Kommunale Wärmeplanung in Burglengenfeld: Kernstadt und Bulmare im Fokus

Von Josef Schaller · 16. Februar 2026 um 17:00

Ein Großteil des Burglengenfelder Stadtgebietes muss beim Umbau der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien auf individuelle Maßnahmen setzen. Für eine Fernwärmeversorgung haben sich im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung (KWP) durch die Bayernwerk Netz GmbH nur zwei Fokusgebiete herauskristallisiert: die Kernstadt und ein Gebiet um das Wohlfühlbad Bulmare.

Das ist zusammengefasst das Ergebnis aus der KWP für die Stadt Burglengenfeld, das die Projektmanagerin Christina Albrecht am Donnerstagabend im historischen Rathaussaal bei einer Bürgerinformationsveranstaltung den interessierten Zuhörern vorstellte.

Die kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Planung, die für Gemeinden verpflichtend ist, um die Wärmewende zu gestalten. Ziel der KWP sei es unter anderem gewesen, einen Plan für eine kosteneffiziente und nachhaltige Wärmeversorgung vor Ort zu erstellen und den Bürgern aufzuzeigen, welche Möglichkeiten für sie in Frage kommen, wie Albrecht erklärte.

Johannes Ortner, Vorstand der Stadtwerke, nannte in Bezug auf die möglichen Fokusgebiete weitere Details. Beim Bulmare gebe es bereits ein Mininetz mit der benachbarten Schule. Hier müsse man nun schauen, ob sich darüber hinaus auch eine sogenannte Quartierslösung anbiete, also ein Zusammenschluss von etwa 30 Wohneinheiten, die eine wirtschaftliche gemeinsame Versorgung ermöglichen. Ein Billigungsförderbescheid für eine derartige Planung liege bereits vor, so der Stadtwerke-Vorstand.

Es gibt mehrere Optionen, um Fokusgebiet auszudehnen

Die Kernstadt soll ebenfalls als Fokusgebiet näher unter die Lupe genommen worden. Dies hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Auch hier gibt es gegebenenfalls die Option, angrenzende Straßenzüge und sogar die Vorstadt mit einzubeziehen, wie Bürgermeister Thomas Gesche am Tag vorher bei der Vorstellung der KWP-Ergebnisse im Stadtrat angemerkt hatte. Eine weitere Ausdehnungsoption für das Fokusgebiet Kernstadt wäre unter bestimmten Umständen auch eine Einbeziehung des Seniorenheims und der Asklepiosklinik, so Ortner. Als mögliche Wärmelieferanten kämen das Zementwerk und die Naab in Frage.

Für alle anderen Stadtbereiche und das gesamte Umland sieht die KWP individuelle Lösungen vor. Als mögliche Energieträger kommen hier unter anderem die Nutzung der Umweltwärme durch Wärmepumpen, Biogas und Biomasse in Frage.

Im Rahmen dieser Veranstaltung informierte der Energieeffizienz-Experte und unabhängige Energieberater Sebastian Lex auch über Fördermöglichkeiten bei der Heizungsoptimierung (15 Prozent), beim Einbau neuer Heizungen (30 Prozent Grundförderung), beim Bau von Effizienzhäusern und bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden. Im Rahmen von Einzelmaßnahmen können laut Erklärungen des Energieexperten unter anderem der Wärmeschutz der Gebäudehülle – dazu gehören unter anderem die Wärmedämmung von Dächern, Wänden, Geschoss- und Kellerdecken, der Austausch und erstmaliger Einbau von Fenstern und Außentüren – die Anlagentechnik, Anlagen zur Wärmeerzeugung, Heizungsoptimierungen sowie die Fachplanung und Baubegleitung gefördert werden. In diesen Fällen gebe es eine Basisförderung von 15 Prozent der anzurechnenden Investitionssumme von maximal 30.000 Euro im Jahr.

Christina Albrecht von der Bayernwerk Netz GmbH stellte am Donnerstag bei einem Informationsabend den Bürgern die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung vor. - Foto: Josef Schaller

Die Förderung für effiziente Wohngebäude beläuft sich sogar auf maximal 70 Prozent und setzt sich aus verschiedenen Boni zusammen. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Dazu kommen im Einzelfall ein Effizienzbonus für Wärmepumpen, ein Geschwindigkeitsbonus bei der Erneuerung einer funktionstüchtigen und mindestens 20 Jahre alten fossilen Heizung in selbstgenutzten Wohnhäusern sowie ein Einkommensbonus für Hauseigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis zu 40.000 Euro und selbstgenutzter Wohneinheit.

Energieberater kann telefonisch gebucht werden

Ein unabhängiger Energieberater kann über die bundesweite Hotline unter der Rufnummer (08 00) 8 09 80 24 00 oder über die Internetseite www.verbraucherzentrale-energieberatung.de gebucht werden. Sie können kostenfrei per Video von zu Hause aus durchgeführt werden. Für eine Vor-Ort-Beratung wird ein Eigenanteil von 40 Euro fällig. Die Beratungen enthalten einen Gebäude-Check und einen Eignungscheck für die Heizung.

Insgesamt 100 solcher Energieberatungen bietet derzeit die Stadt kostenlos an. Sie übernimmt den Eigenanteil in Höhe von 40 Euro. 61 Eigenheimbesitzer haben dieses Angebot schon wahrgenommen. 39 kostenfreie Beratungen können demnach noch genutzt werden. Diese Beratungen können direkt bei der Stadt beantragt werden.