Kommunale Wärmeplanung schreitet voran: Schwandorf hat drei Stadtgebiete im Fokus

Von Josef Schaller · 1. Februar 2026 um 15:39

Der Planungs- und Umweltausschuss befasste sich am Donnerstag in seiner Sitzung erneut mit der Kommunalen Wärmeplanung. Baudirektor Reinhard Schade stellte die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligungen zur Eignungsprüfung sowie zur Bestands- und Potenzialanalyse vom vergangenen Herbst vor.

Die Abwägungen der Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange wurden vom Ausschuss einstimmig beschlossen. Der Entwurf des Gesamtberichts der Wärmeplanung mit festgelegten Zielszenarien einschließlich einer Umsetzungsstrategie wurde ebenfalls gebilligt.

Neben der Öffentlichkeit waren insgesamt 27 Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt worden. Dabei seien insgesamt elf Anregungen eingegangen, die entsprechend der Abwägungs- und Beschlussempfehlung in die Unterlagen eingearbeitet wurden, wie Schade berichtete.

Öffentlichkeit wird erneut beteiligt

Für den vorliegenden Entwurf der Wärmeplanung ist erneut eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen, die am Donnerstag vom Ausschuss ebenfalls einstimmig beschlossen wurde.

Der vom beauftragten Nürnberger Fachbüro Zeitgeist engineering erarbeitete Entwurf des Berichtes der Wärmeplanung enthält auch ein Zielszenario, das den angestrebten künftigen Zustand der Wärmeversorgung im Stadtgebiet definiert, um den Wärmebedarf klimaneutral decken zu können.

Die drei Fokusgebiete Rothlinde, Fronberg und Büchelkühn, die der Planungsausschuss bei seiner Sitzung im Oktober 2025 definiert hatte, wurden nun genauer betrachtet. Für das Rothlindenviertel sollen weitere Schritte zum Ausbau des Wärmenetzes eingeleitet werden. Die bisherigen Ergebnisse zeigten, dass vertiefende Schritte sinnvoll seien, wie aus dem Entwurf zu entnehmen ist.

Für das Fokusgebiet Fronberg soll eine BEW-Machbarkeitsstudie durchgeführt werden, um die technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale eines Wärmenetzes zu bewerten. Berücksichtigt werden sollen auch das bestehende Interesse an einem Hackschnitzelnetz sowie die mögliche Einbindung der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS). Auch eine mögliche Nutzung der Abwärme der Fronberg Guss GmbH soll betrachtet werden. Markus Rößler von der Zeitgeist engineering GmbH bezeichnete das Abwärme-Potenzial der Fronberg Guss GmbH als „hoch“. Allerdings lägen hierzu noch keine konkreten Daten vor, um diese in die Analyse einfließen zu lassen. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie könne man darauf nochmal näher eingehen, wie der Baudirektor erklärte.

Machbarkeitsstudie für Büchelkühn soll erarbeitet werden

Für das im Rahmen des Fokusgebietes Büchelkühn betrachtete Wärmenetz soll eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Ziel der Studie sei es, dessen Potenzial systematisch zu bewerten. Laut der Darstellung im Entwurf soll sich das geklärte Abwasser als mögliche Wärmequelle anbieten. Die Fokusbetrachtung zeige, dass weitere detaillierte Untersuchungen bezüglich eines Wärmenetzes sehr zu empfehlen sind. Zu prüfen sei auch, inwiefern die SWFS das Projekt fachlich begleiten und bei der Planung unterstützen könne. Des Weiteren soll eine detaillierte Abfrage über das Interesse an einer Netzanbindung zur Wärmeversorgung erfolgen.

Um die im Entwurf beschriebenen Zielszenarien möglichst effizient und kostengünstig zu erreichen, wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt. Dazu zählen unter anderem eine Potenzialerschließung, ein Wärmenetzausbau und -transformation, Sanierungen und Effizienzsteigerungen bei der Industrie und in Gebäuden, Heizungsumstellungen sowie der Ausbau des Strom- und Wasserstoffnetzes.

CSU fordert Angaben zum Personaleinsatz

Damit man die Ergebnisse der Wärmeplanung individuell einsehen kann, wurde die Stadt in 39 Cluster eingeteilt und hierfür Ortsteil-Steckbriefe erstellt. Darin ist der Ist-Zustand des aktuellen Wärmebedarfs, die voraussichtliche Wärmeversorgungsart sowie ein Maßnahmenkatalog beschrieben.

Der Berichtsentwurf enthält auch strategische Maßnahmen, damit die Erkenntnisse der Kommunalen Wärmeplanung weiterverfolgt und letztendlich umgesetzt werden. Dazu zählen eine Verstetigungsstrategie, die unter anderem auch die Aufgaben der verantwortlichen Stellen definiert. Ein Controlling-Konzept soll die Überprüfung des Fortschritts ermöglichen. Da an der Umsetzung des Wärmeplans zahlreiche und verschiedene Akteure beteiligt sind, soll eine interne und auch eine externe Kommunikationsstrategie erarbeitet werden.

Natürlich werden Kosten auf uns zukommen. Wir können aber nicht sagen, bei einer bestimmten Kostenhöhe machen wir das nicht mehr.Kurt Mieschala, UW-Fraktionsvorsitzender

Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU) verwies auf viele Punkte, die sehr personalintensiv seien, was sich auch auf den Stellenplan und die Personalkosten auswirken werde. Er forderte deshalb bis zur nächsten Sitzung zumindest ungefähre Angaben, wie hoch der Personaleinsatz sein werde.

Manfred Schüller (SPD) sagte, es gelte, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dabei müsse man die Kosten im Blick behalten. „Natürlich werden Kosten auf uns zukommen. Wir können aber nicht sagen, bei einer bestimmten Kostenhöhe machen wir das nicht mehr“, so Kurt Mieschala (UW). Marion Juniec-Möller (Grüne) verwies auf das umfangreiche Beratungspotenzial bei der Umsetzung des Wärmeplans, das man aber aus Kostengründen nicht weglassen könne.

Oberbürgermeister Andreas Feller brachte in diesem Zusammenhang die Firmen ins Spiel. Er sagte: „Sollten wir zu dem Schluss kommen, es gibt ein lückenloses Beratungspotenzial der Firmen, muss die Stadt hier nicht mehr tätig werden.“