Rewe-Pläne und neuer Kindergarten beschäftigten die Brucker Markträte

Die letzte Marktratssitzung des Jahres 2025 in Bruck hatte es noch einmal in sich Der Grund war wieder einmal die Debatte um den geplanten Rewe-Markt, die erneut zahlreiche Zuschauer anlockte.
Am Tag der Sitzung hatte Rudi Sommer (Grüne) an alle Mitglieder des Gremiums ein Schreiben verschickt. Darin teilte er mit, dass er einen Antrag auf Vertagung des dritten Tagesordnungspunkts stellen würde. Dabei ging es um die Änderung des Flächennutzungsplans „Sondergebiet Einzelhandel an der Schöngraser Straße“ und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit integriertem Grünordnungsplans für die geplante Errichtung des Rewe-Markts.
Nachweise fehlen noch
Als Grund gab Sommer an, dass die entscheidenden Einwände der Bürger und Träger öffentlicher Belange den Landesentwicklungsplan beträfen und für die Punkte Agglomeration, Verträglichkeit, Standort, Verkehr und Immissionen noch wesentliche Nachweise fehlten.
Insgesamt würden die Hinweise und Bedenken der Bürger nicht hinreichend gewürdigt, so Sommer. Aus diesem Grund sei die Abwägung derzeit nicht entscheidungsreif, heißt es in seinem Schreiben an die Markträte.
Bürgermeisterin hielt dagegen
Joachim Hanisch (FW) warf ein, dass man die Bürger ebenso wie die Fachstellen beteiligen solle. Wenn eine Fachstelle ein Gutachten erstelle, müsse man dies doch erst einmal haben, um abstimmen zu können. Hier entgegnete Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU), dass man die Fachstellen frühzeitig beteiligt habe und dass in Bruck jeder Bürger gehört, aber nicht immer erhört werde.
Am Ende wurde Sommers Antrag mit 6:8 Stimmen abgelehnt. Die Bürgermeisterin erläuterte, dass während der frühzeitigen Beteiligung aus der Bürgerschaft zehn Stellungnahmen eingegangen seien. Im Rahmen der Behördenbeteiligung wurden 43 Behörden angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Von den angeschriebenen Dienststellen haben 14 Anregungen und Hinweise zur Planung mitgeteilt. Weitere zwölf Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange haben erklärt, dass sie keine Einwendungen haben.
Bauverbotszone entlang der Staatsstraße 2150
Das Planungsbüro Heller hat den Entwurfsstand zur ersten Änderung des Bebauungsplans mit Umweltbericht erarbeitet, in den insbesondere verschiedene Hinweise der Behörden aufgenommen wurden. Aufgrund der eingegangenen Stellungnahmen wurde unter anderem folgender Punkt geändert: Es wurde eine Bauverbotszone entlang der Staatsstraße 2150 inklusive des Verbindungswegs zur B85 mit einem Abstand von 20 Metern zum nächstgelegenen Fahrbahnrand ergänzt. Dies habe zur Folge, so die Bürgermeisterin, dass die Baugrenze um etwa zwei Meter zurückgesetzt werden müsse.
Sommer verlas dann sein Schreiben, das er an die Markträte verschickt hatte. Er verlangte, dass dies dem Sitzungsprotokoll beigefügt werden müsse, was Faltermeier bestätigte. In seinem Schreiben kamen viele bereits diskutierte Einwände zur Sprache. Sommer betonte, dass durch die neu zu schaffende Verkehrssituation ein ganzes Wohnviertel abgetrennt werde. Er warf der Bürgermeisterin vor, dass eine Geheimsitzung zum Thema Rewe abgehalten worden seien. Hier entgegnete Robert Feuerer (CSU), dass dies nicht stimme. Sommer habe an der Zusammenkunft lediglich nicht teilgenommen.
Sommer und Hanisch meldeten sich zu Wort
Ein Mitarbeiter des Planungsbüros Stiersdorfer betonte, dass man schon viele Supermärkte gebaut habe – und dass es noch nie so viele Einwände gegeben habe wie in Bruck. Sommer verlas dann noch einige Einwände, die Stiersdorfer entkräftete. Hanisch brachte erneut das Thema Kreisverkehr zur Sprache, doch Stiersdorfer konnte auch die Punkte widerlegen.
Am Ende wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung mit 10:5 Stimmen angenommen: Der Marktrat stimmte dem Ergebnis der Abwägungstabelle mit Stand vom 18. Dezember 2025 zu. Ebenfalls mit 10:5 Stimmen genehmigt wurde der vom Ingenieurbüro Heller vorgelegte Entwurf – vorbehaltlich des Verträglichkeitsnachweises des Rewe-Marktes auf zentrale Versorgungsbereiche und im Hinblick auf Schallimmissionen.
Drei Planungsvorschläge der VR-Bank
Außerdem mussten sich die Räte bei der Sitzung mit dem Antrag der VR-Bank Niederbayern-Oberpfalz beschäftigen. Sie hatte einen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den Bahnhofsplatz gestellt. Dabei handelt es sich um das Gelände des ehemaligen Lagerhauses. Hierfür hatte die VR-Bank drei Planungsvorschläge erarbeitet, mit denen sich die Markträte in einer Klausurtagung bereits eingehend befasst hatten.
Faltermeier stellte dennoch noch einmal alle drei Varianten vor. Sie betonte, dass man in der Klausur bereits übereingekommen sei, dass Variante eins – zwei Mehrfamilienwohnhäuser mit 28 Wohneinheiten – nicht in Frage komme.
Mehrwert für die Gemeinde Bruck
Zur Abstimmung standen dann Variante zwei mit drei Mehrfamilienwohnhäusern mit 21 Wohnungen und Variante drei mit zwei Mehrfamilienwohnhäusern mit 14 Wohnungen und einem zweigruppigen Kindergarten. Letztere wurde einstimmig befürwortet. Hier, so waren sich die Markträte einig, werde ein Kindergarten geschaffen, der sowieso benötigt werde.
Schließlich sei das Gebäude, in dem sich der Kindergarten Theresia befindet, in die Jahre gekommen und somit auch stark renovierungsbedürftig. Man bekomme mit Variante drei einen neuen Kindergarten, der die Gemeinde nichts koste. Als Träger habe die VR-Bank auch schon das BRK ins Auge gefasst.
Die Kommunale Wärmeplanung für den Markt Bruck war ein weiteres Thema. Luisa Kupillas und Matthias Traumer von Planungsbüro Luxgreen stellten das erarbeitete Konzept vor. Bürgermeisterin Faltermeier informierte die Markträte, dass am 27. Januar zu diesem Thema eine Infoveranstaltung für alle Interessierten Bürger statt finden wird. Dies wurde einstimmig so beschlossen.