Neue Bürgerinitiative kämpft gegen Rewe in Bruck: „Vernünftige Nahversorgung“ gefordert

Von Cornelia Lorenz · 11. Februar 2026 um 11:00

Die Pläne für einen Rewe-Markt in Bruck (Landkreis Schwandorf) sorgen weiterhin für Protest: Nun haben sich rund 15 Gründungsmitglieder zu einer Bürgerinitiative (BI) zusammengeschlossen. Sie will sich für eine „vernünftige Nahversorgung in Bruck und Bodenwöhr“ einsetzen. Ein neues Gutachten hat bei den BI-Mitgliedern das Fass zum Überlaufen gebracht.

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Die Pläne eines Investors aus Niederbayern, bei Mögendorf einen großen Lebensmittel-Vollsortimenter anzusiedeln, machen vielen Bewohnern des kleinen Brucker Ortsteils schon lang Sorgen. Bereits im Jahr 2021 hatten einige von ihnen eine Unterschriftenaktion gestartet, an der sich damals rund 530 Rewe-Gegner beteiligten. „Wir Mögendorfer haben uns schon die ganze Zeit mit dem Thema befasst“, sagt Petra Käsbauer. Sie ist – zusammen mit Karin Nehmeyer und Helmut Ertel – Sprecherin der neuen Bürgerinitiative.

Gemeinderatssitzung im Nachbarort Bodenwöhr gab Ausschlag

Was gab nun, gut fünf Jahre nach Bekanntwerden der Pläne, den Ausschlag, sich offiziell zu formieren? Einige Brucker Bürger hätten Ende Januar die Gemeinderatssitzung in Bodenwöhr besucht, sagt Käsbauer. Dort stand die geplante Rewe-Ansiedlung in Bruck auf der Tagesordnung. Wie berichtet, beschlossen die Bodenwöhrer Räte an diesem Abend, im laufenden Bauleitplanverfahren eine negative Stellungnahme zum Brucker Rewe abzugeben.

Wenn ich das schon höre: Nur die Bürgermeisterin will den Rewe, weil sie dort einen ganz besonderen Joghurt mag. Dabei esse ich fast gar keinen Joghurt.Heike Faltermeier, Brucks Rathauschefin

„Aus unserer Sicht würde das geplante Vorhaben die bestehende Nahversorgung nicht stärken, sondern gefährden“, lautete bei der Sitzung das Fazit von Bodenwöhrs Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU). Das Münchner Beratungsunternehmen CIMA hatte außerdem einen Sachstandsbericht zur Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzepts für Bruck und Bodenwöhr als gemeinsames Unterzentrum vorgestellt. Darin hieß es unter anderem, dass ein zusätzlicher Lebensmittelmarkt in Bruck bei den bereits vorhandenen Geschäften für Umsatzverluste von 15 bis 20 Prozent sorgen werde.

Verkehrsprobleme und Versiegelung von wertvollen Flächen befürchtet

Für Käsbauer und ihre Mitstreiter war dieser Abend in Bodenwöhr der Antrieb, in Sachen Rewe nochmals aktiv zu werden. „Wir haben uns gefragt: Welche Wege können wir jetzt gehen? Deshalb haben wir die Bürgerinitiative gegründet“, sagt deren Sprecherin. Anfangs habe man sich vor allem Sorgen wegen drohender Verkehrsprobleme und der Versiegelung guten landwirtschaftlichen Bodens am Rewe-Standort gemacht. Nun sei das Bodenwöhrer Gutachten, das eine Gefahr für den vorhandenen Einzelhandel sehe, als „letzter Tropfen“ dazugekommen. „Der Einzige, der am Ende profitiert, ist der Rewe-Investor“, ist Käsbauer überzeugt.

Derzeit sei man dabei, bei der Gemeinde Einwände einzureichen. Im Rathaus liegen momentan die Rewe-Unterlagen zum Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Sondergebiet (SO) Einzelhandel an der Schöngraser Straße“ sowie für die Änderung des Flächennutzungsplans aus. Sie sind auch auf der Webseite des Marktes Bruck abrufbar. Bis einschließlich 16. Februar sind hier noch Stellungnahmen möglich. Darüber hinaus will die Bürgerinitiative bald eine Plakataktion starten.

Demnächst will die neue Gruppierung an die Öffentlichkeit gehen: Für Mittwoch, 25. Februar, ist eine Infoveranstaltung im Gasthof Jacob in Bodenwöhr geplant. Man habe dazu auch Bürgermeister Hoffmann eingeladen, der das Bodenwöhrer Gutachten vorstellen werde, so Käsbauer.

„Nicht alles zerreden und schlechtmachen“

Brucks Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) nimmt die Nachricht von der Gründung einer Bürgerinitiative gegen den Rewe-Markt gelassen. „Das ist in Ordnung. Jeder darf sagen, was er meint“, sagt die CSU-Politikerin. Allerdings, so betont sie, sei es wichtig, bei der Wahrheit zu bleiben und „nicht alles zu zerreden und schlechtzumachen“.

Verärgert ist die Rathauschefin in Sachen Rewe aus einem anderen Grund: Das Fachbüro, das in Bodenwöhr das Einzelhandelentwicklungskonzept vorgestellt habe, rede dieses schön – und zweifle damit direkt das Brucker Konzept an. „Das finde ich schon dreist“, sagt sie – und verweist außerdem auf den Bürgerentscheid von 2022, bei dem 65 Prozent der Bürger für den Rewe-Markt votiert hätten.

Brucker Marktrat ist am 5. März wieder gefragt

Dieses Interesse der Brucker müsse der Marktrat nun auch vertreten. Um sie persönlich gehe es dabei nicht. „Wenn ich das schon höre: Nur die Bürgermeisterin will den Rewe, weil sie dort einen ganz besonderen Joghurt mag. Dabei esse ich fast gar keinen Joghurt“, ärgert sich Faltermeier.

Am Donnerstag, 5. März, steht der Rewe-Markt wieder auf der Tagesordnung der Brucker Markträte. Dann sollen die eingegangenen Einwände und Stellungnahmen erörtert werden.