Von Schwandorf bis Fischbach – Narren ziehen wieder durch viele Orte

Von Clara Lietzmann · 1. Februar 2026 um 05:00

Die närrische Saison sorgt für Hochstimmung im gesamten Landkreis Schwandorf. Nach 13 Jahren kommt dieses Jahr der Ostbayerische Faschingszug wieder in die Große Kreisstadt. Vieles wird geboten über die Faschingswoche: Fast täglich können sich Feierlustige auf einen anderen Umzug freuen. Am Faschingssonntag sind es gleich drei Paraden, zwischen denen Faschingsfans sich entscheiden können.

Video ansehen

Den Auftakt der Umzüge bildet der große Umzug in Schwandorf am 8. Februar. Nicht nur die lokalen Vereine, sondern Garden des ganzen Landesverbandes werden hier gemeinsam tanzen und feiern. Gleich zwei Vereine organisieren diesmal die Faschingsparade: Der Lindania Schwandorf springt die FG Nabburg zur Seite. Am Vormittag um 10.30 Uhr werden zunächst die Prinzenpaare aus Niederbayern und der Oberpfalz empfangen. Ab 13.13 Uhr startet dann der Zug am Volksfestplatz Schwandorf. Er führt über den Marktplatz, insgesamt 3,2 Kilometer durch die Stadt. Immerhin 67 Gruppen haben sich für das Event angekündigt.

Bei der After-Show-Party in der Oberpfalzhalle wird die Partygruppe „Na und“ kräftig einheizen. Auch an Getränken soll es nicht mangeln, die laut den Veranstaltern an der vermutlich längsten Bar in der Geschichte dieses Faschingszuges ausgeschenkt werden.

Faschingshochburg Stulln lässt sich von der Konkurrenz nicht einschüchtern

Eine Woche später ziehen die Narren durch Stulln. Der Umzug am Faschingssonntag ist traditionell einer der größten der Region. Voriges Jahr begrüßte man bei strahlender Sonne etwa 8000 Zuschauer in der Faschingshochburg. Die Vorbereitungen laufen in vollem Gange, mit bereits über 900 Teilnehmern und 23 angemeldeten Gruppen. Den großen Erfolg des Stullner Faschings führt Christian Heldmann, Vorsitzender des TSV Stulln, unter anderem auf die gute Zusammenarbeit aller Akteure in der Gemeinde zurück – von örtlichen Vereinen über die Feuerwehr bis zu den Rettungskräften.

Gespannt darf man sein, was sich die Teilnehmer wieder einfallen lassen. In Stulln waren 2025 beispielsweise Hamster dabei. - Foto: Dietmar Zwick, Archiv

Wie auch im Vorjahr legen die Veranstalter Wert auf ein gutes Sicherheitskonzept. Ab 13 Uhr werden voraussichtlich sämtliche Zufahrten in den Ort gesperrt sein. Am 15. Februar ab 13.30 Uhr geht es dann gut eineinhalb Stunden durch den Ort – mit dem Lissenthaner Weg als Start- und Endpunkt. Auf einem der Wagen wird wie immer die Faschingsgesellschaft mit Prinzengarde dabei sein. Die Themen der einzelnen Wagen bleiben eine Überraschung. „Im Zuge der anstehenden Kommunalwahlen darf man sicher einige politische Mottos erwarten“, sagt Heldmann.

Die Aktiven der Seelania wollen beim Faschingszug wieder mit akrobatischen Einlagen begeistern. - Foto: Dietmar Zwick, Archiv

Südlicher Landkreis trumpft mit lokalem Charme

Ein weiterer Höhepunkt am Faschingswochenende ist der Umzug in Steinberg am See am Samstag, 14. Februar. Diese Parade findet nach einem Jahr Pause wieder statt. Deshalb haben sich sicher viele Faschingsbegeisterte den Termin schon fest im Kalender angestrichen. Um 14 Uhr startet der Zug an der Seestraße und dauert etwa eineinhalb Stunden. Eine After-Show-Party findet in und vor der Turnhalle statt.

Die Anmeldung steht hier für Kurzentschlossene bis zum Schluss offen, wie Präsident Christian Obermeier erklärt. Erwartet werden etwa 30 Gruppen und mehrere Tausend Besucher. Bei der Gestaltung der Wagen machen die Veranstalter den Teilnehmern keine Vorgaben, sie lassen ihnen alle künstlerischen Freiheiten, sagt Vizepräsidentin Yvonne Krause. Wie es sich für den Fasching gehört: Alles darf, nichts muss.

Beim Faschingszug in Nittenau wurde im vergangenen Jahr der Drache frei gelassen. - Foto: Renate Ahrens, Archiv

In Nittenau fällt der Umzug ebenfalls auf den Faschingssonntag. Etwa 25 bis 30 Gruppen, davon zehn bis 15 Wagen, erwartet Marcel Reisinger, Verkehrsminister der Allotria Nittenau. Ab 13.15 Uhr wird die Alte Regensburger Straße gesperrt sein, wo es um 14 Uhr losgeht. Mehr als 1000 Besucher sollen die Stadt und anschließend die Regentalhalle bei der Faschingsparty füllen. Weil es so schön ist, werden hier alle Tänze noch einmal aufgeführt. Auch teilnehmende Gast-Gruppen waren in den vergangenen Jahren dabei, darunter die D'Rummlfelser aus Fischbach, Seelania Steinberg und Lari-Fari Diesenbach. Zum 66. Jubiläum der Allotria hofft Präsidentin Katrin Nerl, an diese Tradition anknüpfen zu können.

