürgerschaft abstimmen.
Auf allen Kanälen versucht, die Bürger zu erreichen
In einer breit angelegten Befragung versuchte die Gruppierung daher in Erfahrung zu bringen, was den Burglengenfeldern unter den Nägeln brennt – und wie sie sich die Stadt in zehn Jahren vorstellen. Um die Wähler zu erreichen, wurden laut Glötzl die verschiedensten Wege genutzt – von der klassischen Postwurfsendung über Pressemitteilungen bis hin zu den Sozialen Medien. Als Burglengenfelder habe man der Befragung quasi gar nicht entkommen können, so der BWG-Spitzenkandidat.
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Unlängst informierte er über die Ergebnisse. Schwerpunktthemen seien die „Rettung der Altstadt“, die Qualität des Wohnens beziehungsweise die Quantität des Wohnraumangebots sowie die Mobilität gewesen. Auch das Thema Kultur habe eine große Rolle gespielt.
Bau eines Veranstaltungszentrums ist zentrales Projekt
Im Dialog mit den Bürgern habe sich als zentrales Projekt der Bau eines Veranstaltungszentrums herauskristallisiert. Dieses stehe symbolisch für den „neuen Kurs“, der nötig sei, meinte Glötzl. Statt „diffuser Versprechungen“ wollten die Bürger einen Ort mit „echtem Mehrwert“ für Familien, die Jugend – und eben die Kultur.
Die Umfrage habe, so räumt der Bürgermeisterkandidat ein, keinen repräsentativen Charakter. Das sei aber auch nicht der Anspruch der BWG gewesen. Man habe ja nur Ideen und Meinungen einholen wollen. Außerdem sollte die Befragung so anonym wie möglich sein.
Glötzl: „Überraschend hoher“ Rücklauf
Der Rücklauf sei aber „überraschend hoch“ gewesen, betonte Glötzl, ähnlich dem Niveau einer Erhebung, die vor rund zehn Jahren im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) durchgeführt wurde. Die Antworten deckten sich auch gut mit den Erfahrungen, die man in Gesprächen mit Bürgern an Infoständen oder bei Haustürbesuchen gemacht habe. Von daher gehe die BWG schon davon aus, „dass wir ein ziemlich genaues Stimmungsbild von Burglengenfeld nachgezeichnet haben“.
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Die Umfrage sei ein „klarer Arbeitsauftrag“, betonte Glötzl: „Wir werden nicht nur prüfen, wir werden umsetzen.“ Burglengenfeld brauche eine Verwaltung, „die anpackt und die Kernprobleme – von der Wirtschaftskraft bis zur Lebensqualität – mit Realitätssinn löst“.
Michael Schaller, Bürgermeisterkandidat der CSU, bezweifelt, ob die Befragung dem entspricht, was Glötzl nun glauben machen wolle. Er persönlich habe von ihr jedenfalls erst erfahren, als die Ergebnis-Präsentation angekündigt worden sei. Im Übrigen, so betont Schaller, habe auch die CSU versucht herauszufinden, was den Burglengenfeldern am Herzen liegt: durch Gespräche an Infoständen, Veranstaltungen in Wirtshäusern oder Kommunikation in Sozialen Medien.
Schaller (CSU): Auch Programm spiegelt Wünsche wider
Auch das Programm der Partei selbst, so Schaller weiter, sei im Prinzip nichts anderes als ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Erwartungen. Alle Kandidaten und viele Unterstützer hätten sich dabei eingebracht, auch geprägt von dem, was sie in ihrem persönlichen Umfeld an Meinungen hörten.
SPD-Kandidat Martin Antretter zeigt sich von der Art, wie Glötzl den Bürgerwillen sondiert hat, durchaus angetan. Die wissenschaftliche Herangehensweise sei aber doch sehr aufwendig. Er, Antretter, habe lieber über klassisches Klinkenputzen versucht, Meinungen einzufangen.
In rund 500 Haustür-Gesprächen habe er Anregungen und Wünsche, aber auch Kritik aufgenommen. Antretter betont: „Dieser Input ist für mich sehr wichtig.“