Brucks Bürgermeisterin wurde dreist das Auto gestohlen – Ist es bereits außer Landes?

Da kauft man sich ein modernes Auto mit allerhand Sicherheitsausstattung und dann das: Brucks Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) wurde ihr Audi gestohlen. Mit Spezialwerkzeug haben es Kriminelle geschafft, das Keyless-Go-System ihres erst ein Jahr alten Q5 mitten in der Nacht zu knacken. Beim dreisten Diebstahl wurden die Täter von einer Videokamera gefilmt. Nun sind die Ermittler der Polizei am Zug.
Das neue Jahr fängt für die Rathauschefin schon mal gut an: Nichtsahnend hat sie sich am Dienstag in ihrem Bungalow an der Lessingstraße in Bruck schlafen gelegt. Nach einem langen Arbeitstag hatte sie ausnahmsweise ihren privaten Audi SUV lediglich im Carport abgestellt. Den Autoschlüssel legte sie wie immer in eine kleine Aufbewahrungsbox im Hausflur, mehrere Meter von der Haustüre entfernt.
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Und dann das: „Als ich morgens um 6 Uhr die Mittelbayerische holen wollte, stand das Auto nicht mehr da, wo ich es abgestellt habe“, berichtet eine fassungslose Bürgermeisterin. Als feststand, dass sich weder ihr Mann Stefan noch die beiden Kinder das Auto ausgeliehen haben, war klar: Der Wagen wurde gestohlen. Im Audi lagen neben dem Führerschein der Bürgermeisterin und Sonnenbrillen mit Sehstärke auch noch etliche Wahlplakate mit dem Konterfei des Landrats. „Der Thomas Ebeling fährt jetzt quasi in meinem Auto in irgendeine Richtung“, so Faltermeier.
Die Täter kamen am Mittwochmorgen um 2.47 Uhr
Sie weiß genau, wann die Tat geschah. Eine Videokamera, die sich neben der Haustüre befindet, konnte den Diebstahl aufzeichnen. Um 2.47 Uhr schritten in den frühen Stunden des vergangenen Mittwochs die Diebe zur Tat. Sie kamen zu zweit. Einer postierte sich gleich beim Audi, der andere hantierte mit einer Art Antenne nahe der Haustüre. Alles ging wahnsinnig schnell. Nicht einmal eine Minute dauerte es und der Audi rollt aus dem Carport. Er verschwand in unbekannte Richtung.

„Das ist alles sehr dreist. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass man so schnell ein Auto klauen kann“, sagt die Bürgermeisterin. Sie kann sich nicht erklären, wie das in dieser kurzen Zeit überhaupt funktionieren konnte. Schließlich lag der Autoschlüssel ja mehrere Meter von der Tür entfernt. Faltermeier rät der Bevölkerung zur Vorsicht. „Wir sollten achtsamer sein und wieder mehr auf die Nachbarn schauen“, lautet der Appell der CSU-Kommunalpolitikerin.
Nach dem Diebstahl ist Faltermeiers Mobilität etwas eingeschränkt. Ins Rathaus geht sie jetzt zu Fuß, sagt sie. Und wenn Termine außer Haus anstünden, könne sie auf einen Dienstwagen zurückgreifen. „Auch Freunde haben sich schon angeboten, wenn einmal Not am Mann wäre“, so die Politikerin. Glücklicherweise könne sie aber auch auf Autos ihrer Familie zurückgreifen.
Polizei Nittenau hat die Ermittlungen aufgenommen
Die Polizeistation Nittenau hat nach dem Autodiebstahl die Ermittlungen aufgenommen. Den Zeitwert des gestohlenen Audis schätzen die Beamten auf 45.000 Euro. Man bittet unter der Telefonnummer (09436) 9038930 um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. Auch verdächtige Beobachtungen oder Kameraaufzeichnungen, die auffällige Personen oder Fahrzeuge zeigen, könnten für die Ermittler hilfreich sein.
Keyless-Go-Systeme sind praktisch, jedoch auch anfällig für Missbrauch.Mario Mühlbauer, Polizeihauptkommissar
Der Diebstahl gelang offenbar, weil der betroffene SUV mit einem sogenannten Keyless-Go-System ausgestattet ist. „Diese Systeme sind praktisch, jedoch auch anfällig für Missbrauch“, warnt Polizeihauptkommissar Mario Mühlbauer.
Mit Keyless-Go ausgerüstete Fahrzeuge erkennen den Schlüssel, sobald sich dieser in der Nähe des Fahrzeugs befindet. Das Fahrzeug öffnet eigenständig die Verriegelung, ohne dass der Besitzer dafür den Schlüssel in die Hand nehmen muss. „Täter können das Funksignal von Schlüsseln abgreifen und verstärken, falls diese sich in der Nähe befinden. Das Fahrzeug erkennt den Schlüssel und öffnet sich“, weiß der Leiter der Nittenauer Polizeistation.

Der Polizeihauptkommissar rät, Keyless-Go-Schlüssel in der Wohnung nie im Bereich von Fenstern oder Türen im Eingangsbereich aufzubewahren. Die Schlüssel sollten im Idealfall in speziellen Etuis oder Boxen gelagert werden, die das Funksignal blockieren.
Hilft eine im Audi verbaute SIM-Karte bei der Aufklärung?
Die Polizei versucht nun, die Autodiebe schnellstmöglich zu schnappen. Bei den Ermittlungen dürfte auch moderne Technik zum Einsatz kommen. Womöglich kann das Auto über eine im Wagen verbaute SIM-Karte gar geortet werden, hofft Faltermeier.
Die Täter sind jedenfalls schon weit gefahren. In der Audi-App sieht die Bürgermeisterin den Stand der Tankfüllung. Ihr Q5 war vollgetankt und frisch gewaschen, als er gestohlen wurde. Inzwischen hat er nur noch 120 Kilometer Reichweite. „Wahrscheinlich ist er längst in Osteuropa angekommen“, mutmaßt die Brucker Rathauschefin und macht sich auf den Weg zu ihrem nächsten Termin.