Nach Autoklau bei Brucks Bürgermeisterin: Schlug Täterduo ein paar Kilometer weiter erneut zu?

Knapp drei Wochen ist es nun her, dass der Audi Q5 von Brucks Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) aus dem Carport vor ihrem Haus gestohlen wurde. Möglicherweise haben dieselben Täter kurze Zeit später nicht weit entfernt erneut zugeschlagen: In Roding wurde auf dieselbe Weise ein hochwertiger BMW aus der Hofeinfahrt eines Einfamilienhauses geklaut. In beiden Fällen haben die Diebe das Keyless-Go-System der Fahrzeuge geknackt.
Wie berichtet, waren am 21. Januar um 2.47 Uhr bislang unbekannte Täter auf Faltermeiers Anwesen in Bruck zur Tat geschritten: Innerhalb einer Minute gelang es ihnen, sich mit dem ausnahmsweise im Carport abgestellten Audi aus dem Staub zu machen. Eine Videokamera neben der Haustür zeichnete die Tat auf. Dabei war zu sehen, dass einer der beiden Männer mit einer Art Antenne hantierte, um das Keyless-Go-System des Audis auszutricksen.
Gibt es mittlerweile eine Spur? Von Seiten des Polizeipräsidiums Oberpfalz ist der Ermittlungsstand für Faltermeier nicht erfreulich. „Es gibt keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittlungen laufen weiter“, teilte Pressesprecherin Melanie Bäumler auf Nachfrage der Mittelbayerischen mit. Doch möglicherweise haben die Täter nach dem Diebstahl in Bruck erneut ihr Unwesen in der Region getrieben: In den frühen Morgenstunden des 27. Januar, also nur sechs Tage nach dem Vorfall in Bruck, wurde der Polizei ein weiterer Autodiebstahl gemeldet. In Roding war gegen 3 Uhr morgens ein grauer BMW der 5er-Reihe entwendet worden.
Sachschaden in Roding liegt bei rund 30.000 Euro
Auch hier waren laut Polizei zwei bislang unbekannte Täter am Werk. „Es ist davon auszugehen, dass die Täter das Keyless-Go-System gewaltfrei überwunden und den Pkw unbemerkt entwendet haben“, heißt es von Seiten der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg. Der Beuteschaden liege bei rund 30.000 Euro.
Ob die beiden Fälle tatsächlich miteinander in Verbindung stehen, ist nun eine wichtige Frage, die geklärt werden muss. „Man prüft derzeit die Tatzusammenhänge“, so Sprecherin Bäumler. Die für den Brucker Fall zuständige Kriminalpolizeiinspektion Amberg und die mit dem Rodinger Fall betraute Kripo Regensburg stünden dazu im Austausch.
Keyless-Go-System kommt für Faltermeier nicht mehr in Frage
Bürgermeisterin Faltermeier hat sich derweil noch kein Ersatzauto angeschafft. Wenn sie berufliche Termine habe, nutze sie im Moment ein Dienstauto. Wenn sie privat unterwegs sei, leihe sie sich bei ihren Kindern oder ihrem Mann ein Auto aus. Die Hoffnung, dass sie ihren gestohlenen Audi wiederbekommen könnte, habe sie längst aufgegeben.
Mittlerweile hat sich die Rathauschefin aber auf die Suche nach einem Ersatzauto gemacht. Weil sie nicht monatelang auf einen Neuwagen warten könne, versuche sie gerade, in Autohäusern der Region ein sofort verfügbares Fahrzeug zu finden, das von der Größe her ihrem Audi ähnlich und auch geeignet sei, einen Pferdeanhänger zu ziehen.
Außerdem komme eine Sache für sie nicht mehr in Frage: ein Auto mit Keyless-Go-System. „So etwas will ich auf keinen Fall mehr“, sagt Faltermeier. Das Risiko sei ihr nach dem Diebstahl direkt vor ihrer Haustür einfach zu groß und lasse sich auch bei größter Sorgfalt wohl nie komplett ausräumen, lautet ihre Befürchtung.