Zwischen Garbo-Kino und Eisernem Steg: In Regensburg sorgt ein Geisterkran für Verwirrung

In Regensburg sorgt ein Kran für Verwirrung. Seit mehr als einem Jahr steht er an prominenter Stelle, nämlich auf der Straße am Weißgerbergraben, zwischen Garbo-Kino und Eisernem Steg. Die Arbeiten scheinen zu ruhen – das ändert aber nichts an der erteilten Genehmigung.
Ein Kran sorgt für Verwirrung. Seit mehr als einem Jahr steht er an prominenter Stelle, nämlich auf der Straße am Weißgerbergraben, zwischen Garbo-Kino und Eisernem Steg. Der Verkehr bewegt sich auf ausgewiesener Umfahrung um den Koloss – nur der bewegt sich nicht. Seit Wochen steht der Baukran still, ist einem Regensburger aufgefallen. „Man sieht einfach keinen Baufortschritt, das ist ein Mysterium“, sagt der Mann.
Verkehrstechnisch sei das kein großes Problem, bloß vor der Absperrung werde gerne mal auf dem Fahrstreifen geparkt. Und die berüchtigten „Autorennen“, also das Aufheulenlassen leistungsstarker Motoren in den Abendstunden, gehe unvermindert weiter – trotz Kran im Weg.
Genehmigung für private Baumaßnahme
Und das wird er noch eine Weile tun. Aufgestellt ist der Kran für eine private Baumaßnahme worden, um eine Gebäudesanierung durchzuführen, teilt Stadtsprecherin Katrin Butz auf MZ-Anfrage mit. Die Genehmigung am Weißgerbergraben gilt aktuell bis zum 1. Oktober.
Wie lange solche Genehmigungen erteilt werden, sei dabei unabhängig davon, ob eine Privatperson oder ein Unternehmen Baugerät auf einer öffentlichen Straße aufbauen muss, sondern richtet sich nach der jeweilig durchzuführenden Baumaßnahme. Auch der scheinbare Stillstand des Krans ändert an der erteilten Genehmigung, dass er am Weißgerbergraben stehen darf, nichts. „Allein die Tatsache, dass ein Baukran über mehrere Monate im öffentlichen Raum vorhanden ist und zeitweise keine Bautätigkeit erkennbar ist, begründet rechtlich noch keine Handhabe, dessen Entfernung anzuordnen“, erläutert Butz.
Polizei hat bislang einen Unfall aufgenommen
Von der Polizeiinspektion Regensburg Süd übermittelt sie die Information, dass in Zusammenhang mit der Engstelle bislang nur ein Unfall aufgenommen worden sei. Im Januar 2025 ist ein Bus wegen eines entgegenkommenden Lastwagens so weit nach rechts gekommen, dass er mit dem Außenspiegel gegen ein Verkehrsschild gefahren ist. Es entstand Sachschaden.
Ob es zu vermehrten Falschparkern rund um die Bauabsperrung gekommen ist, sei schwer zu beantworten, da Vergleichszahlen vor Aufstellung des Krans aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr vorlägen. Die Fallzahlen der vergangenen sechs Monate zeigen laut Butz aber keine Auffälligkeiten.