Premiere für die Sicherheitswacht: Ehrenamtliche gehen in Nittenau und Bruck auf Streife

Von Cornelia Lorenz · 3. Dezember 2025 um 15:00

Am bevorstehenden Weihnachtsmarktwochenende werden sie erstmals in den Straßen von Nittenau und Bruck unterwegs sein: Die drei Mitarbeiter der neuen Sicherheitswacht nehmen offiziell ihren Dienst auf. Bald sollen noch weitere Ehrenamtliche dazustoßen.

Schon seit einigen Jahren wurde in den beiden Kommunen immer wieder darüber diskutiert, ob es sinnvoll sei, eine Sicherheitswacht einzurichten. Im Juni 2024 schließlich hatte der Nittenauer Stadtrat auf Anregung der Polizei hin beschlossen, eine solche Wacht einzurichten, der Markt Bruck folgte im September 2024.

In Notlagen schnell handeln

Bayernweit gibt es derzeit rund 1500 solcher ehrenamtlicher Kräfte. Die Sicherheitswacht ist als Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der Polizei gedacht. Bei ihren Streifengängen sollen sie mit den Bürgern kommunizieren sowie Kontakt zur Polizei halten und sie in Gefahrensituationen alarmieren. Die Mitarbeiter sind anhand ihrer dunkelblauen Dienstkleidung gut erkennbar und führen unter anderem einen Dienstausweis, Verbandsmaterial, Taschenlampe und Funkgerät mit.

Mario Mühlbauer, Chef der Polizeistation Nittenau, freute sich darüber, dass die drei neuen Kräfte nun pünktlich zum Weihnachtsmarktwochenende in Nittenau und Bruck auf Streife gehen werden. „In der heutigen Zeit ist es nicht mehr selbstverständlich, ein Ehrenamt zu übernehmen. Es verdient höchsten Respekt, dass Ihr der Gesellschaft etwas zurückgeben wollt“, sagte er.

Sie sollen Augen und Ohren offen halten

Mühlbauer betonte aber auch, die Sicherheitslage in Nittenau und Bruck sei – auf die offiziellen Zahlen der Kriminalitätsstatistik bezogen – objektiv sehr gut. Die Sicherheitswacht sei allerdings ein gutes Instrument, um bei den Bürgern das subjektive Sicherheitsgefühl zu verbessern. Die Aufgabe der drei Ehrenamtlichen sei es, auf den Straßen unterwegs zu sein, Augen und Ohren offen zu halten und Menschen anzusprechen, wenn etwas nicht in Ordnung sei. „Ich bin guter Dinge, dass Ihr wisst, was ihr tun müsst“, sagte Mühlbauer.

Ihr werdet unterwegs sicher auch mal blöd angeredet werden. Da müsst ihr drüber stehen.Robert Feuerer, Brucks 2. Bürgermeister

Die drei Neuen gehen mit viel Motivation an ihre neue Aufgabe heran und sich vorab geschult worden. Isabella Todor (31) aus Bodenwöhr ist hauptberuflich Dolmetscherin, Alexandra Böhm (20) aus Bruck macht gerade eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin und Andre Martin-Widenhorn (22) aus Bruck arbeitet hauptberuflich als Stuckateur. Alle drei erklärten in einer kleinen Vorstellungsrunde, sich für die Arbeit der Polizei zu interessieren. Darüber hinaus ist ihnen ehrenamtliches Engagement ein großes Anliegen. Deshalb werden sie stundenweise nun in Nittenau und Bruck unterwegs sein – nach Absprache mit der Polizeistation und mit den Rathäusern.

Sicherheitsgefühl der Bürger stärken

Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml (FW) dankte den drei neuen Kräften für ihr Engagement. Zwar sei die Sicherheitslage in Nittenau „erfreulich gut“ und es gebe keine Kriminalitätsbrennpunkte. Dennoch sei es wichtig, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. „Ich freue mich, dass sich jetzt drei junge Leute gefunden haben und mithelfen wollen“, sagte Boml.

Auch Brucks 2. Bürgermeister Robert Feuerer (CSU) zeigte sich erfreut über das Alter der drei Kräfte. „Ich bin total überrascht, dass hier so junge Leute dabei sind. Das hat Zukunft“, sagte er. In Bruck gebe es den einen oder anderen Treffpunkt für junge Leute, wo es nicht schade, wenn ab und zu jemand vorbeischaue – und ein Auge darauf habe, wenn zum Beispiel gesprayt oder Abfall achtlos weggeworfen werde. „Am wichtigsten ist es, die Jugendlichen anzusprechen und aus der Anonymität rauszuholen“, sagte Feuerer.

Es gibt bereits zwei weitere Interessenten

Auch bei Veranstaltungen wie dem Bürgerfest könne eine Sicherheitswacht gute Dienste leisten. Die jungen Leute müssten allerdings auch darauf gefasst sein, von Passanten „blöd angeredet“ zu werden. „Da müsst Ihr drüberstehen“, gab Feuerer ihnen mit auf den Weg.

Franz Wenig, Chef der PI Burglengenfeld, erklärte, mit den drei Neuen sei der Grundstein für die Sicherheitswacht in Bruck und Nittenau gelegt. Er hoffe, dass es sich nicht nur um ein Strohfeuer handle, sondern dass die Zahl der Freiwilligen noch wachse. Derzeit gibt es bereits zwei weiterer Interessenten aus Nittenau, die gerne in der Sicherheitsacht mitarbeiten wollen und die Gruppe bald verstärken sollen.