Fußball verbindet: Samuel Burgfeld aus Arnschwang organisiert Jugendturnier in Westafrika

Von David Salimi · 21. Februar 2026 um 19:00

Das Nationalstadion von São Tomé ist kein Ort für große Weltpolitik. Betontribünen, tropische Hitze, der Atlantik nur wenige Straßen entfernt. Anfang Februar aber stehen hier mehr als 500 Kinder auf dem Rasen, viele zum ersten Mal in neuen Fußballschuhen. Zwischen ihnen: Samuel Burgfeld aus Arnschwang im Landkreis Cham. Der 30-jährige Unternehmer und Fußball-Enthusiast hat im westafrikanischen Inselstaat mit seiner Firma FTBLBoots zum zweiten Mal einen eigenen Jugend-Cup organisiert. Mit FTBLBoots vertreibt Burgfeld über den Globus verteilt besondere Fußballschuhe.

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Zwei Tage spielten Mädchen und Buben im Alter von sechs bis 16 Jahren um Tore und Pokale. Busse brachten sie aus entlegenen Regionen in die Hauptstadt. Versorgt wurden sie mit Mahlzeiten, Obst und Wasser. Mehr als 400 Paar neue Fußballschuhe wurden verteilt, dazu Trikots, Socken und Bälle.

Fünfstellige Summe in Projekt investiert

Auf der Tribüne: der deutsche Botschafter für Gabun und São Tomé und Príncipe, Hans-Ulrich von Schroeter. Auch die Sportministerin des Landes war anwesend. Für Samuel Burgfeld war das mehr als ein symbolischer Besuch. Es zeigt, dass das Projekt wahrgenommen wird – über den Sport hinaus.

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Den Kontakt nach São Tomé pflegt der Arnschwanger seit mehreren Jahren. „Auf der Insel war ich auch schon mehrmals. Dabei habe ich gesehen, dass es den Leuten dort schlecht geht. Der Fußball kann da vermitteln“, sagt er. Der Sport sei für ihn ein Zugang, ein gemeinsamer Nenner in einem Land, in dem es an vielem fehle, nicht aber an Begeisterung.

Auf der Insel war ich auch schon mehrmals. Dabei habe ich gesehen, dass es den Leuten dort schlecht geht. Der Fußball kann da vermitteln.Samuel Burgfeld, Geschäftsführer von FTBLBOOTS und Organisator des gleichnamigen Cups

Bereits 2024 fand zum ersten Mal ein FTBLBoots Cup statt. „Genau wie den ersten Cup haben wir von FTBLBoots auch den zweiten Cup alleine auf die Beine gestellt“, erzählt Burgfeld. Unterstützung bei der Umsetzung des Herzensprojekts habe es vor Ort durchaus gegeben. „Es gibt ein paar Politiker vor Ort, die für unser Anliegen offen waren“, berichtet der Arnschwanger. Finanzielle Mittel seien jedoch aufgrund der Armut im Land kaum vorhanden. Dafür, so Burgfeld, sei die Hilfsbereitschaft der Menschen umso größer.

Samuel Burgfeld (rechts) organisierte in São Tomé ein Jugendturnier mit mehr als 500 Kindern. Beim Cup dabei war auch der deutsche Botschafter für Gabun und São Tomé und Príncipe, Hans-Ulrich von Schroeter (links). - Foto: FTBLBoots
Mehr als 500 Kinder und Jugendliche nahmen am zweiten FTBLBoots Cup im Nationalstadion von São Tomé teil. - Foto: FTBLBoots
Mehr als 500 Kinder und Jugendliche nahmen am zweiten FTBLBoots Cup im Nationalstadion von São Tomé teil. - Foto: FTBLBoots
Samuel Burgfeld (rechts) von FTBLBoots pflegt den Kontakt nach São Tomé seit mehreren Jahren. - Foto: FTBLBoots
Mehr als 500 Kinder und Jugendliche nahmen am zweiten FTBLBoots Cup im Nationalstadion von São Tomé teil. - Foto: FTBLBoots
Mehr als 500 Kinder und Jugendliche nahmen am zweiten FTBLBoots Cup im Nationalstadion von São Tomé teil. - Foto: FTBLBoots
Mehr als 500 Kinder und Jugendliche nahmen am zweiten FTBLBoots Cup im Nationalstadion von São Tomé teil. - Foto: FTBLBoots

Im Kern bestand das Organisationsteam aus 15 Personen – durchaus eine sportliche Angelegenheit im doppelten Sinne. Immerhin mussten Hunderte Kinder betreut und versorgt werden.

Beide Male wurde das Turnier aus Unternehmensmitteln finanziert. Pro Veranstaltung investierte die Firma eine fünfstellige Summe. Allein die Verpflegung der über hundert Kinder habe mehr als 2000 Euro gekostet. Hinzu kommen Organisation, Transport und die Ausrüstung.

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Besonders wichtig ist für Samuel Burgfeld dabei: Die gespendeten Fußballschuhe sind ausnahmslos neu. „Auch Menschen in sehr armen Ländern haben ihre Würde und sollten wenn, dann nicht mit gebrauchten Waren beschenkt werden.“ Für ihn sei das keine Marketingfrage, sondern eine Frage des Respekts.

Erinnerung an das Turnier: Teilnehmer des zweiten FTBLBoots Cups erhielten Urkunden. - Foto: FTBLBoots

Wenn es nach dem 30-Jährigen geht, soll das Engagement über einzelne Turniere hinausgehen. „Grundsätzlich sehe ich im Fußball eine Art Türöffner“, erklärt er den springenden Punkt seiner Vision. Denn: Perspektivisch gehe es ihm um mehr als Tore und Pokale. „Trotz des Fußballs liegt für mich längerfristig betrachtet der Fokus in der Bildung“, sagt er. Der Sport könne ein erster Schritt sein, um weitere Unterstützung aufzubauen.

Für ihn steht fest: „Es soll nachhaltig geholfen werden.“ Demnach soll der Cup auf jeden Fall fortgeführt und ausgebaut werden. Getreu des Firmen-Slogans von FTBLBoots „This is only the beginning“ wolle man sich stetig weiterentwickeln.

Engagement über einzelne Turniere hinaus

Burgfeld stammt aus Arnschwang und ist im Landkreis Cham vor allem als Händler für besondere Fußballschuhe bekannt. Der frühere Landesligaspieler, der für die SG Schloßberg weiterhin in der Kreisliga aktiv ist, hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Mit FTBLBoots vertreibt er weltweit seltene und limitierte Modelle. Zu seinen Kunden zählen mehrere hundert Profis ebenso wie Hobbyspieler.

Grundsätzlich sehe ich im Fußball eine Art Türöffner.Samuel Burgfeld, Geschäftsführer von FTBLBOOTS und Organisator des gleichnamigen Cups

In São Tomé steht jedoch nicht der Verkauf im Mittelpunkt, sondern der Ball selbst – und die Frage, was er bewegen kann. Für Burgfeld ist die Antwort klar: Der Fußball ist Anfangspunkt. Alles Weitere soll folgen.