Wasserpreis in Bruck steigt: Marktrat beschließt Erhöhung um 50 Cent

Von Agnes Feuerer · 7. Dezember 2025 um 05:00

Mit der Wasserversorgung befasste sich der Brucker Marktrat in seiner jüngsten Sitzung bei zwei Tagesordnungspunkten. Während es dabei einmal um technische Ausstattung für die Hochbehälter und das Überhebepumpwerk in der Mappacher Straße ging, hat der zweite Punkt direkte Auswirkungen für alle Brucker: Einstimmig beschloss das Gremium eine Erhöhung der Wassergebühren zum 1. Januar 2026.

Vor dem Beschluss zur „Anpassung der Grundgebühr für Wasserzähler und Wasserverbrauchsgebühren“ erinnerte Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) die Markträte daran, dass dieses Thema bei der jüngsten Klausurtagung eingehend besprochen und beraten worden war. Damals seien sich alle Anwesenden einig gewesen, dass die Gebühren erhöht werden müssen, da die Gemeinde mit jetzt zwei Euro pro Kubikmeter die entstehenden Kosten nicht decken könne. Nach dem Jahresabschluss 2023 war wieder ein Jahreswasserverlust in Höhe von knapp 83.000 Euro zu verzeichnen.

Faltermeier: Wasserpreis ist nicht in Stein gemeißelt

Alle Fraktionen stimmten bei der Sitzung dafür, dass die Wassergebühren zum 1. Januar 2026 um 50 Cent angehoben werden. Dieser Betrag sei aber nicht in Stein gemeißelt, sagte die Bürgermeisterin. Sollte sich die Situation verbessern, könne der Wasserpreis auch wieder gesenkt werden.

Die beiden Hochbehälter am Silberberg, der neue Hochbehälter in Randsberg und das Überhebepumpwerk in der Mappacher Straße sollen mit neuer Elektro- und Fernsteuertechnik ausgerüstet werden. Christian Beck vom Planungsbüro EBR-Plan stellte den Markträten die Kostenberechnung und zwei Lösungsvorschläge vor. Zur Auswahl standen ein gemeindeeigenes Prozessleitsystem oder ein Mietsystem eines externen Anbieters, der Firma Waldwasser. Beck gab eine Kostenübersicht für jeweils vier Jahre. Demnach fallen beim gemeindeeigenen System 62.284 Euro an, beim Mietsystem 34.078 Euro. Zusätzlich müsse mit jährlichen Unterhaltskosten von 6600 Euro beim Prozessleitsystem und 2700 Euro beim Mietsystem gerechnet werden.

Nach eingehender Beratung billigten die Markträte die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung. Ebenfalls einstimmig fiel der Beschluss für das Mietsystem. Die Marktverwaltung wurde damit beauftragt, mögliche Förderungen mit dem Wasserwirtschaftsamt abzuklären. Die Ausschreibung soll nach Klärung der Förderfähigkeit mit dem Wasserwirtschaftsamt erfolgen.

Entscheidung zu Lüftungsanlage für neue Sporthalle

Für den Bau der Zweifachturnhalle für die Grund- und Mittelschule stand eine Entscheidung zur Lüftungsanlage an. In der Marktratssitzung am 16. Oktober war die Vorplanung samt Kostenschätzung für das Gewerk Heizung, Lüftung und Sanitär vorgestellt worden. Der Marktgemeinderat beschloss damals, dass das Planungsbüro eine Gegenüberstellung der Wartungs- und Folgekosten für die vorgestellten Lüftungsvarianten erstellen soll. Variante 1 ist eine Lüftungsanlage nur für die Nebenräume, Variante 2 eine Lüftungsanlage für Nebenräume und Sporthalle.

Für die zentrale Lüftungsanlage für die Nebenräume und den Konditionsraum belaufen sich die Investitionskosten demnach auf 198.730 Euro, die jährlichen Stromkosten auf 2700 Euro und die jährlichen Wartungs- und Instandhaltungskosten auf 1600 Euro. Daraus ergeben sich in 15 Jahren Gesamtausgaben in Höhe von 263.230 Euro.

Für eine Lüftungsanlage für die oben genannten Räume plus Turnhalle belaufen sich die Investitionskosten auf 253.470 Euro, die Stromkosten auf 4200 Euro und die Wartungs- und Instandhaltungskosten auf 2000 Euro. Das ergeben sich Gesamtausgaben von 346.470 Euro in 15 Jahren.

Während die meisten Marktgemeinderäte der kleinen Variante den Vorzug gaben, sprach sich Gerd Habermeier (SPD) für die große Variante aus. Jeder wisse doch, wie unangenehm es rieche, wenn man in eine Sporthalle komme, in der einige Stunden Sport getrieben worden sei. Markus Weber von der Marktverwaltung wies darauf hin, dass in der Turnhalle ein CO2-Warner verbaut werde, der die Fenster automatisch öffne, wenn die Grenzwerte überschritten werden. Am Ende wurde die kleinere Variante (zentrale Lüftungsanlage für Nebenräume und Konditionsraum) mit 9:5 Stimmen genehmigt.

Weg öffnen für Bebauung nahe der Weichselbergstraße

Einstimmig – mit einer Enthaltung von Joachim Hanisch (FW), da er persönlich betroffen war – wurde der Vorentwurf für eine Einbeziehungssatzung für die unbebauten Grundstücke 23473, 2434/4 und 243/5 in der Nähe der Weichselbergstraße genehmigt und die Aufstellung beschlossen. Dem Markt entstehen dadurch keine Kosten, da sie von den Antragstellern getragen werden. Durch die Einbeziehungssatzung wird es möglich, dass auf den Grundstücken Wohnbebauung entsteht.

Gleich zu Beginn der Sitzung stellte Rudi Sommer (Grüne) den Antrag, seinen Redebeitrag aus der vorangegangenen Marktratssitzung ins Protokoll aufzunehmen. Bürgermeisterin Heike Faltermeier wies ihn darauf hin, dass bei den Sitzungen keine Wortprotokolle geführt werden, aber seine schriftlichen Ausführungen zum Protokoll hinzugefügt werden könnten. Dies wurden dann von den Markträten einstimmig so beschlossen.

Antrag zu Solarpark in Vorderthürn zurückgestellt

• Projekt: Mit einer Gegenstimme stellte der Brucker Marktrat den Antrag der Firma Elite PV GmbH auf Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für ein Sondergebiet Solarpark in Vorderthürn zurückgestellt. Die Firma möchte auf dem Grundstück mit der Flurnummer 145 auf rund 8,7 Hektar eine Freiflächenphotovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher errichten.

• Argumentation: Da den Markträten nicht eindeutig klar war, wie und vor allem wann die Einspeisung in eine bereits vorhandene Leitung erfolgen soll, wurde der Antrag zurückgestellt bis der Planer definitiv sagen könne, wie diese Einspeisung erfolgen soll. Robert Feuerer (CSU) meinte: „Wir klatschen uns doch nicht acht Hektar mit Solarplatten voll, wenn wir nicht wissen, ob das überhaupt alles passt.“