In der Badewanne wird auch dieses Jahr wieder geplanscht in Dietldorf. - Foto: Stefan Barte, Archiv

Am Sonntag, 15. Februar, wird auch Dietldorf zum 53. Mal für einige Stunden ganz den Narren gehören. Für Autofahrer ist dann Vorsicht geboten, denn von 13 bis 16 Uhr werden alle Zufahrten inklusive der Hauptstraße gesperrt sein. Um 14 Uhr startet der Zug hinter dem Schloss. Wieder mit dabei sind mindestens vier Garden und drei Blaskapellen. Farbenfrohe Wagen und kultige Höhepunkte wie der Büchner „Bodwonna“-Hänger dürfen natürlich nicht fehlen. Im Pankratius-Haus und am Burgplatz wird es mit der After-Show-Party weitergehen. Präsidentin Claudia Büchner-Feuerer hofft auf gutes Wetter, damit der Umzug samt Party wieder ein Erfolg werden.

Fischbacher sind mit Herzblut dabei. - Foto: Cornelia Lorenz, Archiv

Durchfeiern bis Dienstag

Mit den Umzügen am Faschingssonntag ist aber noch lange nicht Schluss: Am Faschingsdienstag, 17. Februar, ab 14.33 Uhr laden die Rummlfelser zum Fischbacher Faschingszug ein. Die Besonderheit des Ortes: Die Bewohner nutzen gerne die Gelegenheit, um sich gegenseitig aufs Korn zu nehmen. Auf den liebevoll geschmückten Motivwagen werden lokale Ereignisse und Personen humorvoll dargestellt und mit kleinen gereimten Zweizeilern bedacht. Freilich kennt man sich hier untereinander, erklärt Zugleiter Ulrich Fendl. Doch auch Ortsfremde dürfen an dem Spaß teilhaben: In der Faschingszeitung finden sich Erklärungen zu jedem einzelnen Wagen.

Bei schlechtem Wetter rechnet Fendl mit 1000 bis 2000 Besuchern, bei gutem Wetter könnten es bis zu 5000 werden. Eine gute halbe Stunde wird das bunte Volk vom Friedhof bis zur Fischbacher Ortsmitte ziehen. Ein Tipp für Enthusiasten: Die Parade kann man ganz einfach zweimal erleben, wenn man zuerst von der Lindenstraße aus zuschaut und dann in der Dorfmitte auf die Rückkehr des Zuges wartet. Im Anschluss werden die Feierlustigen im Bräustadl und bei der Waikiki-Bar bewirtet.

Die Gardetänzerinnen in Pfreimd glänzten mit einer feurigen Performance. - Foto: Martin Kellermeier, Archiv

Auch im Norden rollen die Gaudiwürmer

In der Stadt Pfreimd ist traditionell der Faschingsdienstag für die umtriebigen Narren reserviert, heuer am 17. Februar. Eine Gemeinschaft von engagierten Unternehmern der Stadt initiierte einst diesen Umzug und bündelt hierfür bis heute ihre Ressourcen. Die Vorbereitungen laufen in vollem Gange, wie der Verantwortliche Mirko Hägler berichtet. Bisher haben sich etwa 30 Gruppen mit geschätzten 600 Teilnehmern angemeldet. Nicht weniger als 500 Kilogramm an Süßwaren lagern nun in seinem Keller, um die großen Wägen zu versorgen.

Auch der Stadtrat ist in Pfreimd mit einem eigenen Wagen vertreten – dieses Jahr vielleicht mit einem kommunalen Thema. 13.15 Uhr startet der Gaudiwurm an der Bahnhofsstraße, läuft über den Marktplatz, wendet an der Tännesberger Straße und endet gegen 14.30 Uhr am Festplatz. Auf dem Marktplatz wird mit Liveband und überdachter Bühne weiter gefeiert.

„Gleiritsch volle Pulle“ lautet heuer das Motto in Gleiritsch. Am Samstag, 14. Februar, um 14 Uhr startet hier der Umzug mit anschließender Party am Dorfplatz. Eine Besonderheit ist, dass nur unmotorisierte Gruppen teilnehmen dürfen.

Als Geheimtipp kommt zum zweiten Mal infolge der Rosenmontagszug in Wernberg-Köblitz hinzu. 2025 initiierte Pferde-Rancher Thomas Platzer den neuen Verein und freut sich dieses Jahr auf eine Wiederholung. Am 16. Februar um 14 Uhr werden zwischen 15 und 20 Wagen am Marktplatz losziehen. Im Anschluss gibt es eine Party mit beheiztem Faschingszelt.