Fünf Jahre Jugendstrafe für wilde Hetzjagd im Gewerbepark in Regensburg

Zwei Männer rauben vor gut einem Jahre einen 16-Jährigen in Regensburg aus, statt die vereinbarten Drogen zu liefern. Die Tage, die der Haupttäter tatsächlich noch absitzen muss, sind aber überschaubar. In weniger als fünf Monaten wechselt er in die Therapie.
Vor rund einem Jahr locken zwei Männer einen Jugendlichen für ein vermeintliches Drogengeschäft in den Gewerbepark. Statt des bestellten Haschisch gibt es für den damals 16-Jährigen eine gehörige Tracht Prügel. Die Männer ziehen ihn nach einer Hetzjagd ab. Dem Jüngeren der zwei Angeklagten hat die Jugendkammer fünf Jahre Einheitsjugendstrafe aufgebrummt. Tatsächlich dürfte er in nicht allzu langer Zeit schon freikommen.
Die 21 und 26 Jahre alten Männer hatten die Vorwürfe gestanden. Besonders schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung warf die Anklage beiden vor. Der Jüngere hatte dem Jugendlichen Mitte Februar vergangenen Jahres 100 Gramm Haschisch angeboten. Der Deal sollte im Gewerbepark über die Bühne gehen. Drogen zu liefern, hatten die Männer nie vor.
Opfer schickte ein Video von der späteren Beute
Sie kamen an jenem Abend mit Schreckschusspistole und Protektor-Handschuhen bewaffnet, um den 16-Jährigen um sein Geld zu erleichtern. Davon hatte dieser vorab ein Video geschickt, um die Zahlungsfähigkeit zu untermauern. Als er dann flüchtete, jagten die Angeklagten ihn mit einem Motorroller, schnappten ihn in einem Hinterhof und nahmen ihm sein Handy, die AirPods und die 500 Euro ab.
„Das ist schon der Hammer“, betonte Vorsitzende Richterin Knott bei der Urteilsbegründung. Was da passiert sei, wäre für den Normalbürger kaum zu verstehen und „unvorstellbar“. Den Jüngeren habe wohl auch seine Abhängigkeit und Sucht zur Tat getrieben. Das richtete sich auch an den 26-jährigen Mittäter, der als Ersttäter ohne Vorstrafen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt wurde.
Beide gestanden die Tat im Prozess am Landgericht
„Sie haben dieses vergleichsweise günstige Urteil ihren Verteidigern zu verdanken“, hob Knott hervor. Der Ältere, vertreten von Strafverteidiger Maximilian Keser, habe bereits bei der Kripo alles eingeräumt. Der Haupttäter legte im Prozess über Strafverteidiger Shervin Ameri ebenfalls ein umfassendes Geständnis ab. Weil er für ein heftiges Gewaltdelikt eine Vorstrafe hatte, wurde das alte Urteil nun mit einbezogen.
Der größere Teil der fünf Jahre, die die Jugendkammer für den 21-Jährigen jetzt verhängt hat, ist bereits verbüßt. Aus der früheren Verurteilung zu zweieinhalb Jahren hat er 20 Monate bereits abgesessen. Da er drogensüchtig ist, steht für ihn rechnerisch schon in gut fünf Monaten der Wechsel in eine zweijährige Therapie an.
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