Marktrat gibt grünes Licht für die Planung des neuen Kinderhauses in Bruck

Einen weiteren Schritt für das neue viergruppige Kinderhaus hat der Marktrat Bruck (Landkreis Schwandorf) in seiner jüngsten Sitzung getan: Mit zwei Gegenstimmen wurde die Entwurfsplanung für die Betreuungseinrichtung genehmigt. Voran geht es auch beim Neubau der Zweifach-Sporthalle für die Grund- und Mittelschule sowie bei einem geplanten Solarpark.
Markus Weber vom Architekturbüro Schnabel stellte den Markträten die konkrete Planung für das Kinderhaus samt Kostenberechnung vor. Demnach werden im Erdgeschoss eine Küche, ein Mehrzweckraum und die Kinderkrippe untergebracht. Eine breite Treppe soll in den ersten Stock führen, wo die Kindergartenkinder ihre Räume bekommen. Vom ersten Stock gibt es noch eine Außentreppe, die als Fluchttreppe gedacht ist.
Garten der Begegnung für Kinder und Senioren wird geplant
Vorgesehen ist eine Holzfassade, aufgelockert durch farbliche Elemente. Zur Außenplanung erläuterte Weber, es werde einen großen Garten für das Kinderhaus Piffikus und das neue Kinderhaus geben. Ebenfalls geplant sei ein Garten der Begegnung, in dem sich die Bewohner des Seniorenheims und die Kinder der beiden Häuser treffen können. Die Planung für die Außenanlage hat die Firma Landimpuls übernommen. Die Gesamtkosten bezifferte Weber mit rund 5,7 Millionen Euro brutto.
Rudi Sommer (Grüne) missfiel, dass es keine Dachüberstände gebe. Er fürchte, dass das Holz dann sehr schnell altern würde. Außerdem fände er einen Laubengang wie beim Kinderhaus Piffikus schöner als eine glatte Wand. Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) warf dazu ein, dass das Personal des Kinderhauses diesen Laubengang eher negativ sehe. Es hätte diesen Platz lieber noch für die Innenräume. Weber erläuterte, nachdem es keinen Dachüberstand gebe, werde das Holz gleichmäßig verwittern, so dass die Fassade auch immer eine gleichmäßige Farbe habe.
Joachim Hanisch (FW) bleibt skeptisch, ob der Neubau nötig ist
Joachim Hanisch (FW) bezweifelte, wie schon in der vorangegangenen Sitzung, dass dieses Kinderhaus notwendig sei. Er wollte von der Bürgermeisterin wissen, ob es überhaupt ausgelastet sei, wenn es fertig sei. Faltermeier antwortete, Bruck habe vom Landratsamt die Auflage erhalten, einen fünfgruppigen Kindergarten zu bauen. Man habe sich dann wenigstens auf einen viergruppigen einigen können.
Hanisch betonte, dass er diesen Neubau zur jetzigen Zeit als nicht notwendig erachte. Der Kindergarten Theresia funktioniere noch gut und zudem wolle die Raiffeisenbank in der Raiffeisenstraße ebenfalls einen Kindergarten bauen. Robert Feuerer (CSU) entgegnete, man sei in der Planung nun schon so weit. Und bis die VR Bank etwas mache, könne es noch Jahre dauern. Zudem solle dort nur ein zweigruppiger Kindergarten entstehen, sagte Faltermeier. Mit zwei Gegenstimmen genehmigte der Marktrat die Entwurfsplanung und die Kostenrechnung. Nun können die weiteren Schritte einleitet werden.
Nur kleinere Änderungen beim Entwurf für die neue Sporthalle
Auch der Neubau der Zweifach-Sporthalle bei der Grund- und Mittelschule wird durch das Architekturbüro Schnabel geplant. Weber berichtete, es gebe nur kleine Änderungen zum Vorentwurf, die das Gebäude aber eher noch aufwerten würden. Der vorgesehene Lift werde nun weitergeführt, so dass damit auch der erste Stock des Schulgebäudes erreicht werden könne.
Mensa und Küche würden in den Neubau verlegt, so dass man ungehindert vom Neubau in den Bestandsbau wechseln könne. Die Halle mit den Außenanlagen werde rund 8,75 Millionen Euro kosten.
Speicher des Solarparks wird ausreichend groß geplant
Die Firma Elite PV GmbH hatte einen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit integriertem Grünordnungsplan für einen Solarpark in Vorderthürn eingereicht. Diese Freiflächenphotovoltaikanlage war schon einmal Thema, wurde damals aber mit 13:1 Stimmen wegen offener Fragen vertagt.
So war nicht klar, wie groß der Batteriespeicher wird und ob dieser die gesamte Tagesproduktion der PV-Anlage speichern könne. Dazu gab Geschäftsführer Levin Schober nun bei der Sitzung Auskunft, Er sagte, der Speicher sei so groß bemessen, dass er die Überproduktion, die meist in der Mittagszeit entstehe, abfangen und später wieder einspeisen könne. Wenn zuviel produziert werde, werde die Zufuhr abgeriegelt.
Keine Einschränkungen für andere bestehende Anlagen im Markt Bruck
Ob der Solarpark Einfluss auf bestehende Anlagen habe und ob diese dann abgeschaltet werden müssen, war die nächste Frage. Auch dazu konnte Schober Entwarnung geben. Gerade durch den Speicher könne man den Strom dann einspeisen, wenn von den anderen Anlagen nicht mehr genügend komme. Die Firma kämpfe auch dafür, noch mehr Speicher zu bekommen.
Robert Feuerer wollte noch wissen, wo der Einspeisungspunkt letztlich sei. Schober erklärte, dies wisse man noch nicht. Das Bayernwerk gebe dies erst bekannt, wenn der endgültige Beschluss gefasst wird. Am Ende der Diskussion beschloss der Marktgemeinderat einstimmig dass eine Flächennutzungsplanänderung eingeleitet wird und der vorgesehene Bereich von einer landwirtschaftlichen Fläche in ein Sondergebiet Photovoltaik umgewandelt wird.
Weitere Themen der Sitzung
Der Tierschutzverein Stadt und Landkreis Schwandorf hat eine Erhöhung der jährlichen Fundtierpauschale von einem auf 1,50 Euro pro Einwohner beantragt. Nach kurzer Diskussion wurde dies mit einer Gegenstimme genehmigt. Das Ergebnis der Jahresrechnung 2024 und die Verweisung zur örtlichen Prüfung an den Rechnungsprüfungsausschuss wurde einstimmig beschlossen. Ebenfalls einstimmig abgesegnet wurden zwei im Haushaltsjahr 2024 angefallene außerplanmäßige sowie zehn überplanmäßige Ausgaben. Sie wurden genehmigt, da sie unabweisbar waren und die Deckung gewährleistet war.