Gymnasium und Förderzentrum in Nittenau brauchen mehr Platz: Container sollen Raumnot vorerst lindern

Von Vanessa Ebert · 14. Februar 2026 um 19:00

Sowohl das Regental-Gymnasium in Nittenau als auch das Sonderpädagogische Förderzentrum in der direkten Nachbarschaft haben Platzprobleme. Auch die Zweifachturnhalle des Gymnasiums ist in die Jahre gekommen. Wie jetzt im Schwandorfer Kreistag beschlossen wurde, soll ein Gesamtkonzept erarbeitet werden, um die Probleme langfristig zu lösen. Vorläufig sollen zwei Container die Situation am Gymnasium entspannen.

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Am Nittenauer Gymnasium sind die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Inzwischen reichen die Klassenräume nicht mehr aus und die Schule steht auch noch vor weiteren Problemen räumlicher Natur. Daher beschäftigte sich am Montag der Kreistagsausschuss für Schulen, Planung und Bau mit dem Thema.

752 Schüler besuchen aktuell das Gymnasium Nittenau

Wie Michaela Gottmeier, Sachgebietsleiterin Hochbau am Landratsamt Schwandorf, ausführte, sei die Schülerzahl im aktuellen Schuljahr 2025/2026 auf 752 Schüler angewachsen. Im Schuljahr 2020/21 seien es dagegen noch 541 Schüler gewesen. Dabei entscheiden sich auch viele Schüler aus dem angrenzenden Landkreisen für die Nittenauer Schule: Der Anteil der Gastschüler liegt laut Gottmeier bei mehr als 50 Prozent.

Die Entwicklung der Schülerzahlen sei auch dem Umstieg von G8 auf G9 geschuldet. Aus diesem Grund habe die Regierung der Oberpfalz auch ein abstraktes Raumprogramm zur Überprüfung der Raumanforderungen mit dem Bestand angefordert. Nach diesem Raumprogramm würden langfristig 800 Schüler in 25 Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 11 sowie sechs Oberstufengruppen der Jahrgangsstufen 12 bis 13 erwartet.

Die Sachgebietsleiterin schilderte die Situation vor Ort: „Schon jetzt reichen die größeren Klassenräume nicht“, erklärte sie. 24 Klassenzimmer seien im Schulgebäude vorhanden. Die Klassen 5 bis 11 würden jedoch 26 Räume benötigen, nachdem aktuell fünf fünfte Klassen gebildet wurden. Zwei Oberstufenkursräume wurden daher der normalen Klassenbelegung zugeordnet. Diese hätten allerdings einen ungünstigen Zuschnitt für Gruppen bis zu 30 Schülern und fehlten darüber hinaus auch für die Oberstufe, die Ausweichräume belegen müsse.

Zwei weitere Klassenzimmer entstehen in Containerbauweise

Um die Situation schnell zu verbessern und die drängendste Raumnot zu lindern, müssten möglichst zeitnah zwei Klassenzimmer errichtet werden. Aus Sicht der Verwaltung sollten die zwei Räume im ersten Schritt in Modul- bzw. Containerbauweise ausgeführt und so schnell wie möglich beschafft werden, um akzeptable Verhältnisse schaffen zu können.

Im Gespräch mit der Schulleitung und bei der Überprüfung des Raumkonzeptes habe man aber auch noch weitere Schwachstellen identifiziert, erklärte Gottmeier. Insbesondere betreffe dies die Oberstufe sowie den Verwaltungs- als auch den Lehrerbereich. Daher ist aus Sicht des Landkreises eine Gesamtkonzeptplanung für die Schule erforderlich.

Dazu kommt: Auch die Zweifachturnhalle des Gymnasiums ist in die Jahre gekommen. Erreichtet wurde das Gebäude, das sich zwischen Gymnasium, Förderzentrum, Grund- und Mittelschule sowie der Regentalhalle befindet, in den Jahren 1976 und 1977. Vor rund zehn Jahren wurde laut Landratsamt eine neue Lüftungsanlage installiert, die für die Beheizung als auch die Be- und Entlüftung der Turnhalle sorgt. Die Lüftungsanlage für die Wasch- und Umkleideräume sei noch nicht erneuert worden und habe ihr technisches Lebensende erreicht. Ansonsten seien an dem rund 50 Jahre alten Gebäude keine größeren Sanierungsarbeiten durchgeführt worden.

Im Obergeschoss würden sich noch weitere Räume befinden, die zum Teil auch für die Ganztagsbetreuung genutzt würden. Auch diese Räume könnten laut Gottmeier in ein Gesamtkonzept eingebunden werden.

Auch am Förderzentrum sind die Räume nicht optimal

Auch für das Sonderpädagogische Förderzentrum Nittenau besteht den Ausführungen Gottmeiers zufolge Handlungsbedarf. 2015 sei das ehemalige Hausmeisterwohnhaus des Gymnasiums für die Ganztagsbetreuung umgebaut worden, jedoch fehle dort ein Raum zum Mittagessen. „Derzeit essen die Kinder im Eingangsbereich der Schule, was nicht optimal ist“, berichtete Gottmeier.

Nachdem es auch am Gymnasium Problem gäbe, einen vernünftigen Speiseraum für die Ganztagsbetreuung zu finden, ist es auch Sicht des Landratsamtes sinnvoll, die Raumprobleme beider Schulen gemeinsam zu betrachten und zumindest für den Ganztag eine gemeinsame Lösung zu suchen.

Das Förderzentrum Nittenau sei auch seitens des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus in das Startchancen-Programm aufgenommen worden. Somit bestünden Chancen auf eine Förderung.

Der Ausschuss für Schulen, Planung und Bau stimmte schließlich einstimmig dafür, mit einer Gesamtkonzeptplanung für das Regental-Gymnasium zu beginnen. Einbezogen werden sollen auch die Thematik der Ganztagsbetreuung – auch für das Förderzentrum – und die Sanierung der Doppelsporthalle. Dafür und auch für weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel eine neue Schließanlage, wurden im aktuellen Haushaltsjahr 250.000 Euro eingeplant.

„Damit ist der Startschuss gefallen“, freute sich Landrat Thomas Ebeling (CSU). Somit könne man nun Lösungen finden. Dahinter standen auch die Kreisräte. „Die steigenden Schülerzahlen erfordern es, den Schulstandort zukunftsfähig zu machen“, erklärte auch SPD-Kreisrat Karl Bley.